
Es gibt schon seltsames im Internet. Zum Beispiel die vielverwendete Passage in Disclaimern, wonach das Verlinken der entsprechenden Webseite eine Bewilligung des Seiteninhabers voraussetzt. Ugugu hatte dazu in den letzten Wochen zwei Beispiele aufgezeigt.
Doch auch die Schweizer Banken lassen sich nicht lumpen, wenn es darum geht, solche „Linkfallen“ in ihren Disclaimern zu verstecken. Und so habe ich, analog zum vom Erfolg gekrönten ADAC-Fall vor fast 3 Jahren, um entsprechende Bewilligungen nachgefragt – und (zumindest teilweise) auch erhalten.
Tabea Weber, Verband Schweizerischer Kantonalbanken
Sie erhalten hiermit eine Bewilligung zur Verlinkung auf www.kantonalbank.ch.
Dominique Gerster, Media Relations, UBS
Wir erteilen Ihnen hiermit die Einwilligung zur Verlinkung von redaktionellen Beiträgen auf www.bloggingtom.ch mit www.ubs.com, sofern damit keine kommerziellen, unlautere oder rechtswidrige Zwecke verfolgt werden.
Roland Leuenberger, Leiter Public Relations, BEKB
Im Sinne eines offenen und fairen Dialogs können Sie für die Zwecke von „bloggintom“ gerne einen Link zu einer unserer Homepages anbringen.
Sven Antenen, Leiter Internet/www.raiffeisen.ch
Hiermit erteile ich Ihnen gerne die Erlaubnis von Ihrer Seite auf Raiffeisen-Webseiten zu verlinken – und dies nicht auf eine URL beschränkt.
Keinerlei Reaktion erhielt ich dafür von den Kantonalbanken aus Glarus, Appenzell, Zug und Wallis, die ebenfalls einen solch unsinnigen Disclaimer auf ihren Webseiten publizieren und mich nun wohl verklagen werden. Ich bin gespannt…
Interessant ist, dass meine Anfrage offenbar bei keiner der Banken dazu geführt hat, dass man den Sinn einer solchen unsinnigen Bewilligungspflicht überdenken würde. Mit einer Ausnahme, wie von Sibylle Umiker von der Pressestelle der Zürcher Kantonalbank zu erfahren war. Dort fühlte sich erst nämlich niemand so richtig zuständig, eine solche Bewilligung zu erteilen. Nach meiner „Bewilligungsanfrage“ scheint dort nun aber Bewegung in die Sache zu kommen:
Wir sehen davon ab, die rechtlichen Hinweise auf unserer Homepage generell zu überarbeiten, nachdem wir den Verwendungszweck unserer Marke selbst bestimmen und den urheberrechtlichen Schutz – falls notwendig – in Anspruch nehmen wollen. Auch gilt es, Missbräuche, die einen Tatbestand des unlauteren Wettbewerbs erfüllen könnten, zu verhindern. Was indessen die Passage bezüglich die reine Verlinkung unserer Homepage anbelangt ist denkbar, dass sie dereinst modifiziert oder weggelassen werden wird, nachdem in der überwiegenden Mehrzahl der Anwendungsfälle von der Schweizer Rechtsordnung kein Rechtsschutz gewährt wird.
Heute morgen gab die ZKB zudem bekannt, dass die „zuständigen Stellen in den nächsten Tagen entscheiden“ werden, wie der Absatz betreffend Verlinkung im Disclaimer in Zukunft aussehen wird. Bravo!
Während Google offenbar eine neue (kleine) Runde der Pagerank-Kürzung eingeleitet hat, machen sich Textlinkkäufer auf, weniger offensichtliche Wege zu finden. Gekaufte Links könnten beispielsweise ungekennzeichnet im normalen Artikeltext platziert werden. Darren „Problogger“ Rowse bekommt nach eigenen Angaben mehrere solcher dubiosen Angebote pro Monat, lehnt die Angebote aber, wie ich auch, jeweils ab.
In seinem Blog zeigt er nun den Mailverkehr mit einem ganz penetranten Vertreter der dubiosen Linkkäufer auf. Nur schon die Aufsässigkeit des Typen macht den Artikel unglaublich lesenswert. Klar wird auch, dass da (natürlich je nach Blog), ganz schöne Preisspannen drinliegen – immerhin erhöhte der Käufer sein anfängliches Angebot von $150 pro Link auf ganze $400. Allerdings sollten die Links dann ein (Blog-) Leben lang im Text stehenbleiben.
Ein Business mit Zukunft wird das allerdings wohl nicht, denn bereits hat auch Googles Oberspamjäger Matt Cutts ein solches Angebot erhalten. Das wär doch mal was: Paid Links bei Matt Cutts 😉
Bei Technorati häufen sich die Probleme seit Monaten. So werden zum Beispiel die Verlinkungszahlen seit einiger Zeit nur sporadisch aktualisiert. Immerhin ist man sich bei Technorati des Problems bewusst, wie man mir vor rund vier Wochen mitteilte:
Please accept my apologies for the delay in getting back to you. We’ve been experiencing a backlog in support and are working hard to address everyone. I took a look to see if the link count for your blog „bloggingtom.ch“ had been calculated recently. Though ideally the link count will update daily, it is a known issue that there are delays with this update for up to a week. We are currently working on this issue, and hope to fix this soon. I pushed an update for you which should reflect shortly. If you find that your link counts have not updated when it should for over a week again though, try running a search for your blog URL to initiate a link count […]
Nun aber ist noch einiges mehr durcheinandergeraten. Die API, über welche z.B. auch top100.blogug.ch die Daten bezieht, liefert seit rund einer Woche falsche Zahlen, zumindest stimmen die Zahlen via API nicht mit der auf Technorati angezeigten Zahl überein. Und heute ist mir nun auch aufgefallen, dass sogar falsche Verlinkungen angezeigt werden. So teilt mir Technorati derzeit bei einer Suche nach meinem Blog [PDF] mit, dass hier, hier oder auch hier (um nur ein paar Beispiele zu nennen) ein Link zu mir gesetzt wurde, was aber nicht stimmt.
Ich bin ja gespannt, wann Spamblogs auf Technorati die Überhand gewinnen…
[Update] 11:02 Uhr
Immerhin: Das Linkchaos ist bereits wieder verschwunden… 🙂
Was soll eine Newsplattform den Besuchern bieten? Klar, News natürlich, wenn es sich dann aber um eine IT-Plattform handelt, sicherlich auch die Links zu den Firmen oder Produkten, über die berichet wird. Bei Newsbyte sieht man das aber offenbar anders. Schon kurz nachdem die neue Crew im Oktober 2005 das Newsportal von Dietmar Klement übernommen hatte, verschwanden praktisch alle Links aus den News, und neuerdings wurden auch Werbemailings an Newsletter-Abonennten verschickt, ohne dass die Empfänger dem jemals zugestimmt hätten. Schon damals habe ich per eMail vom Chefredakteur Felix Anderwert Auskunft verlangt, mein Mail wurde jedoch nie beantwortet.
Nun hat Newsbyte ein Redesign erhalten und die Gelegenheit wäre günstig gewesen, die Qualität der Dienstleistung wieder anzuheben und kundenfreundlicher zu werden. Aber ausser einem etwas modernerem Design hat sich nicht viel getan. Links? Nein, wieso sollte man auch einen Link in einem Online-Newsbeitrag setzen…
Nehmen wir als Beispiel den Newsletter vom heutigen Abend mit zehn Nachrichten:
Zehn Schlagzeilen von Newsbyte vom heutigen Tag, auf der dazugehörigen Newsseiten finden sich allerdings nur auf drei Seiten die entsprechenden Links, währenddem bei sieben Meldungen keinerlei weiterführende Informationen zu finden sind. Ich vermute stark, dass hier schlicht und einfach kurz redigierte Pressemeldungen eingestellt werden, und, wenn da nicht explizit ein Link aufgeführt ist, wird halt auch keiner publiziert. Recherche scheint nicht angesagt zu sein.
Gerade aber von einem Onlinemedium erwarte ich auch das Setzen von Links, insbesondere wenn es sich in der Nachricht um eine online tätige Firma handelt. Aber vielleicht liegt es ja auch daran, dass der Chefredakteur nicht aus der Online-Welt kommt, sondern früher bei Radio Raurach, Studio B, Radio Basilisk, Kirschgartendruckerei und Telebasel tätig war. Radios und Fernsehsender tun sich ja logischerweise etwas schwerer mit Links.
Oder aber es liegt einfach daran, dass ich die Funktionen des Internets falsch verstanden habe. Was natürlich auch möglich ist…
Disclaimer: Ich kenne Dietmar Klement, Gründer und ehemaligen Inhaber von Newsbyte persönlich. Die obigen Aussagen entsprechen jedoch meiner persönlichen Meinung, sind nicht mit ihm abgesprochen und haben keinen Zusammenhang mit der Bekanntschaft.
Links sind das A und O des Internet, und ohne Links wäre das World Wide Wait Web wohl ziemlich nutzlos. Trotzdem wollen einige Seitenbetreiber offenbar gar nicht verlinkt werden; zumindest kann man den folgenden Wortlaut aus dem Impressum so verstehen:
Dritte dürfen ohne vorherige Zustimmung von Mediscope keine Links zu www.sprechzimmer.ch anbieten. Dabei muss bereits auf der Seite mit dem Hyperlink erkenntlich sein, dass auf www.sprechzimmer.ch verlinkt wird, z.B. mit dem Hinweis www.sprechzimmer.ch.
Und da ich keine Lust habe Mediscope um Zustimmung zu bitten, gibts hier keinen Link. Ausser vielleicht zum Google-Suchergebnis (ob die wohl um Zustimmung gefragt haben?).
(via infamy)
Im Januar 2005 kündigte Google an, zusammen mit MSN und Yahoo ein neues Attribut für die Kennzeichnung von Links einzuführen. Das neue „nofollow“-Attribut soll bewirken dass
Die Suchmaschinenbetreiber argumentieren, dass das neue Attribut helfe mit, Spam in Kommentaren von Blogs zu minimieren, da die Suchmaschinen die gekennzeichneten Links nicht indizieren würden. Wie viele Blogger bin auch ich der Meinung, dass dies der falsche Weg ist.
Leider fügt WordPress das „nofollow“-Attribut standardmässig den Kommentatoren-Links zu und es gibt keine Möglichkeit, dieses Verhalten in der Administration ein- oder auszuschalten. Tom Raftery beschreibt in einem Artikel nun aber, welche Dateien einer WordPress-Installation geändert werden müssen, damit das „nofollow“-Attribut nicht mehr angezeigt wird.
Für alle, die sich lieber mit einer deutschen Anleitung auseinandersetzen, liefere ich hier eine Übersetzung:
In der Datei wp-includes/comment-functions.php ist Zeile 173 wie folgt zu ändern:
Ändere
rel='external nofollow'
zu
rel='external'
In der Datei wp-includes/default-filters.php lösche Zeile 173
add_filter('pre_comment_content', 'wp_rel_nofollow', 15);
und in der Datei wp-includes/functions-formatting.php lösche die Zeilen 490-494:
function wp_rel_nofollow( $text ) {
$text = preg_replace('||i', '', $text);
return $text;
}
Und zum Schluss sind, ebenfalls in der Datei wp-includes/functions-formatting.php, in den Zeilen 482-489 alle Vorkommnisse von rel='nofollow' zu löschen. Achtung: Lösche nur den Code rel='nofollow' und nicht die gesamte Zeile.
Das wars auch schon! Euer WordPress-Blog ist nun nofollow-frei!
[Update] 15.05.2005
Obige Anleitung bezieht sich auf WordPress 1.5. Wie Karsten in den Kommentaren berichtet, funktioniert die Anleitung bei WordPress 1.5.1 nicht mehr.