Burma: Das Schweigen der Reiseveranstalter

Immerhin 11 Schweizer Reiseveranstalter bieten derzeit Reisen nach Burma (Myanmar) an. Doch wie äussern diese sich zu ihrem Engagement in einem Land, dass von einem Militärregime unterdrückt wird und wo friedliche Proteste mit massivster Gewalt niedergeschlagen werden? Zumeist gar nicht!

Von den sieben angefragten Reiseveranstaltern hielten es lediglich Kuoni und Hotelplan für nötig, überhaupt zu antworten. Die anderen fünf, namentlich die Diethelm Keller Group (STA Travel, Diethelm Travel Asia), TUI Schweiz, Harry Kolb, Intertravel und Lotus Travel äussern sich offenbar lieber nicht und bieten ihre Burma-Reisen lieber ohne störende Fragen an.

Mehr dazu beim Travelblogger: Schweizer Reiseveranstalter zu Burma

Chinesische Verkehrskunde

Tja, wo darf man da denn noch hinfahren? Rückwärts? Oder ist wenigstens ein „U-Turn“ erlaubt?

Verkehrsschild in China

Der Text unterhalb der Schilder hilft übrigens auch nicht weiter. Gemäss Vincent Chow sagen die chinesischen Zeichen lediglich „Public transports are allowed to turn left“…

(Bild: Lowyat.net)

Free Burma: Persönliches Résumé

Free Burma

Dass sein Beitrag „Appello per la Birmania: STOP Blogging for Birmania“ Pate für die wohl bisher grösste Aktion der Blogosphäre stehen würde, hätte sich Dario Salvelli am 28. September 2007 sicher nicht vorstellen können. Doch kurz nachdem Robert Basic Wind von der Sache bekam und einen ersten Beitrag dazu schrieb, ging die Post ab und es wurde diskutiert und organisiert.

Nach nur sechs Tagen Vorlaufzeit war es dann soweit und der erste Post zum Aktionstag „Free Burma“ erschien um 00:59 Uhr lokaler Zeit in Neukaledonien, gefolgt von unzähligen weiteren Solidaritätsbekundungen auf Blogs und Websites aus aller Welt. Glaubt man Technorati, so wurden über 8’700 Blogposts zum Thema „Free Burma“ geschrieben und auch die Unterschriftenliste auf free-burma.org ist bereits bei 13’800 Unterzeichnern angekommen, was ich doch ziemlich beachtlich finde.

Kritik
Dass eine solche Aktion auch Kritiker hervorruft, ist natürlich ebenso klar. Einige der Hauptkritikpunkte in Kürze:

Die Aktion ist nutzlos, weil damit in Burma nichts verändert werden kann und die Burmesen zudem noch nicht mal von den Solidaritätsbekundungen Kenntnis bekommen.
Das Militärregime wird wegen einer solchen symbolischen Aktion weder die Einsatzdoktrin ändern oder gar die Macht abgeben, klar. Ich glaube nicht, dass sich auch nur ein Teilnehmer der Illusion hingegeben hat, mit seinem Beitrag zum Aktionstag in Burma direkt etwas ändern zu können. Daraus aber zu schliessen, eine solche Aktion sei deshalb nutzlos, ist jedoch grundfalsch, denn auf ein Thema aufmerksam machen kann man nicht nur auf der Strasse sondern durchaus auch virtuell. Kommt dazu, dass Sympathiebekundungen in meinen Augen NIE nutzlos sind. Und zumindest ein Teil der Burmesen dürfte Kenntnis von der Aktion gehabt haben, da Radio Free Asia, welches von Thailand aus in birmanischer Landessprache nach Burma sendet, hat im Vorfeld darüber berichtet.

Warum ausgerechnet Burma? Für andere Krisenherde wie den Sudan oder Tschetschenien interessiert sich ja sonst auch niemand. Wer A sagt, muss auch B sagen…
Immerhin ein Kritikpunkt, den ich grundsätzlich nachvollziehen kann. Sicherlich liegt das wohl einerseits daran, dass Burma „zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ war. Allerdings kommt in meinen Augen auch dazu, dass in Burma keine kriegerische Auseinandersetzung stattfand, sondern friedliche Protestmärsche auf brutalste Art und Weise gestoppt wurden. Dass wir durch Blogger zudem während Tagen quasi „hautnah“ dabei waren, dürfte den Effekt noch verstärkt haben.

Ein interessantes Statement dazu liefert auch die Wissenswerkstatt:

ist es nicht begrüßenswert, daß die Blogcommunity wenigstens jetzt, wenigstens einmal ihr soziales, politisches Gewissen entdeckt? Will man tatsächlich demjenigen, der endlich auf Mißstände aufmerksam geworden ist, verbieten sich nun zu engagieren? Und abgesehen davon: müßte man dann nicht jedes Engagement diskreditieren? Denn: wer sich bei Amnesty International engagiert, demonstriert der nicht, daß ihm die oftmals unwürdige Massentierhaltung gleichgültig ist? Steht folglich nicht jeder, der sich für eine Sache einsetzt, in der Kritik, weil er deshalb andere Mißstände nicht verbessern hilft?

Vielen Exponenten ging es gar nicht um das Thema Burma, sondern einmal mehr darum, möglichst viele Links aufs eigene Blog einzuheimsen und damit die Position ihrer Blogs weiter auszubauen
Sorry, aber bei solchen Behauptungen kommt mir schlicht und einfach die Galle hoch. Natürlich bestreite ich nicht, dass die Aktion auch mir einige Links eingebracht hat. Die Unterstellung, dass die Links jedoch der Grund für die Teilnahme waren, finde ich unter „aller Sau“. Das hätte ich, wenn es mir wirklich um die Links gegangen wäre, wesentlich einfacher haben können. Dann nämlich hätte ich lediglich ein paar Posts zum Thema verfasst, und nicht Stunden investiert um Blogger in anderen Ländern auf die Aktion aufmerksam zu machen, Firmen zur Mithilfe zu bewegen oder Pressetexte in der Welt herumzuschicken.

Persönliches Fazit

No more looking away - Free Burma

Aus meiner Sicht war die Aktion ein voller Erfolg, auch wenn einiges besser (oder anders) hätte laufen können. Doch daraus kann man für ähnliche „Mobilisierungsaktionen“ nur lernen. Für einen Aktionstag, der in noch nicht einmal einer Woche „aus dem Boden gestampft“ wurde, darf sich der Erfolg allemal sehen lassen.

Allerdings bleibt für mich derzeit offen, ob ich mich in Zukunft noch einmal (öffentlich) für eine solche Aktion einsetzen werde. Ich hatte mir bereits am Anfang von „Free Burma“ überlegt, ob ich daran teilnehmen soll, denn thematisch passt das Thema nun nicht wirklich in mein Blog. Ich war (und bin) aber von den Ereignissen in Burma erschüttert, weshalb ich persönlich mit der Teilnahme ein Zeichen setzen wollte. Dass ich mich danach (und wahrscheinlich nun auch noch einmal in den Kommentaren) aber fast noch dafür rechtfertigen und mir Linkgeilheit etc. vorwerfen lassen muss, verdirbt mir die Laune jedoch ziemlich.
Ja liebe Kritiker, damit dürfte dann wohl auch das Thema Sudan, Tschetschenien etc. erledigt sein, denn ein Post zu diesen Themen müsste in euren Augen ja dann genauso nutzlos sein, wie die „Free Burma“-Kampagne…

(Bilder: free-burma.org | MoonSoleil)

Der PageRank-Balken bewegt sich…

Ob der Relevanz von Googles PageRank scheiden sich die Geister. Während die Länge des grünen Balkens früher das Mass aller Dinge war, scheint das heute nicht mehr ganz so wichtig zu sein. Aber die Lager sind noch immer gespalten, wie das zwei Blogposts zum offenbar anlaufenden PageRank-Update zeigen. Der eine freut sich ungemein

Keine Falschmeldung, kein Hoax, mein voller Ernst und von 2 Kollegen bestätigt! Das Pagerankupdate ist wahrscheinlich gerade angelaufen!! Von fast allen SEOs und Domainhändlern sehnsüchtig erwartet und mit unendlicher Spannung herbeigesehnt kommt nun endlich.

… während der andere nur müde lächeln kann:

Mir ist es wurscht, den meisten SEOs ist es wurscht, einigen Hobby-SEOs nicht und den meisten Linkverkäufern und Linkkäufern ist es auch nicht egal, weil der PageRank ihre Währung ist.

Wie wichtig Googles PageRank nun wirklich (noch) ist, weiss wohl nur Google selber. Ich meinerseits kann nur hoffen, dass der Wert nicht mehr so relevant ist, denn der Suchmaschinengigant scheint mir immer wieder böse Streiche spielen zu wollen. Zuerst nimmt er mir einen happigen Anteil von Besuchern weg und dann klaut er mir sowohl beim Travelblogger wie auch hier noch je einen PageRank.

Immerhin: Die Referrals via Googlesuche nehmen seit Wochen wieder kontinuierlich zu. Vielleicht geschieht das ja auch beim nächsten PageRank-Update. Und wenn nicht, hole ich mir dann halt Hilfe beim Profi und ändere meinen Pagerank manuell

Statistik zur Free Burma-Unterschriftenliste

Die Unterschriftenliste der Free Burma-Aktion wächst auch nach dem eigentlichen Aktionstag nach wie vor weiter und die Teilnehmerzahl liegt unterdessen bei 12’427 „Symphatisanten“. Mit den Daten von heute morgen um 10 Uhr (11’302 Teilnehmer) habe ich eine kleine Statistik über die Herkunft der Teilnehmer erstellt.

Insgesamt haben Personen aus 146 Ländern mitgemacht, was ich ziemlich beachtlich finde. Die meisten Teilnehmer (2950) kommen aus Deutschland, was allerdings auch nicht weiter verwunderlich ist. Schliesslich wurde ein Grossteil der Aktion aus unserem nördlichen Nachbarland heraus geplant. Erstaunlich finde ich hingegen, dass auf Platz 2 bereits die USA mit insgesamt 1119 Unterzeichnern folgt, denn wer hätte schon gedacht, dass der Aktionstag auf der anderen Seite des Atlantiks überhaupt eine Resonanz findet. Platz 3 und 4 geht an Spanien und Italien mit 903 bzw. 850 Teilnehmer. Die Schweiz und Österreich liegen auf den Plätzen 9 und 10, wo bisher 324 bzw. 296 Personen mitgemacht haben.

Eine kleine Einschränkung zu den Zahlen gibt es allerdings: Ich habe die Daten weder auf Dubletten noch auf ihre „Gültigkeit“ geprüft. Vorausgesetzt, dass die User vor allem das Land richtig in das Formular eingegeben haben, ist es aber doch erstaunlich, woher überall Solidaritätsbekundungen eingegangen sind.

Free Burma-Teilnehmerstatistik:
Sortiert nach Land [PDF, 8kb]
Sortiert nach Teilnehmerzahl [PDF, 8kb]

Ein kleines Resumé zum Aktionstag „Free Burma“ aus meiner Sicht, folgt später hier in diesem Blog…

Free Burma!

Free Burma - One Blogpost for Burma

[flv:/wp-images/multimedia/20071004-free-burma.flv /wp-images/multimedia/20071004-free-burma.jpg 380 313]

(Video: mdy3vil)

Das Internet und die Urheberrechte

Dass Urheberrechte im Internet nicht immer die nötige Beachtung finden, zeigte sich in den letzten Monaten immer wieder. Da gibt es kleinere Fische, die mit fremdem Beiträgen zum Beispiel ihre soeben gegründete Artikel-Plattform ins richtige Licht setzen wollen und dann erstaunt sind, wenn das Tun trotz Ausflüchten ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt wird.

Auf der anderen Seite grosse Zeitungen wie zum Beispiel die FAZ, die schon mal Texte von Günter Grass „verkauft“, ohne dass sie die dazu nötigen Rechte besitzen würde. Aber auch andere Zeitungen machen lieber selber Kohle, ohne die entsprechenden Autoren an den Einnahmen zu beteiligen.

Manchmal frage ich mich schon, wohin uns diese Entwicklungen noch führen werden. Klar ist, dass das Internet vieles einfacher macht: Die widerrechtliche Weitergabe von geschützten Inhalten, aber auch deren Aufdeckung.

Anonyme Drohung gegen Free Burma-Teilnehmer

Sicher, die Burma-Lastigkeit in Blogs ist derzeit unübersehbar und ich kann auch verstehen, dass das den einen oder anderen nervt. Weshalb irgendwelche Menschen dabei aber auf die Idee kommen, Drohungen der besonderen Art zu verschicken, ist mir ein Rätsel:

Solltest du dich am Donnerstag mit deinem Weblog an der schwachsinnigen Seo-Aktion „Free-Burma“ von Basicthinking beteiligen, wozu wegen deines Eckbanners der Verdacht besteht werden wir dafür sorgen das du und dein Weblog aus der Blogosphere so wie aus den Suchmaschinen komplett verschwindet. Wenn du möchtest das dich niemand mehr lesen kann dann nehme einfach teil. Wir haben dich so mit informiert was geschehen wird! Hochachtungsvoll A-Blogger-Scene

Ich persönlich habe zwar (noch) kein solches Mail bekommen, Thomas von „Nicht spurlos“ durfte damit heute allerdings Bekanntschaft machen. Ok, die diversen kritischen Stimmen zur Aktion hab‘ ich gehört, allerdings gibt es dazu auch einige gute Antworten.

Ich hab‘ kein Problem mit Diskussionen, denn zu jedem Thema gibts es Pro und Contra. Für anonyme Mails wie das obige habe ich jedoch keinerlei Verständnis…

NOW: Die revolutionäre Uhr

Eine Uhr ist etwas praktisches: Man weiss zu jeder Zeit, wie spät es ist. Zumindest wenn sie präzise läuft, die Batterie nicht gerade leer ist, oder man nicht gerade in einer anderen Zeitzone angekommen ist. Mit der neuen Uhr „NOW“ gehören aber auch solche Probleme der Vergangenheit an.

Neue Uhr: NOW

„NOW“ – Immer die richtige Uhrzeit. Weltweit.

Da kann auch die sizilianische Art der Zeitansage nicht mehr mithalten… 😉

Free Burma-Aktionstag am 4. Oktober 2007

Nun nimmt die am Freitag angekündigte Aktion „Free Burma“ konkrete Formen an. Am Donnerstag, 4. Oktober 2007 findet der Aktionstag zur Unterstützung der friedlichen Revolution in Burma unter dem Namen „Free Burma“ statt.

Free Burma

Die Webseite Free Burma! gilt als offizielle Webseite des Aktionstages und im Wiki unter http://blogaktion-burma.stots.de/ werden die Aktionen koordiniert. Ziel ist es, ein Zeichen für den Frieden zu setzen und den Menschen, die ihr grausames Regime ohne Waffen bekämpfen, unsere Sympathie zu bekunden. Die teilnehmenden Blogger werden am 4. Oktober 2007 lediglich einen einzigen Blogbeitrag veröffentlichen: Ein Banner mit dem Text „Free Burma!“

Und nun seid ihr gefragt!
Ich freue mich über jede Unterstützung bzw. jeden Blogger, der an der Aktion teilnimmt. Bereits jetzt ist sind Blogger aus allen Herren Ländern wie bspw. Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, dem Mittleren Osten, den USA, Brasilien und der Schweiz an der Aktion beteiligt. Aber nach wie vor ist jede Hilfe willkommen. Die Informationen, wer was wo und wie tun kann, finden sich im Wiki sowie in Roberts Post zum Thema.

Neben vielen Reaktionen in Blogs gibts auch bereits ein erstes Pressecho: Im Heise-Newsticker sowie in einem Telepolis-Artikel. Wer mithelfen will die Aktion weiter bekanntzumachen. kann auch für die entsprechenden Artikel bei YiGG, Digg, Technorati und Facebook voten.

(Bild: BreakingNews)