Monopoly World ohne Schweizer Städte

Allen Aufrufen zum Abstimmen zum Trotz: Keine Schweizer Stadt wird in der Monopoly World Edition, die Ende August 2008 erscheint, vertreten sein. Dafür hält vor allem Osteuropa Einzug auf das Spielbrett: Belgrad, Riga oder Kiew gibt es im neuen Spiel genauso zu kaufen, wie bspw. Paris, Hongkong, Peking Jerusalem oder Barcelona.

Monopoly World Edition: Die Abstimmungsresultate

Immerhin tröstlich: Auch unsere deutschen Nachbarn schafften es nicht, ihre Kandidaten Frankfurt, München und Berlin aufs Spielbrett zu voten…

Durch die Amtsstuben der Welt

Staatsdiener und ihre Schreibtische

So karg wie in Henry D. Snortons Büro sieht es in den Amtsstuben der Welt nicht überall aus. Aber doch ziemlich eindrücklich, wie das Büro eines leitenden Bezirks-Finanzbeamten in Liberia so ganz ohne Schreibmaschine, Telefon und nur einem kargen Möbel aussieht. Dafür hat er Platz, etwas, was dem hauptamtlichen Schreiber der indischen Stadt Patna hingegen fehlt.

Der Fotograf Jan Banning zeigt mit seiner Bilderserie und Texten von Will Tinnemans eine eindrückliche Reise durch die Amtsstuben dieser Welt. Die Bilder werden u.a. in der Kunsthal Rotterdam sowie in der Cicero-Galerie für politische Fotografie in Berlin gezeigt.

(Danke an Jan für die Zustimmung zur Veröffentlichung des obigen Fotos)

Der 70’200 Fremdzitate-Mix

Na wenn das mal nicht eine geniale Kunstaktion ist, die Johannes Kreidler für den 12. September 2008 plant:

product placements nennt der Komponist Neuer Musik Johannes Kreidler (28) die Kunstaktion, für die er ein 33 Sekunden langes elektronisches Musikstück mit 70200 Fremdzitaten komponiert hat, um es ordnungsgemäß bei der GEMA anzumelden. Mit Lastwagen und Trägern wird er den Anmeldebogen des Werks zusammen mit den notwendigen 70200 Einzelnachweisen der verwendeten Zitate am Freitag, 12. September 2008 um 11 Uhr bei der GEMA-Generaldirektion Berlin […] persönlich einreichen und öffentlich darüber diskutieren.

Wenn die Dame schon am Telefon fast eine Krise bekommt, möchte ich mal die Gesichter anlässlich der Übergabe der Einzelnachweise sehen…

(via Basic Thinking)

Auf der Jagd nach Recht und Ordnung

Wer hat sich nicht schon über Parkbussen geärgert oder Polizeifahrzeuge ohne Blaulicht bei verbotenen Verkehrsmanövern gesehen und sich gewundert, wieso die das dürfen. In New York rückt „Jimmy Justice“ Polizisten auf die Pelle, die verbotenerweise vor Hydranten oder auf Bushaltestellen parken, Rotlichter überfahren oder trotz Verbot U-Turns machen. Dass er dabei mit seiner unzimperlichen Art nicht auf grosse Gegenliebe stösst, ist ziemlich klar:

Das erinnert mich daran, dass ich vor einiger Zeit mal einen Artikel über die Zürcher Stadtpolizei schreiben wollte, die immer wieder ganz unbekümmert Fahrverbote ignorieren (Limmatquai) oder Strassen in verbotener Fahrtrichtung (Langstrasse) befahren. Die Stadpolizei hatte aber schon damals die entsprechenden Begründungen bereit. Jan Ingold, Chef Verkehrspolizei bei der Stadtpolizei Zürich, nannte vor allem präventive Patrouillenfahrten, aber auch „nicht dringliche“ Aufträge als Gründe:

Die Erfüllung all dieser Aufträge beschränkt sich leider nicht auf Orte, welche frei zugänglich bzw. befahrbar sind. Die Polizei kennt zwar auch Fuss-, Inlineskate- und Fahrradpatrouillen. Diese sind aber nicht jederzeit und überall einsetzbar, weil sie naturgemäss nicht für jeden möglichen Einsatz die nötige Ausrüstung dabei haben. Z.B. braucht es bereits für eine simple Spurensicherung von Kratzern an einem Fahrzeug einen Spurensicherungskoffer. Gleichzeitig kann einem nicht dringlichen Auftrag jederzeit ein dringlicher Auftrag folgen, weshalb die ausrückenden Polizeifunktionäre mobil bleiben müssen. Ein 10 minütiger Fussmarsch zu einem parkierten Dienstfahrzeug kann plötzlich ein gefährliches Problem darstellen, wenn es beim nächsten Einsatz um Minuten oder gar Sekunden geht.

Und weiter:

Daher ist es immer wieder unumgänglich, dass die Polizei auch ohne den Einsatz von besonderen Warnsignalen zwingend mit einem Motorfahrzeug ausrücken und dabei allenfalls Verkehrsregeln missachten muss. Rechtlich lässt sich dieses Handeln mit der (polizeilichen) Amtspflicht begründen, welche grundsätzlich verbotene Handlungen straffrei werden lässt. Dass dies in einem verhältnismässigen Rahmen und mit der nötigen Vorsicht geschehen muss, versteht sich von selbst. Die Amtspflicht ist aber kein Freischein für eine generelle Missachtung von Verkehrsregeln, sondern die Fahrten müssen auf den Einzelfall hin gegenüber den Vorgesetzten und allenfalls Untersuchungsbehörden dienstlich begründet werden können.

Diese Gründe dürfte wohl auch das New Yorker Police Department während der offenbar nun laufenden Untersuchung nennen, um aus der Videoaffäre wieder rauszukommen…

(via Blogaddict bzw. Netzbürger Brenrhad)

AdSense for Feeds für alle

Nach dem Kauf von Feedburner war es nur eine Frage der Zeit, bis Google sein AdSense-Programm auch für RSS-Feeds anbieten würde. Nach der (inzwischen wohl üblichen) Beta-Phase hat Google AdSense for Feeds nun auch für die Allgemeinheit freigegeben. Wer dieses nutzen will und seine Feeds bereits per Feedburner ausliefert, muss seinen Account allerdings zuerst manuell zu einem Google-Account migrieren lassen.

Interessant dürfte aber die Frage sein, ob die Leser Werbung im Feed akzeptieren werden. Obwohl Werbung in Blogs an sich inzwischen weitgehend akzeptiert wird, gilt der Feed irgendwie noch immer als eine Art heilige, werbefreie Zone. Da wird schon mal, wie damals bei den Diskussionen über vollständige oder gekürzte Feeds, damit gedroht, den Feed gnadenlos zu löschen, wenn sich der böse Blogger erdreisten sollte, Werbung per RSS auszuliefern.

Andererseits ist es wohl so, dass Stammleser zumeist werbeblind sind und damit eh nicht auf die Anzeigen klicken. Zufallsbesucher via Google & Co. wiederum schlagen auf der Webseite und nicht im Feed auf, was auch gegen Anzeigen im RSS-Feed spricht.

Ich persönlich kann mit Anzeigen in Feeds leben, solange diese einigermassen diskret und in annehmbarer Grösse daherkommen. In dieser Hinsicht ist wohl auch eine mögliche Einstellung bei AdSense for Feeds sympathisch: Es lässt sich nämlich einstellen, ob die Werbung bei jedem Beitrag oder nur nach einer bestimmten Anzahl erscheinen soll und auch, ob diese vor oder nach dem Text angezeigt wird.

Wie geht es euch? Ist Werbung im Feed akzeptabel oder ist der werbefreie Zugang via RSS heilig?

Mein Name ist Kentucky Fried Chicken

„An einem Namen wie Coca-Cola oder McDonald’s ist heutzutage nichts mehr auszusetzen. In den Siebzigerjahren war das vielleicht noch der Fall.“, meint Lars Tegenfeldt vom schwedischen Finanzamt, das im skandinavischen Land auch für die Genehmigung von Vornamen zuständig ist. Und so dürfen Eltern ihre Kinder nun jach jahrelangem Verbot endlich auch nach Markenprodukten, Musikbands oder Fastfood-Restaurants benennen. Verboten bleiben lediglich Schimpfwörter sowie Gott, Allah oder Teufel, wie der Tages-Anzeiger zu berichten weiss.

Schöne neue Freiheiten: So hätte sich „Talula does the Hula From Hawaii“ schon bald einer neuen Clique anschliessen können – mit anderen Exoten wie „Heineken“, Kentucky Fried Chicken“ oder „Tokio Hotel“…

Verzierte Banknoten

Ob im Laden, auf der Bank, am Geldautomaten oder im Restaurant: Täglich wechseln unzählige Banknoten ihren Besitzer. Meist macht man sich nicht die Mühe, die Noten etwas genauer zu betrachten. Schaut man sich aber die bei de-noted.com gezeigten Fundstücke an, sollte man das in Zukunft wohl öfter tun…

Verzierter US-Dollar

Mao als Zeichenobjekt

Macht Fernsehen dumm?

Ein Beitrag im „Wissensmagazin“ Galileo vom 6. August auf ProSieben macht es wieder mal deutlich: So ein Job als Hoteltester finden viele erstrebenswert. Schade nur, dass viele bereits während der Suche nach ihrem Traumjob eine Leseschwäche zeigen und nur noch eines im Kopf haben: Gratis in der Weltgeschichte herumjetten…

Der Hintergrund: Tausende Zuschauer der genannten Sendung machten sich in den letzten Tagen via Suchmaschine und dem Keyword „Hoteltester“ auf, um die Chance am Schopf zu packen und landeten auf meinem Reiseblog Travelblogger. Dort existiert seit September 2006 ein Artikel mit dem Titel „Hoteltester gesucht„, den Google ziemlich hoch listet und über die Hotelkette „Small Luxury Hotels of the World“ berichtet, die damals Hoteltester suchte. Wer den Beitrag richtig liest, wird feststellen, dass es sich beim Job als Hoteltester nicht um einen bezahlten Job handelte und man auch die An- und Abreise selbst bezahlen musste. Lediglich die Übernachtungen wurden von der Kette spendiert.

Im Taumel auf die Aussicht auf eine Traumstelle scheinen viele aber das Lesen verlernt zu haben. Stattdessen bewirbt man sich lieber Hals über Kopf in den Kommentaren, freut sich auf Infomaterial oder fragt nach den Verdienstmöglichkeiten, und vergisst dabei, dass man sich mit einer solchen Leseschwäche bei einer Bewerbung wohl selbst disqualifizieren würde…

Das LG Secret KF750 im kurzen Alltagstest

LG Secret KF750

Als das neue Handy aus dem Hause LG hier auf Initiative von Christoph vom LG-Blog vor einigen Wochen eintraf, war ich gespannt. Schliesslich war es das erste Handy von LG, dass ich jemals in den Händen hielt und der Name „Secret“ liess einiges erwarten. Nach gut 3 Wochen im Alltagstest zeigt sich aber, dass es (meinen) Ansprüchen nicht wirklich genügen konnte. Aber der Reihe nach…

Das LG Secret KF750 kommt nicht nur in einer äusserst edlen Verpackung daher, es ist auch selbst sehr ansprechend verpackt. Würde mich nicht wundern, wenn neben den Apple-Freaks auch schon bald LG-Fans Unboxing-Zeremonien feiern würden. Das Handy, ummantelt von Carbon und Metall, wirkt sehr hochwertig, ist designmässig sehr elegant und liegt gut in der Hand. Funktionen wie telefonieren, SMS schreiben, Fotografieren, Musik hören oder im Internet surfen meistert das LG Secret ohne Probleme, wie es sich für ein modernes Handy auch gehört. Alles in allem also ein Handy, dass den normalen Ansprüchen gut gerecht wird.

LG Secret KF750 Unboxing

Leider aber überwiegen die Kritikpunkte das Positive. So ist mir zum Beispiel unklar, welche Kundenschicht LG mit dem Secret anpeilt. Als Businesshandy ist es nur beschränkt nutzbar, was sich beispielsweise in der Implementierung des Mailclients zeigt: Wer wie ich mehrere Hundert Mails im Mailkonto verwaltet und nun per IMAP darauf zugreifen will, wird merken, wovon ich rede. Das Handy ruft nämlich aus unerfindlichen Gründen nicht bloss die letzten bzw. neusten Mails ab (wie das bspw. die SonyEricsson-Geräte tun), sondern will sich komplett mit dem Mailserver abgleichen und damit sämtliche eMails abrufen. So werden Hunderte von Mails bzw. Kopfzeilen auf das Gerät geladen, was ohne Datenflatrate nicht wirklich Spass macht. Doch nicht nur das: Obwohl mit 100 MB internem Speicher ausgerüstet (per MicroSD erweiterbar), wirkt sich das danach spürbar auf die Geschwindigkeit des Gerätes aus, so dass die Bedienung zeitweise zur Geduldsprobe wird. Löscht man die IMAP-Ordner auf dem Handy wieder, läuft auch das Handy wieder flott. Erwähnenswert aber dafür, dass der eMail-Client mit Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien umgehen kann und diese z.B. auch zur Ansicht öffnen kann.

LG Secret KF750

Ein Stolperstein für den Markterfolg könnten die Touchscreen-Funktionen darstellen: Zu Beginn war ich ziemlich verwirrt darüber, dass lediglich die Navigationstasten als Touchscreen funktionieren, allerdings gewöhnt man sich mit der Zeit daran. Zumindest wenn man keine langen Fingernägel hat: Meine Freundin jedenfalls zeigt grösste Mühe mit der Bedienung der Touch-Tasten, denn diese reagieren (logischerweise) nicht auf Fingernägel. Hält sie die Finger anders, kann man sicher sein, dass sie jede Touch-Taste trifft, nur nicht diejenige, die sie eigentlich nutzen wollte. Also scheint das Handy auch nichts für Frauen zu sein.

Seltsam auch, dass der Screen eigentlich „touchfähig“ wäre, das KF750 allerdings nicht dafür ausgelegt ist. Erst der Start einer zusätzlichen (aber bereits installierten) Software offenbart das. Auf einmal lassen sich einzelne Funktionen direkt auf dem Screen per Fingerdruck bedienen. Allerdings scheint das nur ein „Versuchsballon“ zu sein, der allenfalls in einem späteren LG-Handy als integrierter Bestandteil umgesetzt werden soll, denn die Software erlaubt nur, durch Fotos und Dokumente zu blättern, Radio oder MP3-Musik zu hören oder auf Spiele zuzugreifen. Telefonieren oder ähnliches lässt sich jedoch per Touchscreen nicht.

Wirklich geärgert haben mich aber zwei Dinge:

  1. Die Akkuwarnung
    Ich bin es gewohnt, dass Handys nach der Warnung vor tiefem Akkustand noch einige Zeit durchhalten. Nicht so beim LG Secret: Erscheint die Warnung, ist es auch schon zu spät und das Gerät quittiert wenige Sekunden später seinen Dienst. Sehr ärgerlich, wenn man bspw. gerade ein SMS schreibt oder mitten im Telefongespräch ist.
  2. Das Display
    Die Sommertage der letzten Wochen zeigten es eindrücklich: Wer auf dem mit kratzfestem Hartglas geschützten Display etwas sehen will, tut gut daran, Sonnenlicht zu meiden. Leider ist es bei grosser Umgebungshelligkeit nämlich fast unmöglich, etwas auf dem Display zu erkennen.

Trotzdem: Das LG Secret KF750 ist ein gutaussehender Begleiter, das seinem Besitzer treue Dienste leistet, sofern er nicht grossartige Business-Funktionen erwartet, sich mit der Touch-Navigation angefreundet hat und keine langen Fingernägel hat. LG scheint mir bezüglich Verarbeitung und Design auf dem richtigen Weg zu sein und sich damit von der Konkurrenz abzusetzen. Nun gilt es nur noch, die Schwächen in Software und Bedienung auszumerzen. Wer weiss, vielleicht habe ich ja später die Möglichkeit zu testen, ob spürbare Verbesserungen in einem Nachfolgemodell umgesetzt wurden…