Neues Urheberrecht: Vorsicht beim verlinken

Das seit 1. Juli 2008 geltende revidierte Urheberrechtsgesetz bringt einige Änderungen mit sich. Aus rechtlicher Sicht besteht aber noch manche Unsicherheit, die wohl erst ein Gerichtsurteil klären kann. So ist es zwar Fakt, dass Software, die bspw. einen Kopierschutz von geschützten Dateien entfernen kann, ab sofort verboten ist:

Verboten sind das Herstellen, Einführen, Anbieten, Veräussern oder das sonstige Verbreiten, Vermieten, Überlassen zum Gebrauch, die Werbung für und der Besitz zu Erwerbszwecken von Vorrichtungen, Erzeugnissen oder Bestandteilen sowie das Erbringen von Dienstleistungen […]

Allerdings gibt es nach wie vor ein Recht auf Privatkopie. Wer einen Kopierschutz umgeht, um damit lediglich eine Privat- oder Sicherheitskopie zu erstellen, macht sich nicht strafbar. Absurd allerdings, dass man in diesem Fall zwar eine Kopie herstellen darf, die dazu nötigen Tools aber (in der Schweiz) nicht legal beschaffen kann.

Ungemach könnte nun aber auch allen (Online-) Publikationen drohen, die irgendwo in ihren Archiven einen Link auf die Homepages solcher Kopiertools gesetzt haben. In Deutschland klagt sich diesbezüglich der Heise Verlag seit drei Jahren durch die Instanzen um zu klären, ob ein einfacher Link in einem Bericht rechtlich zulässig ist oder nicht. Auch in der Schweiz wird es dazu wohl erst ein Gerichtsurteil brauchen, um diese Frage zu klären.

Dazu Emanuel Meyer, Leiter Rechtsdienst Urheberrecht und verwandte Schutzrechte beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum:

Die schweizerische Regelung der Umgehungstools entspricht genauso wie diejenige Deutschlands derjenigen der massgeblichen EU-Richtlinie. Was im Einzelfall verboten ist, wird der Richter entscheiden müssen. Angesichts der Vergleichbarkeit der deutschen und der schweizerischen Regelung, ist anzunehmen, dass sich ein Schweizer Richter von ähnlichen Überlegungen leiten lässt, wie seine deutschen Kollegen. Der bisherige Verlauf des Heise-Falls, auf den Sie anspielen, deutet eher darauf hin, dass eine solche Verlinkung nicht zulässig ist.

Was aber, wenn ein Hersteller neben einer nun verbotenen Software auch „legale“ Programme anbietet und man einen Link dorthin setzt? Nochmals Emanuel Meyer:

Auch hier kann keine generelle Antwort gegeben werden. Es kommt auf die Umstände des Einzelfalles an. Ein Beispiel mag dies verdeutlichen. Nehmen wir an, ein Anbieter stellt zwei Produkte her; ein legales und ein illegales. Wer ausschliesslich auf das legale Produkt hinweist und einen Link setzt, geht auf jeden Fall ein deutlich geringeres Risiko ein als jemand, der auf das illegale Produkt hinweist und einen Link setzt

Die Lage ist derzeit also alles andere als glasklar. Allerdings empfiehlt Meyer aufgrund des „doch eher grossen Risikos, dass ein Verlinken auf Anbieter wie denjenigen im Heise-Fall eine Verletzung des Schutzes technischer Massnahmen darstellt“, ein vorsorgliches Löschen solcher Links, wie das zum Beispiel der PCTipp bereits getan hat.

Bleibt die Frage, ob man überhaupt noch Berichte über solche Tools schreiben darf, ohne mit rechtlichen Konsequenzen rechnen zu müssen. Doch auch hier gibts keine eindeutige Antwort. Während der PCTipp davon ausgeht, sich strafbar zu machen, wenn redaktionell über den Einsatz solcher Tools berichtet wird, wiegelt Meyer ab:

Berichterstattung ist nicht verboten. Verboten ist aber die Werbung/Verkaufsförderung für Umgehungstools. In manchen Fachzeitschriften lesen sich Berichte manchmal wie Werbung für ein Produkt und das kann natürlich problematisch sein.

Da wird wohl noch einiges auf uns bzw. die Gerichte zukommen, bis alle Facetten dieser neuen Regelungen endgültig geklärt sind…

Der EM Brillen-Heini

Eigentlich ist für mich die EM nach dem Ausscheiden der Schweiz bereits zu Ende und doch läuft offenbar immer noch Fussball. Da bleibt mir nur, trotzdem gute Miene zum Spiel zu machen und die rosa schwarz-rot-goldene Brille aufzusetzen.

EM-Brille

Coole Brille, die mir der netzoptiker da geschickt hat… wenn da nur das Schweizer Kreuz draufgedruckt gewesen wäre :mrgreen:

Wie man es nicht machen sollte…

Man nehme vier beliebige Beiträge aus verschiedenen Blogs. Zum Beispiel

Dazu mische man etwas Unverfrorenheit (oder Unwissenheit) und die Hoffnung, nicht entdeckt zu werden. Und schon hat man sein eigenes Blog. Wenn doch nur alles im Leben so einfach wäre…

[Update] 15:05 Uhr
Mit einer solchen Schnelligkeit habe selbst ich nicht gerechnet: Nur 44 Minuten nach Veröffentlichung dieses Beitrags hat sich der Betreiber des Copyblogs per Mail gemeldet und schreibt:

Ich bitte Sie in Ihrem Beitrag den Link zu meiner Webseite zu entfernen. Wie ich es schon Herrn Koller per Mail mitgeteilt hatte, dient dieser Blog zu reinen Testzwecken. Ich habe ein Script getestet, welches RSS Feeds anderer Blogs einließt. Mir ist es auch nicht wirklich klar, wie Sie auf meine Webseite aufmerksam geworden sind.

Ich möchte nocheinmal betonen, dass ich diese Feeds in keinerlei böser Absicht auf dem Blog veröffentlicht hatte. Es diente, wie schon gesagt, zu reinen Testzwecken.

Nun gut, wollen wir der Erklärung für einmal Glauben schenken und den Link zum Blog (das in der Zwischenzeit offenbar gelöscht wurde) wieder entfernen. Trotzdem stellt sich mir die Frage, was man vorhatte, wenn man ein Script testet, das gezielt RSS-Feeds anderer Blogs einliest.
Aber noch zur Frage, wie ich auf das Blog aufmerksam wurde: Wer auf meinem Blog gehostete Bilder verlinkt, braucht sich nachher nicht zu wundern, wenn ich aktiv werde…

Frauenhandel auf ebay?

Natürlich gibt es keine Frauen auf ebay zu ersteigern. Und doch erwecken Auktionen wie diese auf den ersten Blick genau diesen Eindruck. In der Nacht auf heute Dienstag hat Amnesty International erneut eine Aktion gegen Frauenhandel gestartet und nutzt dieses Mal die Auktionsplattform ebay als Bühne. Über 200 Amnesty-Mitglieder sollen individuell gestaltete Auktionen gestartet haben um auf die Problematik hinzuweisen.

ebay-Auktion: Stopp Frauenhandel

So finden sich seit heute neben „Kyouko Mitsubishi“, „Talisha Gobelin“ und „Natsuki Olaz“ auch „Mercedes, 1986, Luxus pur“, „Nila Pioneer, braun/schwarz, direkt zustellbar“ und „Toshiba, nur kurze Zeit zum Sonderpreis!“ viele weitere fiktive Auktionen in den ebay-Angeboten.

Die Aktion reiht sich in die bisherigen Aktionen der Kampagne „Euro 08 gegen Frauenhandel“ ein, die den Betrachter genau dann einholen will, wenn er am wenigsten damit rechnet, mit dem Thema konfrontiert zu werden. Neben Plakaten mit auf den ersten Blick perfekten Frauenbeinen ist die Kampagne auch in den Stadien und Public Viewing-Zonen mit einem Spot präsent.

 

Tele2 Mobile-Blog eingestampft

Das ambitiöse Projekt von Tele2, mit dem „Schweizer Mobile Blog“ als erster Schweizer Telco ein Mobile-Blog zu starten, ist schon gestorben, bevor das Blog überhaupt das Licht der Öffentlichkeit erblicken durfte. Wie Trigami heute den beteiligten Bloggern mitteilte, wird „das Projekt im gegenwärtigen Status beendet“. Und weiter:

Tele2 evaluiert gegenwärtig neue Strategien, weshalb die Aktivitäten im Mobilebereich ausgesetzt werden, davon sind insbesondere Marketing und Sales betroffen. Da die Aktivitäten in den gegenwärtigen Saleschannels nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben, werden die Ausgaben in diesem Bereich auf ein Minimum reduziert.

Tele2 Mobile Blog

Damit fällt das Blogprojekt dem durch das schwedische Mutterhaus verordneten Sparkurs in Sachen Mobilfunk zum Opfer. Gemäss Matts Tilly, Chef von Tele2 Schweiz wolle der Konzern in einer strategischen Analyse prüfen, „ob sich das Mobilfunkgeschäft für Tele2 in Zukunft noch lohnt„.

Zwar stieg die Anzahl der Tele2 Handy-Abos im ersten Quartal 2008 von 44’000 auf 91’000, doch die Gesamtzahlen des Schweizer Ablegers im gleichen Zeitraum sind ernüchternd: Bei einem Umsatz von 62 Millionen Franken resultierte gerade mal ein Gewinn von 344’000 Franken.

Kein Wunder machen so Gerüchte um einen Verkauf der Schweizer Tochter die Runde. Im Mutterhaus spricht man zwar von „etwas viel Spekulation„. Ganz aus der Luft gegriffen sind diese Gerüchte allerdings nicht, denn im deutschsprachigen Ausland hat Tele2 bereits grosseTeile verkauft. In Österreich wurde die Mobilsparte im Oktober 2007 an Telekom Austria verkauft, während das Festnetzgeschäft in Italien und Spanien an Vodafone ging. Und nun soll in Österreich auch die Festnetzsparte verkauft werden. Da ist die Vermutung, dass auch die Schweizer Tochter abgestossen werden soll, nicht mehr sehr weit weg.

Sicherlich schade, dass das Blogprojekt damit bereits vor dem offiziellen Start gescheitert ist. Etwas mehr Einblicke in die Schweizer Mobilfunkszene wären sicher spannend gewesen. Doch wer weiss, vielleicht springt ja Swisscom, Sunrise oder Orange in die Lücke…

slug.ch steht zum Verkauf

slug.ch

slug.ch, die grösste Aggregator für Schweizer Blogs steht offenbar zum Verkauf, wie auf der Webseite zu lesen ist. Auf sedo.de gibt Benny Zeitmangel als Grund für den Verkauf an. Nicht klar ist, was mit Ning, dem geplanten Medien-Aggregator passiert. Bisher ist die Domain nicht bei Sedo ausgeschrieben, was vermuten lässt, dass Benny dieses Projekt weiter verfolgen wird (und damit in gewissem Masse auch Slug konkurrenziert).

So oder so: Mit 1,1 Millionen Unique Clients im Mai 2008 ist slug.ch eine interessantes Projekt, das wohl den einen oder anderen Interessenten anlocken wird. Über die Preisvorstellungen ist bisher allerdings nichts bekannt.

Zu hoffen bleibt, dass Slug nicht dasselbe Schicksal wie den früheren Aggregator blog.ch ereilt, der nach dem Verkauf zu einem reinen Gratis-Bloghoster umfunktioniert wurde.

The Trons – Robots in Concert

Was wird nun bloss aus all den Boygroups und Girlybands? Die vier neuseeländischen Roboter Ham, Wiggy, Swamp und Fifi steigen mit ihrer Band The Trons ins Musikgeschäft ein und wollen die Branche so richtig aufmischen.

Auch wenn der Sound nicht ganz meinen Hörgewohnheiten entspricht, etwas praktisches haben solche Roboterbands durchaus: Konzertabsagen wegen Drogenexzessen, Liebeskummer und Stimmproblemen gehören schon bald der Vergangenheit an…

(via Frog-Blog)

news-magazin.ch: Spam aus der Schweiz

Einfach nicht aufgeben scheint das Motto von Spammern aus Effretikon zu sein. Als ich im Januar 2008 erstmals Spammails von Aero-Jump Schweiz bekam, zeigte sich Philipp Ochsner noch einsichtig und versprach, meine Adresse aus dem Verteiler zu nehmen. Auf mein Nachhaken, dass damit das Problem nicht gelöst sei, ging Ochsner sogar noch weiter und schrieb:

Wir werden unsere eMail Adressen über das Doppel Opt-in Verfahren in unser Newsletter-System einbauen – Danke für Ihre Zeit.

Ja danke ebenfalls. Die Freude über das Ende der Spammails von Philipp Ochsner währte allerdings nur kurz, denn bereits habe ich zwei Ausgaben eines dubiosen Newsletters von news-magazin.ch erhalten. Und hinter news-magazin.ch steckt gemäss Impressum, man ahnt es bereits, erneut besagter Philipp Ochsner aus Effretikon.

News-Magazin.ch

Ein Augenschein am Sitz von News-Magazin in Effretikon zeigt weitere interessante Verbindungen auf. Am selben Briefkasten ist neben Ochsner nämlich auch Tobias Sommer und dessen Firma Tobiaso AG mit Sitz im bernischen Worben angeschrieben. Sommer erscheint also nicht nur im Impressum von aero-jump.ch, sondern bietet über seine Firma, die offensichtlich die gleiche Adresse wie News-Magazin nutzt, allerlei kuriose Dienstleistungen an. Bei der Tobiaso Telecom gibts beispielsweise eine „International Roaming Free SIM Card“ zu kaufen, währenddem es bei „TOBIASO – Win a Supercar“ ein Maserati Coupe zu gewinnen gibt – allerdings nur, wenn man Lose à 100 US-Dollar kauft. Aktuell mischt man auch im „internationalen Fahrzeuggrosshandel“ mit, wie der Homepage der Firma zu entnehmen ist:

Tobiaso Automobile wird im internationalen Fahrzeuggrosshandel besorgt sein, mit den Top Five der Fahrzeugindustrie unseren sowie Ihren Kunden den Erwerb von modernen, umweltfreundlichen sowie qualitativ hochwertigen Fahrzeugen zu verhelfen.

Dass der Handel mit Fahrzeugen gar nicht dem Firmenzweck gemäss Handelsregister entspricht, verwundert da eigentlich gar nicht mehr. Genauso wenig wie die Tatsache, dass das Effretiker 11-Familienhaus nicht gerade das Flair eines internationalen Fahrzeuggrosshändlers ausstrahlt…

[Update] 17. Juni 2008
Die TOBIASO AG legt Wert auf die Feststellung, dass sie in keiner Verbindung mit news-magazin.ch steht und nicht in die entsprechenden Geschäfte involviert ist.