Backbone-GAU bei Init7

Ein Ausfall im Backbone des Zürcher Providers Init7 liess heute zwischen 12 und 17 Uhr zahlreiche Blogs, Homepages und Hoster aus dem Internet verschwinden. Betroffen waren beispielsweise die Hoster cyon (wo auch BloggingTom gehostet wird) und rubas.net, die Startups Amazee und Collanos, aber auch Blogwerk mit seinen Blogs wie neuerdings.com oder medienlese.com.

Durch den Totalausfall gestaltete sich die Suche nach den Ursachen schwierig, denn selbst die Homepage von Init7 war nicht mehr erreichbar. Und als sie wieder erreichbar war, waren ausser einem „At the moment we record no outage“ keine aktuellen Informationen zum Netzwerkstatus verfügbar. Erst rund vier Stunden nach dem Ausfall erschienen dann die ersten kurzen Infos:

Init7 Support-Ticket: Outage

Das Problem bei solchen Ausfällen ist natürlich die Information der Kunden, denn wenn die eigene Infrastruktur keine Internetverbindung hat, wirds schwierig. cyon-Chef David Burkardt hingegen machte schon bald via Twitter auf die Problemquelle aufmerksam:

Init7-Fail bei cyon.ch

Als Grund für den Ausfall nennt Init7 in einem an die Kunden des Colocation-Center Layer One gerichteten eMail übrigens „menschliches Versagen“:

Aufgrund einer Fehlkonfiguration auf einem userer Router, hat es eine unglückliche Verkettung von Umständen im Backbone gegeben. Dies führte zu erheblichen Verbindungsproblemen und verschiedene Kunden waren durch den Ausfall betroffen.

cyon nahm den heutigen Ausfall jedenfalls zum Anlass, nicht nur einen Twitter-Account für Netz-Statusmeldungen anzulegen, sondern auch um die Anbindung via Multihoming in der Prioritätenliste wieder ganz nach oben zu schieben. Gemäss David Burkardt darf denn auch spätestens ab Sommer 2009 mit einer Anbindung der cyon-Infrastruktur an zwei Provider gerechnet werden.

Klar, der heutige Ausfall war eine nervige Sache. Es liegt allerdings in der Natur der Sache, dass kein Provider einen 100-prozentigen Service garantieren kann. Insofern muss man bei jedem Provider mit Ausfällen leben. Wer nun trotzdem lamentiert, sollte sich vielleicht auch einmal fragen, ob es seinem Provider mit dem wenigen Geld, das fürs Hosting bezahlt wird, überhaupt möglich ist, Ausfallsicherheit zu garantieren. Und sonst bleibt nur: Geld in die Hand nehmen und selber hosten. Init7 hat ja die entsprechenden Produkte im Angebot, wie Fredy Künzler gegenüber inside-it.ch betonte…

Weitere Infos zum Thema:

Tschüss George Walker Bush

Pünktlich zur Vereidigung des 44. amerikanischen Präsidenten, Barack Obama, ist es auch Zeit, den abtretenden George Walker Bush zu verabschieden. Zum Beispiel mit den „Top 10 Favourite George W. Bush-Moments“:

Damit dürfte auch die Ära von Buschpilot Johannes Schlüter dem Ende zuzugehen. Oder wird er auch in Obamas Diensten stehen?

Doch nun Schluss mit vergangenem. Nun hat Barack Obama das Wort:

 

Google-Handy G1: Schweiz lahmt mal wieder

Google Handy G1

Bekanntlich bringt T-Mobile Googles erstes Handy G1 im Februar sowohl in Deutschland als auch in Österreich offiziell auf den Markt. Grund genug also, die hiesigen Mobilnetzbetreiber anzufragen, ob denn auch hierzulande mit einer baldigen Lancierung des Handys gerechnet werden kann.

Die Antworten bestätigen: Die Schweiz zählt einmal mehr zu den Hinterwäldlern. Während Sunrise darauf verweist, dass T-Mobile derzeit über ein Exklusivrecht verfügt und man deshalb keine weiteren Fakten liefern könne, heisst es bei Swisscom nur, dass man das Handy testen wolle und dann entscheiden werde. Einen Terminplan dafür gäbe es aber nicht. Orange als dritter Player im Schweizer Markt hat sich bisher auf meine Anfrage gar nicht geäussert.

So bleibt den Geeks oder Early-Adopters hier in der Schweiz wohl einmal mehr nichts anderes übrig, als sich das G1 über andere Kanäle zu beschaffen (wenn sie sich denn überhaupt von ihrem iPhone trennen wollen), zum Beispiel direkt via Google oder Zwischenhändler wie Digitec. Schade, dass wir da immer so hinterherhinken müssen…

[Update] 21. Januar 2009
Auch Orange hat sich noch zu Wort gemeldet. Allerdings kann auch Pressesprecherin Therese Wenger nicht mit konkreten Fakten aufwarten:

Zur Zeit wird eine allfällige Einführung auf Gruppenebene evaluiert. Nähere Angaben, ob und wann eine Einführung überhaupt in Frage kommt, sind momentan nicht verfügbar.

BlogTipp der Woche: zentao blog

Im Rahmen der Aktion „BlogTipp der Woche“ stellt sich hier jede Woche ein neues Blog vor. Damit die Leser nicht nur vom Blog, sondern auch vom Autor einen Eindruck bekommen können, stammt der Text direkt aus der Feder des jeweiligen Blogautors.

Ich bin 63 Jahre alt und Blogge seit fast zwei Jahren. Zu meinem Blog kam ich wie die Jungfrau zu ihrem Kinde, eines Tages meinte mein Sohn, ich würde jetzt ja genug Zeit haben und etwas zu erzählen hätte ich ja auch. Er hat mir einfach einen Blog bei WordPress eingerichtet und seit dem Blogge ich. Seit 15 Jahren mache ich Zen, für die die nicht wissen was Zen ist; hier der Link zu http://de.wikipedia.org/wiki/Zen.

BlogTipp der Woche: zentao blog

In meinem Blog versuche ich meine Erfahrung aus dem Zen, gelesenes, gehörtes aber auch alltägliches, wenn möglich mit einem spirituellem Hintergrund in schriftlicher Form umzusetzen. Ich weiss, dass das nicht unbedingt ein Blog für die grosse Masse ist, aber das muss es auch nicht, weniger ist oft mehr. Auch nach 15 Jahren Zen, bin ich immer noch, nur ein „Zen Schüler“ und in keiner weise fehlerfrei. Ich schreibe natürlich nicht nur über Zen, das währe für einige etwas zu Einseitig, vieles was ich schreibe hat natürlich mit Zen und Buddhismus zu tun, darum ist das auch Buddhismus-Blog und ein Zen-Blog. Ich bin ein grosser Fan von Country-Musik und ich stelle regelmässig schöne Videos auf einer Country-Musik Spezial Seite vor, darum ist das auch ein Country-Musik-Blog. Ich bin auch ein begeisterter Fotograf darum ist das auch ein Foto-Blog. Kochen und Backen sind Hobbys von mir, darum ist das auch Rezept-Blog. Regelmässig gehe ich auf Reisen und stelle nachher einen Reisebericht in meinen Blog, darum ist mein Blog auch ein Reise-Blog. Auf meinem Blog stelle ich schon lange immer wieder unbekannte Blogs, auf meiner Seite Spezielle Blogs vor.

Alles Gute, liebe SonntagsZeitung

SonntagsZeitung: Alles Gute, liebe SonntagsZeitung

Jahrelang war ich Abonnent und erfreute mich an den Sonntagen den mal besseren, mal schlechteren Nachrichten in Deinem Blatt. Nach einer Abo-Pause habe ich es nun erneut mit Dir probiert, aber wie es scheint, willst Du nichts mehr von mir wissen. Fürchtest Du Dich vor mir, weil ich ein Onliner bin? Dabei habe ich doch mit meiner Schnupper-Abo-Bestellung gezeigt, dass ich Dir nicht grundsätzlich abgeneigt bin. Und auch was Deine Schüchternheit betrifft, im Briefkasten auf mich zu warten, hatte ich lange Geduld. Aber nun ist mein Geduldsfaden endgültig gerissen.

Erinnerst Du Dich an Mitte November letzten Jahres, als ich Dich mit meiner Abo-Bestellung einlud, in Zukunft jeden Sonntag bei mir im Briefkasten zu liegen? Zweimal hast Du Dich daraufhin getraut und lagst druckfrisch für mich bereit. Die zwei darauffolgenden Sonntage jedoch fand ich Dich nicht im Briefkasten. Wo warst Du bloss? Ich wollte Dich nicht verlieren und meldete Deine Absenz per eMail dem Abo-Service, der aber nicht auf meine Nachricht reagierte. Einen Sonntag später hattest Du ein Einsehen mit mir und lagst, erneut druckfrisch im Briefkasten, aber nur, um am darauffolgenden Sonntag wieder mit Absenz zu glänzen.

Der Mann beim Abo-Dienst, den ich nach Deinem Verschwinden benachrichtigte, war denn auch erstaunt, dass Du mich, trotz meines eMails, nicht mehr weiter sehen willst und versprach, das an „höhere Stellen“ weiterzuleiten. Allerdings nutzte das auch nichts. Du bliebst seither Sonntag für Sonntag verschollen, so dass ich mich bereits damit abgefunden hatte.

Letzte Woche dann aber ein Lebenszeichen von Deinem Verlag. Da wagte doch tatsächlich ein Verkäufer einen Anruf, weil das Probe-Abo abläuft und er mir gerne ein Jahres-Abo mit Dir verkaufen wollte. Ein Jahres-Abo des Verschwindens, oder wie? Immerhin, der Verkäufer gelobte sofortige Besserung und Verlängerung des Probe-Abos um die nicht erhaltenen Ausgaben.

Und so war ich heute morgen voller Vorfreude auf Dich und wagte den Gang zum Briefkasten. Allerdings nur um festzustellen, dass Du mich erneut verarscht hast, liebe SonntagsZeitung. Da ist weit und breit keine Spur von Dir.

Darum: Danke, liebe SonntagsZeitung, es war eine schöne Zeit mit Dir. Aber wie es scheint, ist die Ära der Printzeitung endgültig vorbei. Zumindest bei Dir, da Du Dich ja nicht mehr blicken lassen willst. Nun denn, ich wünsch‘ Dir alles Gute für die Zukunft! Aber vergiss nicht: Die Rechnung für das Probe-Abo kannst Du Dir ans Bein streichen! Wehe, da kommt eine Zahlungserinnerung…

Irgend ein Mitbewerber, der gerne die freigewordene Lücke füllen will? Ich schau gern nächsten Sonntag in den Briefkasten…

Notwasserung im Hudson als Web-Ereignis

Die dramatische Notwasserung eines US-Airways-Jets gestern Nacht zeigte einmal mehr, dass in Zeiten des Internets Nachrichtenagenturen längst nicht mehr „schnell“ sind. Zum Zeitpunkt, als ich über Twitter vom im Hudson River treibenden Airbus A320 erfuhr, war davon, zumindest in der Schweiz, noch weit und breit nichts zu hören. Keine Radio- oder TV-Meldung, keine Meldungen auf Online-Newssites.

US Airways treibt im Hudson River

Und dann auch noch das: Janis Krums, der zufällig auf einer Hudson-Fähre unterwegs ist, die den Flugzeugpassagieren zu Hilfe eilt, schiesst ein spektakuläres Foto, und lädt es auf twitpic hoch. Kurz danach brechen die Server des Dienstes unter dem Ansturm zusammen. Kein Wunder, schliesslich hat er damit wohl eines der eindrücklichsten Fotos des Unglücks gemacht, und das lange bevor andere, „offizielle Fotos“ verfügbar waren. Andere Augenzeugen laden ihre Fotos auf flickr und zeigen damit Bilder, die keine Fotoagentur liefern kann. Und sogar noch mehr: Durch die Creative-Commons-Lizenz sind für einmal Bilder verfügbar, die auch in Blogs verwendet werden dürfen.

US Airways treibt im Hudson River

Heute sind die Fotos in allen Berichten der Online-Medien über das „Wunder auf dem Hudson“ zu sehen. Schade aber, dass die Medien es einmal mehr nicht schaffen, den Fotografen ihren Tribut zu zollen und diese beim Namen zu nennen. Wie zum Beispiel der Tages Anzeiger: Der zeigt zwar in einer ellenlangen Fotogallerie alle möglichen Fotos und erwähnt brav den von der Agentur Keystone verlangten Copyrighthinweis. Von den Namen der „Privat-Fotografen“ aber keine Spur. Schade…

(Fotos: Janis Krums/twitpic und grego!/flickr)

3-2-1, meins: 46’902 Euro für Basic Thinking

Nun ist es also klar: Deutschland meistverlinktes Blog Basic Thinking von Robert Basic ging vor wenigen Minuten via Ebay für 46’902 Euro an einen neuen Besitzer. Damit hat die zumindest in Bloggerkreisen wohl aufsehenerregendste Blog-Auktion sein Ende. Zumindest vorläufig, denn das Blog und damit auch der neue Besitzer werden in den nächsten Wochen wohl unter Dauerbeobachtung stehen.

Basic-Thinking - Ebay-Gebotsliste

Der Preis allerdings erstaunt mich nun doch etwas: Die Schätzungen, wonach das Blog zu einem Endpreis zwischen 50’000 und 100’000 Euros über den Tisch geht, haben sich offensichtlich nicht bewahrheitet. Und das trotz des Medien-Hypes, der in den letzten Tagen durch den (Online-) Blätterwald rauschte. Andererseits sind fast 47’000 Euro auch so genug Geld und dürfte Basic Thinking zum teuersten, je verkauften Blog im deutschsprachigen Raum machen.

Robert hatte sich bereits im Laufe des heutigen Tages in seinem (nun) ehemaligen Blog von seinen Lesern verabschiedet und wird sich wohl erst mal zurücklehnen und die Abwicklung der Transaktion abwarten. In Zukunft soll es dann auf seinen beiden neuen Blogs Buzzriders.com und RobertBasic.de weitergehen. Allerdings sind beide Sites noch nicht wirklich bereit für Roberts Neustart, wie ein Screenshot der Schafseite, ääh Privatseite zeigt:

robertbasic.de - Schafweide

Aber so wie ich Robert kenne, wird die Zeit bis zu seinem Neustart nicht lange sein. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass er lange ohne eigenes Blog leben kann…

[Update] 21:11 Uhr
Inzwischen hat sich auch der Käufer in einem ersten kurzen Beitrag „geoutet“. Es handelt sich dabei um die Firma serverloft, einem Rootserver-Anbieter aus Hürth bei Köln. Dort gibts es sogar bereits eine entsprechende Pressemitteilung.

Bei der SBB geht Sicherheit vor

Die SBB nimmt die Sicherheit ernst. Nicht nur auf der Schiene, sondern auch was den Zugang zur Website angeht. Wer sein vergessenes Passwort anfordert, kriegt darum auch seinen Benutzernamen nicht zu sehen. Sagt die SBB. Vorbildlich, könnte man meinen. Nur: Das Antwort-Mail sagt was anderes:

SBB Password Recovery - Aus Sicherheitsgründen...

(via Mail. Danke Christoph!)

Stumme Videos: YouTube unterdrückt Audiospur

YouTube scheint ein neues „Feature“ im Kampf gegen Copyright-Verletzungen zu testen und unterdrückt den Ton von betroffenen Videos. So bleibt zwar das Video online, ist aber nur als Stummfilm zu sehen.

YouTube - Audiospur ade

Während die Rechteinhaber bisher wählen konnten, ob ein betroffenes Video ganz vom Portal verschwinden soll oder ob sie Tantiemen in Form von Erlösen aus Werbebannern erhalten wollen, scheint das Unterdrücken der Audiospur nun die neuste Idee aus dem Hause Google/YouTube zu sein (siehe hier, hier oder hier).

Fraglich bleibt, was das bringen soll. So hält man zwar die Anzahl an Videos hoch, doch die meisten dürften ohne Sound für den Betrachter eher nutzlos sein (siehe auch die Kommentare hier). Kommt dazu, dass gerade im Fall von Musikvideos auch ohne Sound Urheberrechtsansprüche resultieren. Nämlich am Video selbst…

[Update] 15.01.2009
YouTubes Erklärung zu den Stummfilmen findet sich hier

(via Techcrunch)