24 Stunden lang hat die Stadtpolizei Zürich am Freitag bis in die Morgenstunden des heutigen Samstags über ihre Einsätze getwittert. Und sich dabei viel Verständnis und Goodwill geholt, denn wer weiss schon so genau, was all die Polizisten in der Stadt den lieben langen Tag so tun. Dabei gab es zu erfahren, dass der „Freund und Helfer“ nicht nur zu Einbrüchen, Verkehrsunfällen und Schlägereien ausrückt, sondern sich zum Beispiel auch um tote Krähen, schwimmende Blumentöpfe, Laubbläser und sogar um im Wald herumliegende Tresore kümmert.
Obwohl ich am Freitagmorgen den Polizeitwitterern Gipfeli vorbeibrachte – ganz unverkrampft ist mein Verhältnis zur Polizei auch nicht. Schliesslich hat man ja meist nur mit der Polizei zu tun, wenn man sie lieber nicht sehen möchte. Zum Beispiel weil man mal (klar, völlig unbewusst) zu schnell gefahren ist. Die etwas einseitige Sicht auf die Arbeit der Polizei hat mit dem 24-stündigen Einblick in die Arbeit der Zürcher Stadtpolizei hat bei mir aber doch für viel Schmunzeln und Aha-Effekte gesorgt – und das Bild der Polizei ein bisschen korrigiert…
Alles in allem eine, wie ich finde, sehr gelungene Image-Kampagne der Stadtpolizei Zürich auf Twitter, die ihr viel Sympathie eingebracht hat. So gibts in der Zwischenzeit nicht nur einen Fanclub für den Streifenwagen Limmat 6 (ja, der mit der toten Krähe auf der Fahrbahn), sondern auch einen entsprechenden (Fake-) Twitter-Account. Und auch die Followerzahl hat sich während der 24 Stunden mehr als verdreifacht.
Wer hat sich nicht schon über Parkbussen geärgert oder Polizeifahrzeuge ohne Blaulicht bei verbotenen Verkehrsmanövern gesehen und sich gewundert, wieso die das dürfen. In New York rückt „Jimmy Justice“ Polizisten auf die Pelle, die verbotenerweise vor Hydranten oder auf Bushaltestellen parken, Rotlichter überfahren oder trotz Verbot U-Turns machen. Dass er dabei mit seiner unzimperlichen Art nicht auf grosse Gegenliebe stösst, ist ziemlich klar:
Das erinnert mich daran, dass ich vor einiger Zeit mal einen Artikel über die Zürcher Stadtpolizei schreiben wollte, die immer wieder ganz unbekümmert Fahrverbote ignorieren (Limmatquai) oder Strassen in verbotener Fahrtrichtung (Langstrasse) befahren. Die Stadpolizei hatte aber schon damals die entsprechenden Begründungen bereit. Jan Ingold, Chef Verkehrspolizei bei der Stadtpolizei Zürich, nannte vor allem präventive Patrouillenfahrten, aber auch „nicht dringliche“ Aufträge als Gründe:
Die Erfüllung all dieser Aufträge beschränkt sich leider nicht auf Orte, welche frei zugänglich bzw. befahrbar sind. Die Polizei kennt zwar auch Fuss-, Inlineskate- und Fahrradpatrouillen. Diese sind aber nicht jederzeit und überall einsetzbar, weil sie naturgemäss nicht für jeden möglichen Einsatz die nötige Ausrüstung dabei haben. Z.B. braucht es bereits für eine simple Spurensicherung von Kratzern an einem Fahrzeug einen Spurensicherungskoffer. Gleichzeitig kann einem nicht dringlichen Auftrag jederzeit ein dringlicher Auftrag folgen, weshalb die ausrückenden Polizeifunktionäre mobil bleiben müssen. Ein 10 minütiger Fussmarsch zu einem parkierten Dienstfahrzeug kann plötzlich ein gefährliches Problem darstellen, wenn es beim nächsten Einsatz um Minuten oder gar Sekunden geht.
Und weiter:
Daher ist es immer wieder unumgänglich, dass die Polizei auch ohne den Einsatz von besonderen Warnsignalen zwingend mit einem Motorfahrzeug ausrücken und dabei allenfalls Verkehrsregeln missachten muss. Rechtlich lässt sich dieses Handeln mit der (polizeilichen) Amtspflicht begründen, welche grundsätzlich verbotene Handlungen straffrei werden lässt. Dass dies in einem verhältnismässigen Rahmen und mit der nötigen Vorsicht geschehen muss, versteht sich von selbst. Die Amtspflicht ist aber kein Freischein für eine generelle Missachtung von Verkehrsregeln, sondern die Fahrten müssen auf den Einzelfall hin gegenüber den Vorgesetzten und allenfalls Untersuchungsbehörden dienstlich begründet werden können.
Diese Gründe dürfte wohl auch das New Yorker Police Department während der offenbar nun laufenden Untersuchung nennen, um aus der Videoaffäre wieder rauszukommen…
(via Blogaddict bzw. Netzbürger Brenrhad)
… häufen sich bei schönem Wetter, wie ich immer wieder vor unserem Haus feststellen kann.

Schliesslich tauschen auch Polizisten gern das warme Büro mit der heissen Aussenwelt…
Gestern abend habe ich irgendwo im Fernsehen einen Polizeisprecher einer deutschen Stadt gesehen der stolz erklärte, dass die Kriminalitätsrate an den WM-Austragungsorten nicht merklich gestiegen sei. Peter hat gestern in Dortmund nun doch etwas Kriminalitätsrate abbekommen, denn seine Laptoptasche wurde ihm gestohlen. Zwar ohne Laptop, aber dafür mit dem einen oder anderen nützlichen Utensil drin.
Schön aber, wenn ein Argentinier, der zu Gast bei Freunden ist, ihm um 3 Uhr nachts ein Mail schreibt:
Herrn Hogenkamp,
ich heisse Santiago Mazzia und bin aus Argentinien. Ich habe vor 2 Stunden seine Laptop Tasche in der nähe vom Dortmund Hauptbahnhof gefunden.
ich habe die Polizei angerufen, weil ich wusste nicht was ich machen sollte. Nachdem ich die Polizei angerufen habe, hatte ich bemerkt, dass drinnen waren ein paar personal Karten von Ihnen. Es waren auch dabei viele Schlüssel, und die vom Auto waren auch. Mehr kann ich nicht machen. Ich mache Sie aufmerksam, dass seine Sachen sind bei der Polizei in Dortmund.
Es tut mir so leid, dass nur die Schlüssel, Akku und Kabel vom laptop nur da waren. Ich glaube, jemanden hat Ihnen geklaut.
Ich hoffe, dass Sie auch gesund sind, und niemanden hat Sie wehgetan.
Mit freundlichen Grüsse,
Santiago Augusto Mazzia
Es gibt also nicht nur die Einen, sondern auch die Anderen und das ist gut so. Schön, auch von solcher Hilfsbereitschaft zu hören…
Die Pijama-Polizei von Virus treibt ja bereits seit einiger Zeit ihr Unwesen. Es wurde darum Zeit herauszufinden, ob der Leumund tatsächlich mit einem Bloggrrr-Shirt schläft, wie das gerüchteweise zu vernehmen ist. Also erteilte ich den geheimen Auftrag, dem Blogzampano Leu mal unter die Decke zu schauen:
[audio:http://bloggingtom.ch/sounds/20060626-virus-pijama-leumund-auftrag.mp3]Nach minutiösen Vorbereitungen war die Pijama-Polizei heute morgen mit 10 Mann bei Leu vor Ort. Doch hört selber:
[audio:http://bloggingtom.ch/sounds/20060626-virus-pijama-leumund-story.mp3]Vielleicht immer noch auf Reisen, vielleicht aber auch einfach zu scheu, um sich unter die Bettdecke schauen zu lassen. Wir werden wohl nie die ganze Wahrheit erfahren, gell Herr Leu. Aber immerhin: Ein Geheimnis konnte dank eines anonymen Hinweises gelüftet werden:

Leu schläft nicht im Bloggrrr-Shirt, sondern im Strampler. Nun stellt sich nur noch die Frage, wo er denn bis heute all seine Kinder versteckt hielt 
Dass es hier an der Kreuzung öfters mal zu einem Unfall kommt, ist eigentlich nichts spezielles (mehr). Das scheint sich auch die Polizei zu sagen und lässt sich heute ziemlich Zeit. Immerhin stehen die Beteiligten (und die Unfallfahrzeuge) jetzt schon rund 40 Minuten hier rum und warten auf den Freund und Helfer:

Der Stützpunkt des Verkehrszuges Hinwil ist zwar nur mal 3 Fahrminuten vom Unfallort entfernt, aber dort ist wohl grad Znünizeit? Klar, Unfall ohne Personenschaden, das eilt aus polizeilicher Sicht nicht wirklich. Aus verkehrstechnischer Sicht jedoch schon, immerhin ist das eine Kantonsstrasse mit ziemlich viel Verkehr. Und wenn ich da so zuschaue, haben die Lastwagenchauffeure nicht wirklich Freude an dem Hindernis. Auch nicht ganz einfach, „das Hindernis“ mit einem Sattelschlepper zu umfahren, wenn auch noch (ziemlicher) Gegenverkehr herrscht.
… hat es nicht leicht mit uns Bloggern. Zuerst legt er sich mit ixy an, der in einem harmlosen Post darüber geschrieben hat, dass Torsten nicht verlinkt werden möchte. Zumindest nicht von jedem. Dass darüber geschrieben wird, passt Torsten aber gar nicht, und so schreibt er auch fleissig Kommentare:
Du krambox Webmaster bist ein verlogenes A….. – am Telefon wolltest mir helfen , wolltest mich sogar hier runter nehmen und dann das ….. und soviele SMS habe ich nicht geschickt .Und für algemein gild – Suchmaschinen , richtige Webkataloge , Toplisten Verlinkung inklusive Banner erlaubt . Alle anderen nur mit Genemigung – erstrecht mit Banner , was ja auch Urhebermatrial ist .
oder
Ixy und Co die alle mich schlecht machen bekommen bestimmt keine Frau von Aussehen ab und sind neidig das ich eine bestimmte Domaine habe und daher ziehen sie mich in Dreck , wogegen ich mich bloß bissel wehre
Normalerweise würde man den Troll einfach ignorieren, doch Torsten lässt nicht locker. Kurzerhand hat er Anzeige erstattet und ixy wird nun beschuldigt „auf der Domaine www.krambox.de, unwahre Tatsachen zu verbreiten oder es zu Dulden , „der Geschädigte will nicht verlinkt werden'“ (Originaltext des polizeilichen Anhörungsbogens).
Aber Ixy schlägt zurück und wendet sich kurzerhand an Lawblogger Udo Vetter, der einen kurzen Fünfzeiler darüber schreibt. Das scheint Callboy Torsten aber bereits zuviel zu sein, denn nun droht er Udo mit einer Anzeige und versucht in nicht ganz ernst zu nehmender Manier sogar, via Udos Provider Druck auszuüben.
Ixy und Udo sind nicht die Einzigen, die sich derzeit mit Callboy Torsten herumschlagen, auch der marzipan-junkie, mybigmouth oder Marcel dürfen sich mit Telefonanrufen, eMails und Meldungen an die Provider herumschlagen.
Wer ist der nächste? Ich? Ich habe aber keinen Link zu Torsten gesetzt (Cut&Paste könnt ihr ja selbst: www.xxxichsuchedichx.de). Aber wahrscheinlich gehöre ich ebenfalls zur unerwünschten Spezie der bei Torsten auf der „Sponsoren“-Seite [PDF] genannten Nachrichtenschreiber:
Ich wünsche keine Einträge (gemeint die Nachrichtenschreiber) wo jeder einen unkronntrolierten Kommentar abgeben kann und dies teilweise ohne das die E-Mailadresse von den nicht stimmen muss und wo jeder unkontrolliert und gleich veröffentlicht ist ohne Kenntnis des Seitenbetreibers – Ich spreche dazu 3 Webmaster besonders an .Die jenigen wissen hoffentlich wer gemeint ist .
Na dann bin ich mal gespannt, ob der lange Arm des Gesetzes Torsten bis in die Schweiz reicht und was mir dann vorgeworfen wird.
P.S.: Ich wünsche keine Telefonanrufe in dieser Sache. Ladungsfähige Adresse per Whois, mein Gerichtsstand ist allerdings die Schweiz. Und sollte sich jemand bei meinem Host beschweren wollen: Bitte genau darlegen, welche Aussagen in diesem Post gegen Schweizer Gesetze verstossen. Schliesslich muss das geprüft werden. Jawoll! (Danke Ingmar für die Inspiration für dieses P.S.)
Foto: blick.chDie Szenen wiederholen sich, nur der vorgeschobene Anlass ist ein anderer: Hab ich mich am 1. Mai noch über die Krawallmacher in Zürich aufgeregt, waren es gestern abend nach dem Fussballspiel FC Basel gegen FC Zürich (vorwiegend) Chaoten aus dem Umfeld des FC Basel.
Es mag für die Fans eines jeden Sportclubs enttäuschend sein, wenn „ihr“ Club so knapp den Schweizer Meistertitel an den Gegner verliert. Die gestrigen Ausschreitungen aber hatten nichts mit Fans zu tun, denn die Chaoten waren in der grossen Mehrheit einfache Krawallmacher, die die „Gunst der Stunde“ zum Ausleben ihrer Aggressionen genutzt haben. Dass dabei sogar die gegnerischen Spieler auf dem Spielfeld gejagt wurden, spottet einfach jeder Beschreibung.
Wie war das nochmals nach dem Skandalspiel der Schweizer Nationalmannschaft gegen die Türkei im November letzten Jahr? Da haben alle auf die Türkei eingedroschen, Skandal geschrieen und harte Massnahmen gefordert. Aber eigentlich wäre es angebracht, zuerst einmal vor der eigenen Haustür zu kehren. Nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Euro 2008 in der Schweiz wäre es wohl weise, sich unverzüglich Gedanken über das weitere Vorgehen zu machen. Geredet wurde genug, nun sind Taten angesagt.
Erster Gedanke meinerseits: Wie steht es eigentlich mit der Sicherheit im Basler St. Jakob-Stadion? Kann ein Stadion, welches über keine grösseren Abschrankungen zwischen Spielfeld und Zuschauern verfügt, überhaupt als sicher bezeichnet werden? Immerhin ist der gestrige Vorfall nicht der Erste, wo Zuschauer das Spielfeld in Basel stürmen.
Beim ganzen Frust darf aber nicht vergessen werden, dass die Krawallanten nicht „die“ Basler Fans waren. Das war eine kleine Minderheit, die ich gerne als Krawalltouristen bezeichne und die einfach jede sich ergebende Situation ausnutzen, Schlägereien, Sachbeschädigungen und Strassenschlachten anzuzetteln. Und natürlich ist das nicht nur ein Basler Problem, ähnliches, wenn auch nicht in diesem Ausmass, konnte man ja auch schon in Zürich und anderswo beobachten.
Aber es ist ein Armutszeugnis. Ein Armutszeugnis für den Fussball, der gemäss Fifa völkerverbindend sein soll. Ein Armutszeugnis dass man offenbar nicht mehr an einen Fussballmatch gehen kann, ohne Gewalt befürchten zu müssen. Armselig…
Weitere Stimmen:
„Auf einmal sehe ich einen Motorradfahrer, der von hinten angeschossen kommt, mir bis auf die Stoßstange auffährt und mit der Hand winkt, um mir zu bedeuten: Mach mal Platz.“ K. lacht. Der Angeklagte schweigt. „Ich dachte, der hat Drogen genommen oder so. Er ging ja offensichtlich davon aus, dass ich Platz für ihn mache. Bei einem normalen, nüchternen Menschen kann ich mir das eigentlich gar nicht vorstellen.“
Stimmt. Vor allem wenn die Stossstange zu einem Polizei-BMW gehört der mit Blaulicht unterwegs ist. Oh Mann…
Weiter bei der Frankfurter Rundschau.
(via law blog)