Der Frust mit Layer-Ads

Werber haben es immer schwieriger, mit ihren Botschaften die Aufmerksamkeit der Leser zu erhaschen. Normale Banner verfehlen ihre Wirkung immer mehr und so greift die Branche seit einiger Zeit zu Ideen, die den Leser nerven. Obwohl ich dachte, dass die sogenannten Layer-Ads, also Werbung die sich über den Text legt, bereits wieder ad acta gelegt wurden, greift diese Unsitte nun wieder um sich:

Nervende Werbung auf blick.ch

Heute morgen wollten mich sowohl die Webseiten von 20 Minuten wie auch des Blick mit einer nervigen Anzeige von Sunrise vom Lesen ihrer Inhalte abhalten. Auch der Tages Anzeiger steht nicht besser da. Dort hat mir SwissQuote mit einer über dem Text erschienenen Werbung den Lesespass vergällt.

Natürlich: Monetarisierung einer Website via Werbung ist praktisch und bringt (wie auch hier) ein paar Franken rein. Trotzdem frage ich mich, wem solche Layer-Ads nutzen. Dem Website-Betreiber? Kaum, denn der verärgert seine Leser. Aber auch das beworbene Produkt oder die so Firma dürfte sich damit wenig Freunde schaffen. Zwar liegen die Klickraten durch Frustklicks („geh mal weg du doofe Werbung“) sicherlich höher, doch der Ärger über solche Werbung dürfte hoch sein und nicht zu einem positiven Image beitragen.

Vielleicht gibts hier ja einen Werber der mir mal erklären kann, was Werbung, die den Leser auf diese Art verärgert, bringen soll…

Was steckt hinter dem Webserver-Klau?

Nach dem etwas kuriosen Diebstahl der Webserver von Peter Gabriel in der Nacht auf Montag blieben viele Fragen offen. Höchste Zeit also, etwas Licht ins Dunkel zu bringen und bei Gabriels Firma Real World nachzufragen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil auf den Servern ein Onlineshop zuhause ist, und so möglicherweise sensible Kreditkartendaten in die Hände der Diebe gefallen sein könnten.

Andy Wood, Sprecher von Real World, winkt aber ab: Alle persönlichen Daten inklusive der Kreditkartendaten seien in einer separaten „bank approved high security location“ gespeichert und nicht gestohlen worden. Die Kunden habe man bereits via eMail kontaktiert und ihnen mitgeteilt, dass ihre Daten nach wie vor sicher seien.

Klar scheint in der Zwischenzeit auch, dass es kein gezielter „Angriff“ auf Peter Gabriels Webserver war, sondern es ganz einfach nur um die Hardware ging. Neben den zwei Gabriel-Servern sei nämlich weiteres Netzwerk-Equipment und Router von anderen Kunden gestohlen worden, wie Andy Wood weiter ausführt.

Teilweise sind die Webseiten bereits wieder online, allerdings bei einem neuen Provider. Der Vertrauensverlust in Opal Business Solutions war hier wohl zu gross. Um welchen neuen ISP es sich handelt, wollte Wood nicht verraten. Allerdings ist es auch nicht wirklich schwer, herauszufinden, dass sich die Server nun offenbar in den USA befinden.

Creative Commons-Infos aus erster Hand

An der Frühlingsveranstaltung 2008 vom 17. Mai 2008 der digitalen Allmend dreht sich alles um die Creative Commons-Lizenzen. In einer lockeren Atmosphäre bietet sich die Möglichkeit,

sich praktisch, intellektuell, rechtlich oder kritisch mit Fragen rund um Creative Commons und deren Anwendung ausseinanderzusetzen.
An mehreren Tischen stellen Experten, Praktiker und Künstler Themen rund um das Erstellen und Nutzen von freien Inhalten im Netz vor und diskutieren mit den Anwesenden. Ein Schwerpunkt liegt dabei beim freien verfügbar Machen von Inhalten und der Verwendung der Lizenz Creative Commons.

Auch wenn ich die CC Lizenz vor knapp einem Jahr vom Blog entfernt habe, eine erwähnenswerte Veranstaltung. Vielleicht sollte ich mir überlegen, den Event zu besuchen und mich nochmals mit den Pros und Contras zur Creative Commons-Lizenz auseinanderzusetzen.

Die Veranstaltung findet im Cabaret Voltaire in Zürich statt. Der Eintritt ist kostenlos.

Mehr Infos bei der digitalen Allmend.

Peter Gabriels Webserver geklaut

Nicht schlecht gestaunt haben dürfte Peter Gabriel heute morgen, denn dreiste Diebe haben offenbar seine Webserver im Datencenter des Providers seines Vertrauens gestohlen. Dies jedenfalls ist einer Platzhalterseite auf den diversen Gabriel-Seiten zu entnehmen:

Peter Gabriel - Site offline

Gemäss The Register soll es sich beim ISP um Opal Telecom handeln. Fragt sich nun nur, ob weitere Server gestohlen wurden, oder ob man es tatsächlich auf Gabriels Server abgesehen hat.

Datenklau und Identitätsdiebstahl waren wohl erst der Anfang: Nun werden gleich die Server abtransportiert…

[Update] 6. Mai 2008 15:37 Uhr
Nach und nach sind die betroffenen Webseiten nun wieder online…

[Update] 7. Mai 2008
Etwas mehr Infos zum Webserver-Klau im Beitrag Was steckt hinter dem Webserver-Klau?

Simple Trackback Validation: Snoopy Error

Kurz nach der Änderung meiner Spamfilter macht sich im Error-Log auch schon ein Fehler des Plugins Simple Trackback Validation breit:

PHP Fatal error: Cannot instantiate non-existent class: snoopy in […]/simple-trackback-validation.php on line 158

Des Rätsels Lösung: Das Plugin hat keinen Zugriff auf die PHP-Klasse Snoopy und meldet sich daher im Error-Log. Mit dem Einfügen eines kleinen Codeschnipsels ist der Fehler dann auch schnell aus dem Weg geschafft:

1. Öffne die Datei simple-trackback-validation.php in einem Editor und gehe zu Linie 158. Diese lautet wie folgt:

$stbvSnoopy = new Snoopy;

2. Füge über dieser Zeile folgende Zeile ein:

include_once( ABSPATH . 'wp-includes/class-snoopy.php' );

3. Datei speichern und Datei neu heraufladen.

Damit sind die Fehler aus dem Error-Log verschwunden und das Plugin scheint seine Arbeit nun auch entsprechend zu verrichten…

(via Holy Shmoly!)

Yawasp: Neues Spamschutz-Plugin

Zwar bin ich nach wie vor mit dem hier genutzten Antispam-Plugin Spam Karma 2 für WordPress zufrieden. Trotzdem ist nicht zu übersehen, dass das Plugin langsam in die Jahre kommt. Der Autor hat die Weiterentwicklung bereits vor geraumer Zeit eingestellt und immer öfters finde ich im Error-Log vor allem Speicherfehler, die durch das Plugin hervorgerufen werden.

Zeit also, sich nach Alternativen umzusehen. Und zwar sollte es eine Alternative sein, die den Besucher nicht mit einer zusätzlichen Eingabe (Captcha oder Rechenaufgabe) nervt, sondern ganz einfach im Hintergrund seineb (zuverlässigen) Dienst tun soll. Ziemlich vielversprechend sieht da Yawasp von Sven Kubiak aus, das die Namen der Kommentar-Formularfelder in zufällige Werte ändert und die Rückübersetzung erst beim Absenden des Kommentars vornimmt.

Zusätzlich wird ein leeres Feld – unsichtbar für den Benutzer – eingefügt, dass die gleichen Merkmale wie ein sichtbares aufweist. Füllt ein Spambot dieses Feld aus, oder sendet die ursprünglichen Namen der Formularfelder, wird der Kommentar nicht gespeichert. Zusätzlich ändert das Plugin die zufälligen Werte alle 24 Stunden, so dass sich kein Spambot an das Kommentarformular anpassen kann.

Das Manko dieser Lösung: Das Plugin kümmert sich ausschliesslich um Kommentare und lässt Ping- und Trackbacks aussen vor. Aber auch dafür gibts Alternativen zum speicherhungrigen Spam Karma 2. Zum Beispiel das Simple Trackback Validation Plugin von Michael Wöhrer, das einerseits prüft, ob die IP-Adresse des „Trackback-Senders“ mit der IP-Adresse des „trackbackenden“ Blogs übereinstimmt und andererseits prüft, ob die Trackback-Seite tatsächlich eine URL zum eigenen Blog enthält.

Beide Plugins sind ab sofort hier im Einsatz und können im Realtime-Einsatz nun zeigen, ob sie halten, was sie versprechen. Falls trotz allem Probleme beim Kommentieren auftauchen, wäre ich über eine kurze Mitteilung dankbar.

(via Frank Helmschrott)

Shutdown Day

Shutdown Day

Und für alle, denen es am Shutdown Day langweilig wird, hier noch ein Video vom letztjährigen Aktionstag. Wie man sieht, kann man es auch mit ausgeschaltetem Laptop lustig haben:

Francesco Storaces unfreiwillige Entblössung

Dass man sich bei der Nutzung von fremden Bildern rechtliche Konsequenzen einhandeln kann, weiss inzwischen (fast) jedes Kind. Wer dazu die Grafik auf der eigenen Webseite sogar vom Webserver des „Urhebers“ verlinkt (Hotlinking), macht es dem Bestohlenen noch einfacher, auf den Klau aufmerksam zu werden. Dumm nur, wenn man selbst auf dessen Bitte, das Bild zu entfernen, nicht reagiert.

Und so ziert derzeit ein Bild das Blog des italienischen Rechtspolitikers Francesco Storace, ehemaliger Gesundheitsminister unter Berlusconi und Gründer der Partei La Destra (Die Rechte), das diesem kaum gefallen dürfte:

Screenshot - Website Francesco Storace

Zur Vorgeschichte: Das in Storaces Beitrag „Tutti al pantheon!“ ursprünglich verlinkte Bild des Pantheons in Rom entstand durch eine Fotomontage aus zwei Bildern, die der Brite Siôn McElveen erstellt und u.a. hier veröffentlicht hat. Nachdem Siôn auf den „Bilderklau“ aufmerksam wurde, bat er in einem Kommentar zum Artikel darum, das Foto zu entfernen, jedoch ohne darauf eine Reaktion zu erhalten.

Siôn griff darum gestern Samstag zu einem massiveren Mittel: Er wechselte kurzerhand die verlinkte Grafik durch ein aehm, Pornobild (?) aus. Technisch ist dies schliesslich kein Problem, weil Storace die Grafik direkt von Siôns Server verlinkt hat. Bemerkt wurde das bis zum jetztigen Zeitpunkt von den Verantwortlichen allerdings nicht. Fraglich, ob man es überhaupt bemerkt, schliesslich scheint man ja den Kommentar von Siôn betreffend der Entfernung seines Bildes ebenfalls nicht gesehen (oder beachtet) haben.

Zugegeben, über das von Siôn eingewechselte Bild (das ich oben übrigens ein klein bisschen entschärft habe) lässt sich streiten. Sicherlich wärs auch ein wenig anständiger gegangen. Allerdings wär damit dann wohl auch die Wirkung abgeschwächt gewesen.
Der Vorfall zeigt aber einmal mehr, dass man nicht nur seine Kommentare lesen sollte, sondern auch, dass Hotlinking ganz schön nach hinten losgehen kann (wie ich das vor einiger Zeit auch auf meinem nun verwaisten Hotlinking Blog mal aufzeigte)…

(Danke an David T. für den Tipp!)

[Update] 28.04.2008 08:01 Uhr
In Italien scheint man zum Dienst angetreten zu sein. Seit einigen Minuten ist das obenerwähnte Bild, sowie ein weiteres Goatse-Bild vom Blog verschwunden. Zwei Tage Reaktionszeit sind ja auch genug… Bleibt zu hoffen, dass Storace nicht weiteres Ungemacht droht, schliesslich sind fast alle Bilder auf der Webseite via Hotlinking eingebunden.

Die EURO 2008 in Deutschland?

Irgendwie hab ich wohl was falsch verstanden, oder findet die Fussball-EM 08 etwa in Deutschland statt? Oder bin ich der einzige der es seltsam findet, dass Shaggy den Videoclip und die dazugehörige CD des offiziellen EURO 2008-Songs „Feel the rush“ ausgerechnet in Berlin präsentierte? Ok, immerhin hat er das Video in der österreichischen Botschaft vorgestellt, so dass zumindest ein Austragungsland einigermassen berücksichtigt wurde.

Seltsam. Aber irgendwie ist ja alles rund um die Fussball-Europameisterschaften etwas seltsam…

Dove und das indonesische Palmöl

Seit dem Jahr 2000 ist in Indonesien jährlich eine Fläche von 1,8 Millionen Hektar Wald abgeholzt worden. Das sind ganze fünf Fussballfelder pro Minute. Neben der Holz- und Papierindustrie sorgt in jüngster Zeit vor allem der Palmölboom dafür, dass Urwald abgeholzt und Ölpalmen-Plantagen angelegt werden.
Diese Tatsache bringt nun auch Unilever in Bedrängnis, auch wenn der Konzern betont, die Notwendigkeit erkannt zu haben, „bei den Palmölerzeugern ein Bewusstsein für die ökologische Bedeutung der Regenwälder zu schaffen und zu erhalten.

Greenpeace wirft Unilever nämlich vor, für die Dove-Produktelinie auf indonesische Lieferanten zurückzugreifen, die nach wie vor Urwald roden um darauf Palmen-Plantagen zu pflanzen. Unterstützt wird die Kampagne neben einer Protestmail-Aktion auch durch ein berührendes Video:

Bei Unilever Schweiz war niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Gerne hätte ich erfahren, wie die Dinge aus Sicht des Konzerns aussehen. Stattdessen habe ich auf meine Anfrage nur ein lapidares „Out of Office“-Reply erhalten…

[Update] 14:25 Uhr
Nun ist, trotz „Out of Office“, ganz unerwartet noch eine Stellungnahme von Cornelia Buchwalder, Local Technical Manager von Unilever Schweiz eingetroffen:

Wir verstehen, dass Sie die Sorgen über die Rodung von tropischem Regenwald durch die erhöhte Nachfrage nach Palmöl zum Ausdruck bringen. Ich versichere Ihnen, dass Unilever diese Bedenken teilt.

Wie Sie sicherlich wissen, nutzen wir Palmöl in einigen unserer Produkte und gerade deswegen setzen wir uns seit vielen Jahren für die nachhaltige Produktion von Palmöl ein – in Einklang mit unseren langjährigen Bemühungen um Nachhaltigkeit in Fischfang und Landwirtschaft.

Das Hauptproblem ist derzeit die explodierende Nachfrage nach Palmöl – Folge der wachsenden Nachfrage aus Indien und China sowie der Verwendung von Palmöl zur Herstellung von Biodiesel.

Wir leiten den Runden Tisch für nachhaltigen Palmölanbau (RSPO), eine umfassende Koalition von Organisationen, zu denen OXFAM, der WWF, Plantagenbesitzer, Hersteller und Händler gehören. Wir glauben, dass der Runde Tisch der beste Weg ist, um weltweit gemeinsam den nachhaltigen Anbau von Palmöl zu ermöglichen.

Im November 2007 hat der RSPO offiziell sein Zertifizierungsprogramm für nachhaltiges Palmöl beschlossen. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten sich jetzt zu diesem Programm bekennen, um Nachhaltigkeit auch wirklich umzusetzen – das wird kein einfacher Weg und er wird wahrscheinlich länger sein als wir es uns wünschen.