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BlogTipp der Woche: zentao blog

Im Rahmen der Aktion „BlogTipp der Woche“ stellt sich hier jede Woche ein neues Blog vor. Damit die Leser nicht nur vom Blog, sondern auch vom Autor einen Eindruck bekommen können, stammt der Text direkt aus der Feder des jeweiligen Blogautors.

Ich bin 63 Jahre alt und Blogge seit fast zwei Jahren. Zu meinem Blog kam ich wie die Jungfrau zu ihrem Kinde, eines Tages meinte mein Sohn, ich würde jetzt ja genug Zeit haben und etwas zu erzählen hätte ich ja auch. Er hat mir einfach einen Blog bei WordPress eingerichtet und seit dem Blogge ich. Seit 15 Jahren mache ich Zen, für die die nicht wissen was Zen ist; hier der Link zu http://de.wikipedia.org/wiki/Zen.

BlogTipp der Woche: zentao blog

In meinem Blog versuche ich meine Erfahrung aus dem Zen, gelesenes, gehörtes aber auch alltägliches, wenn möglich mit einem spirituellem Hintergrund in schriftlicher Form umzusetzen. Ich weiss, dass das nicht unbedingt ein Blog für die grosse Masse ist, aber das muss es auch nicht, weniger ist oft mehr. Auch nach 15 Jahren Zen, bin ich immer noch, nur ein „Zen Schüler“ und in keiner weise fehlerfrei. Ich schreibe natürlich nicht nur über Zen, das währe für einige etwas zu Einseitig, vieles was ich schreibe hat natürlich mit Zen und Buddhismus zu tun, darum ist das auch Buddhismus-Blog und ein Zen-Blog. Ich bin ein grosser Fan von Country-Musik und ich stelle regelmässig schöne Videos auf einer Country-Musik Spezial Seite vor, darum ist das auch ein Country-Musik-Blog. Ich bin auch ein begeisterter Fotograf darum ist das auch ein Foto-Blog. Kochen und Backen sind Hobbys von mir, darum ist das auch Rezept-Blog. Regelmässig gehe ich auf Reisen und stelle nachher einen Reisebericht in meinen Blog, darum ist mein Blog auch ein Reise-Blog. Auf meinem Blog stelle ich schon lange immer wieder unbekannte Blogs, auf meiner Seite Spezielle Blogs vor.

Alles Gute, liebe SonntagsZeitung

SonntagsZeitung: Alles Gute, liebe SonntagsZeitung

Jahrelang war ich Abonnent und erfreute mich an den Sonntagen den mal besseren, mal schlechteren Nachrichten in Deinem Blatt. Nach einer Abo-Pause habe ich es nun erneut mit Dir probiert, aber wie es scheint, willst Du nichts mehr von mir wissen. Fürchtest Du Dich vor mir, weil ich ein Onliner bin? Dabei habe ich doch mit meiner Schnupper-Abo-Bestellung gezeigt, dass ich Dir nicht grundsätzlich abgeneigt bin. Und auch was Deine Schüchternheit betrifft, im Briefkasten auf mich zu warten, hatte ich lange Geduld. Aber nun ist mein Geduldsfaden endgültig gerissen.

Erinnerst Du Dich an Mitte November letzten Jahres, als ich Dich mit meiner Abo-Bestellung einlud, in Zukunft jeden Sonntag bei mir im Briefkasten zu liegen? Zweimal hast Du Dich daraufhin getraut und lagst druckfrisch für mich bereit. Die zwei darauffolgenden Sonntage jedoch fand ich Dich nicht im Briefkasten. Wo warst Du bloss? Ich wollte Dich nicht verlieren und meldete Deine Absenz per eMail dem Abo-Service, der aber nicht auf meine Nachricht reagierte. Einen Sonntag später hattest Du ein Einsehen mit mir und lagst, erneut druckfrisch im Briefkasten, aber nur, um am darauffolgenden Sonntag wieder mit Absenz zu glänzen.

Der Mann beim Abo-Dienst, den ich nach Deinem Verschwinden benachrichtigte, war denn auch erstaunt, dass Du mich, trotz meines eMails, nicht mehr weiter sehen willst und versprach, das an „höhere Stellen“ weiterzuleiten. Allerdings nutzte das auch nichts. Du bliebst seither Sonntag für Sonntag verschollen, so dass ich mich bereits damit abgefunden hatte.

Letzte Woche dann aber ein Lebenszeichen von Deinem Verlag. Da wagte doch tatsächlich ein Verkäufer einen Anruf, weil das Probe-Abo abläuft und er mir gerne ein Jahres-Abo mit Dir verkaufen wollte. Ein Jahres-Abo des Verschwindens, oder wie? Immerhin, der Verkäufer gelobte sofortige Besserung und Verlängerung des Probe-Abos um die nicht erhaltenen Ausgaben.

Und so war ich heute morgen voller Vorfreude auf Dich und wagte den Gang zum Briefkasten. Allerdings nur um festzustellen, dass Du mich erneut verarscht hast, liebe SonntagsZeitung. Da ist weit und breit keine Spur von Dir.

Darum: Danke, liebe SonntagsZeitung, es war eine schöne Zeit mit Dir. Aber wie es scheint, ist die Ära der Printzeitung endgültig vorbei. Zumindest bei Dir, da Du Dich ja nicht mehr blicken lassen willst. Nun denn, ich wünsch‘ Dir alles Gute für die Zukunft! Aber vergiss nicht: Die Rechnung für das Probe-Abo kannst Du Dir ans Bein streichen! Wehe, da kommt eine Zahlungserinnerung…

Irgend ein Mitbewerber, der gerne die freigewordene Lücke füllen will? Ich schau gern nächsten Sonntag in den Briefkasten…

Notwasserung im Hudson als Web-Ereignis

Die dramatische Notwasserung eines US-Airways-Jets gestern Nacht zeigte einmal mehr, dass in Zeiten des Internets Nachrichtenagenturen längst nicht mehr „schnell“ sind. Zum Zeitpunkt, als ich über Twitter vom im Hudson River treibenden Airbus A320 erfuhr, war davon, zumindest in der Schweiz, noch weit und breit nichts zu hören. Keine Radio- oder TV-Meldung, keine Meldungen auf Online-Newssites.

US Airways treibt im Hudson River

Und dann auch noch das: Janis Krums, der zufällig auf einer Hudson-Fähre unterwegs ist, die den Flugzeugpassagieren zu Hilfe eilt, schiesst ein spektakuläres Foto, und lädt es auf twitpic hoch. Kurz danach brechen die Server des Dienstes unter dem Ansturm zusammen. Kein Wunder, schliesslich hat er damit wohl eines der eindrücklichsten Fotos des Unglücks gemacht, und das lange bevor andere, „offizielle Fotos“ verfügbar waren. Andere Augenzeugen laden ihre Fotos auf flickr und zeigen damit Bilder, die keine Fotoagentur liefern kann. Und sogar noch mehr: Durch die Creative-Commons-Lizenz sind für einmal Bilder verfügbar, die auch in Blogs verwendet werden dürfen.

US Airways treibt im Hudson River

Heute sind die Fotos in allen Berichten der Online-Medien über das „Wunder auf dem Hudson“ zu sehen. Schade aber, dass die Medien es einmal mehr nicht schaffen, den Fotografen ihren Tribut zu zollen und diese beim Namen zu nennen. Wie zum Beispiel der Tages Anzeiger: Der zeigt zwar in einer ellenlangen Fotogallerie alle möglichen Fotos und erwähnt brav den von der Agentur Keystone verlangten Copyrighthinweis. Von den Namen der „Privat-Fotografen“ aber keine Spur. Schade…

(Fotos: Janis Krums/twitpic und grego!/flickr)

3-2-1, meins: 46’902 Euro für Basic Thinking

Nun ist es also klar: Deutschland meistverlinktes Blog Basic Thinking von Robert Basic ging vor wenigen Minuten via Ebay für 46’902 Euro an einen neuen Besitzer. Damit hat die zumindest in Bloggerkreisen wohl aufsehenerregendste Blog-Auktion sein Ende. Zumindest vorläufig, denn das Blog und damit auch der neue Besitzer werden in den nächsten Wochen wohl unter Dauerbeobachtung stehen.

Basic-Thinking - Ebay-Gebotsliste

Der Preis allerdings erstaunt mich nun doch etwas: Die Schätzungen, wonach das Blog zu einem Endpreis zwischen 50’000 und 100’000 Euros über den Tisch geht, haben sich offensichtlich nicht bewahrheitet. Und das trotz des Medien-Hypes, der in den letzten Tagen durch den (Online-) Blätterwald rauschte. Andererseits sind fast 47’000 Euro auch so genug Geld und dürfte Basic Thinking zum teuersten, je verkauften Blog im deutschsprachigen Raum machen.

Robert hatte sich bereits im Laufe des heutigen Tages in seinem (nun) ehemaligen Blog von seinen Lesern verabschiedet und wird sich wohl erst mal zurücklehnen und die Abwicklung der Transaktion abwarten. In Zukunft soll es dann auf seinen beiden neuen Blogs Buzzriders.com und RobertBasic.de weitergehen. Allerdings sind beide Sites noch nicht wirklich bereit für Roberts Neustart, wie ein Screenshot der Schafseite, ääh Privatseite zeigt:

robertbasic.de - Schafweide

Aber so wie ich Robert kenne, wird die Zeit bis zu seinem Neustart nicht lange sein. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass er lange ohne eigenes Blog leben kann…

[Update] 21:11 Uhr
Inzwischen hat sich auch der Käufer in einem ersten kurzen Beitrag „geoutet“. Es handelt sich dabei um die Firma serverloft, einem Rootserver-Anbieter aus Hürth bei Köln. Dort gibts es sogar bereits eine entsprechende Pressemitteilung.

Bei der SBB geht Sicherheit vor

Die SBB nimmt die Sicherheit ernst. Nicht nur auf der Schiene, sondern auch was den Zugang zur Website angeht. Wer sein vergessenes Passwort anfordert, kriegt darum auch seinen Benutzernamen nicht zu sehen. Sagt die SBB. Vorbildlich, könnte man meinen. Nur: Das Antwort-Mail sagt was anderes:

SBB Password Recovery - Aus Sicherheitsgründen...

(via Mail. Danke Christoph!)

Stumme Videos: YouTube unterdrückt Audiospur

YouTube scheint ein neues „Feature“ im Kampf gegen Copyright-Verletzungen zu testen und unterdrückt den Ton von betroffenen Videos. So bleibt zwar das Video online, ist aber nur als Stummfilm zu sehen.

YouTube - Audiospur ade

Während die Rechteinhaber bisher wählen konnten, ob ein betroffenes Video ganz vom Portal verschwinden soll oder ob sie Tantiemen in Form von Erlösen aus Werbebannern erhalten wollen, scheint das Unterdrücken der Audiospur nun die neuste Idee aus dem Hause Google/YouTube zu sein (siehe hier, hier oder hier).

Fraglich bleibt, was das bringen soll. So hält man zwar die Anzahl an Videos hoch, doch die meisten dürften ohne Sound für den Betrachter eher nutzlos sein (siehe auch die Kommentare hier). Kommt dazu, dass gerade im Fall von Musikvideos auch ohne Sound Urheberrechtsansprüche resultieren. Nämlich am Video selbst…

[Update] 15.01.2009
YouTubes Erklärung zu den Stummfilmen findet sich hier

(via Techcrunch)

Der beste Job der Welt

Best Job of the World

Na wenn das mal kein sensationelles Job-Angebot ist, dass das Tourismusbüro Queensland in Australien derzeit ausgeschrieben hat. Gesucht wird ein „Inselwart“, der aber nicht wirklich viel zu tun hat, ausser der Welt in Blogbeiträgen mitzuteilen, wie traumhaft die 600 Inseln rund um das Great Barrier Reef sind.

Das Salär von 150’000 australischen Dollar (rund 113’000 Franken) ist aber nicht alles, was man während des sechsmonatigen Aufenthalts erhält. Dazu gibt gratis eine Villa inklusive Gästezimmern 3-Zimmer-Wohnung, Jacht, Jet-Ski und Golfbuggy in der Nähe der Whiteheaven Beach auf Hamilton Island. Und wer im September aus den Fenstern der Wohnung schaut, kann sogar vorbeiziehende Wale beobachten. Bei diesem Package versteht es sich von selbst, dass auch die Anreise nach Australien auf Kosten der australischen Touristiker geht.

Hamilton Island - Queensland - Australien

Ok, einen Haken hat die Sache, wie auch in der Jobausschreibung zu lesen ist. Ein paar Sachen gibts nämlich doch zu tun, z.B.

  • Feed the fish – There are over 1,500 species of fish living in the Great Barrier Reef. Don’t worry – you won’t need to feed them all.
  • Clean the pool – The pool has an automatic filter, but if you happen to see a stray leaf floating on the surface it’s a great excuse to dive in and enjoy a few laps.
  • Collect the mail – During your explorations, why not join the aerial postal service for a day? It’s a great opportunity to get a bird’s eye view of the reef and islands.

Interesse am bezahlten Ferienjob? Video-Bewerbungen in Englisch und mit maximal 60 Sekunden Länge nimmt die Tourismusbehörde ab sofort bis zum 22. Februar 2009 via islandreefjob.com entgegen. Geduld ist allerdings gefragt, denn die erwarteten 30’000 Teilnehmer legen immer mal wieder den Webserver lahm. Zehn Kandidaten plus der „Publikumsliebling“, der am meisten Stimmen via islandreefjob.com erhält, werden danach zwischen dem 3. und 7. Mai auf die Inseln des Great Barrier Reef eingeladen, wo sie zeigen müssen, wie gut sie tauchen, segeln oder halt einfach Ferien machen können. Der Gewinner wird ab 1. Juli 2009 dann ein halbes Jahr lang die Inselwelt von Queensland erkunden können.

Ich glaub, ich muss mir ernsthaft einen Drehbuchautor und einen Videofilmer für meine Bewerbung suchen. Anyone?

(Foto: flickr/Prescott)

Radio-Blogger gibt auf

Radio-Zürisee-Moderator Gerry Reinhardt verabschiedet sich nach etwas mehr als 2 1/2 Jahren vom bloggen. Als Moderator und Journalist sei er zu exponiert um weiter seine persönliche Meinung frei zu äussern, wie er im Abschiedspost auf „Abenteuer eines Radiomoderators“ schreibt:

In meiner Position als Radiomoderator und der Bekanntheit dieses Blogs lässt es sich nicht mehr frei und ungezwungen schreiben. Wenn ich über Coop schreibe, muss ich befürchten, dass sie keine Werbung mehr in meinem Radio schalten, wenn ich über Promis schreibe, muss ich damit leben können, dass sie mir keine Interviews mehr geben. Es geht nicht mehr. Sorry.

Bereits früher, als das Blog noch in der Site von Radio Zürisee integriert war, gab es offenbar Probleme mit seinem Arbeitgeber. So sei sein Blog dort zensuriert und umgeschrieben worden, was er damals zum Anlass nahm, ein eigenes, vom Radio unabhängiges Blog zu eröffnen.

Grundsätzlich ist jede Einmischung in private Angelegenheiten durch den Arbeitgeber ja zu verurteilen. Kritischer kann es aber werden, wenn der Blogger aus seinem Arbeitsalltag erzählt, erst recht wenn er, so wie Gerry zeitweise, ziemlich hart mit Firmen und Prominenten umgeht. Anderseits waren die Stories über die Schwierigkeiten des Journalisten mit Interviewpartnern und ähnliches gerade das Salz in der Suppe von Gerrys Blog. Doch die Nähe zwischen dem Geschriebenen und seinem Berufsalltag war in diesem Fall wohl einfach zu nahe, auch für Gerry selbst.

Obwohl nachvollziehbar ist es schade, dass Gerry sein Blog nun dicht macht. Gerade solche „Insights“ werde ich in Zukunft wohl vermissen…

(via eigent.li/ch)