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Die gute alte Musikkassette

Nachdem ich nun stundenlang vor dem Tape-Deck gesessen und stets versucht habe, im richtigen Moment die Pause-Taste zu drücken (nicht dass dieser Radiomoderator noch in die Songs reinschnorrt), freue ich mich, euch ein persönliches Geschenk zu überreichen: Mein Oldie-MixTape…

Hach waren das noch Zeiten, jeden Sonntagabend um 18:30 Uhr vor der Stereoanlage meines Vaters auf den Beginn der Hitparade zu warten und die Lieder mitzuschneiden (naja, so gut es eben ging)…

(via rob-log.de)

Übler Streich: Hausräumung ist gar keine

Robert Salisbury aus Jacksonville (USA) dürfte nicht schlecht gestaunt haben, als er nach Hause kam: Wildfremde Leute waren gerade dabei, sich sein Hab und Gut unter den Nagel zu reissen. Da nütze auch Salisburys Aufforderung wenig, die Sachen hierzulassen, denn die „Plünderer“ hielten ihm ein Ausdruck aus Craigslist unter die Nase. Dort stand schwarz auf weiss, dass der Mieter das Land verlassen müsse und viele brauchbare Sachen hinterlassen habe – zum mitnehmen.

„Sie dachten ernsthaft, bloss weil es im Internet steht, ist es wahr“ zitiert die SDA den ausgeplünderten Salisbury. Was den Blick wiederum veranlasste, darauf hinzuweisen, dass alles was auf der blick.ch-Webseite steht, „natürlich“ wahr ist

Tibet: Olympia-Boykott ändert nichts

Für die chinesische Regierung kommen die Proteste in Tibet anlässlich des 49. Jahrestages eines Aufstands der Tibeter gegen die chinesischen Besatzer zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Schliesslich wollte man sich im Vorfeld der olympischen Sommerspiele 2008 in Bejing als fortschrittlich und weltoffen präsentieren und versprach sogar, die Menschenrechtssituation zu verbessern. Leider aber spricht die blutige Niederschlagung der tibetischen Proteste eine ganz andere Sprache und rückt China einmal mehr in ein wenig positives Licht.

China is getting ready - In the name of ensuring stability and harmony in the country during the 2008 Olympic Games, the Chinese Government continues to detain and harass political activists, journalists, lawyers and human rights workers.

In the name of ensuring stability and harmony in the country during the 2008 Olympic Games, the Chinese Government continues to detain and harass political activists, journalists, lawyers and human rights workers. Get involved: www.amnesty.sk
(Quelle: Ads of the World)

Ob ein Boykott der olympischen Spiele, wie er bereits an diversen Orten gefordert wird, daran aber etwas ändern würde, wage ich zu bezweifeln. Im Gegenteil, denn genau das Medien Sport-Ereignis rückt die Situation der Tibeter ins öffentliche Licht. Was juckt es die Chinesen schon, wenn die Spiele boykottiert werden? Etwas schlechte Propaganda, ok, aber die produziert man ja selbst bereits in Massen. Und auch die Geschichte zeigt, dass Olympia-Boykotte nicht wirklich etwas ausrichten können.

Wäre ein Boykott nicht einfach nur ein symbolischer Akt, der wohl nur den Sportlern richtig weh tun würde? Mal ehrlich: Wer hat in seinem Haushalt denn kein einziges chinesisches Produkt? Keinen DVD-Player, Computer, Spielzeug oder Turnschuhe? Heutzutage kommt doch fast alles (oder zumindest Bauteile darin) aus China und die massiven Menschenrechtsverletzungen haben bis heute niemanden davon abgehalten, das Zeugs zu kaufen. Und das obwohl die Problematik nicht erst seit heute bekannt ist.

Der eigentliche Fehler hinter der ganzen Geschichte dürfte viel eher sein, dass die Olympischen Spiele überhaupt nach China vergeben wurden und man beim IOK den Beteuerungen der chinesischen Funktionäre Glauben schenkte…

Cézanne-Video: Alles nur billige Werbung

Das YouTube-Video, das zwei Maskierte beim Aufhängen von Paul Cézannes Bild „Der Knabe mit der roten Weste“ zeigt, ist ein Fake und stammt von der Werbeagentur Publicis. Seit gestern gibts ein zweites Video, das genau wie das erste beginnt und mit einem Werbespruch für ein Zürcher Geschäft, das Kunstdrucke verkauft, endet. Naja…

Die gespielte Überraschung der beiden Kreativköpfe Raphael Monsch und Res Matthys über das Echo kann ich allerdings nicht nachvollziehen, schliesslich war es Raphael selbst, der mit einem eMail-Rundschreiben auf das Video aufmerksam gemacht hat. Kommt dazu, dass weitere Mitarbeiter von Publicis gezielt mit eMails (via Freemail-Anbietern) für das Video geworben haben. Auf meine Nachfrage am 12. März 2008 wussten sie natürlich von nichts:

Also ich arbeite bei Publicis und habs noch anderen geschickt..
bist wohl auf die Hinweissumme aus 🙂
kann dir leider nicht weiterhelfen, nix viral.

Tja, Raphi, das kostet Dich mindestens ein paar Tickets für meine Leser für die nächste Pure90’s-Party!

G-Archiver späht Google-Logindaten aus

Schon mal die Mails bei Gmail gesichert? Vielleicht mit dem Programm G-Archiver? Dann wirds jetzt höchste Zeit, das Passwort für das Google-Konto zu ändern. Das kleine Programm hat nämlich nicht nur die Mails gesichert, sondern dem Programmierer auch die Login-Daten eines jeden Nutzers zugemailt:

Screenshot Gmail: Username und Passwort via G-Archiver

Nachdem der Passwortklau via Coding Horror bekannt wurde, versucht sich der Entwickler zwar in Schadensbegrenzung und spricht von einem Versehen:

What happened was that a member of our development team had inserted coding used for testing G-Archiver in the debug version and forgot to delete it in the final release version.

Ob damit aber die Negativpresse für das Programm gestoppt werden kann, ist äusserst fraglich, denn inzwischen warnen nicht nur Blogs vor der Software, sondern auch die Virenjäger von Sophos. Matt Cutts wiederum nutzt den aktuellen Fall gleich für eine kleine Übersicht zum Thema Gmail-Backup.

(Screenshot: Coding Horror)

VooZoo: Movie-Clips auf Facebook

Nachdem die Filmindustrie lange zusehen musste, wie Ausschnitte oder ganze Filme ihres Repertoires im Internet verbreitet wurden, versucht Paramount Pictures mit VooZoo nun einen neuen Weg. Mit VooZoo, das als Facebook-Applikation aufgebaut ist, sollen sich User gegenseitig kurze Clips aus Filmen zusenden. Neben der Idee, damit den Verkauf von DVDs anzukurbeln, will Paramount die Applikation auch für virales Marketing nutzen:

For example, VooZoo is withholding clips from the „Indiana Jones“ series until it works out a way to market the May 22 release of the latest installment, „Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull.“

Der Sinn hinter der neuen Plattform will mir allerdings noch nicht ganz einleuchten. Eine weitaus grössere Möglichkeit der Verbreitung der Clips hat man nämlich nicht vorgesehen: Das Einbetten der Videos in Webseiten ist nicht möglich, was ein grosses Verbreitungspotenzial darstellen würde.

(via persoenlich.com)

Der Knabe mit der roten Weste

Nicht ganz schlau werde ich aus einem Video, das derzeit im Internet kursiert. Es zeigt Paul Cézannes Bild „Der Knabe mit der roten Weste“, also eines der Bilder, welche beim spektakulären Kunstraub in Zürich vor gut fünf Wochen gestohlen wurde:

Keine Ahnung, ob das im Video gezeigte Bild echt ist oder ob sich hier nur jemand einen Scherz erlauben will…

(via Mail. Danke Alex und Raphael)

Continental Airlines: Odyssee in Newark

Beim Abflug gestern um 08:25 Uhr in Las Vegas war die Welt noch in Ordnung. Continental Airlines 356 hob planmässig ab und machte sich auf den Weg nach Newark (New York). Nach etwas mehr als 5 Stunden Flug dann die ersten Vorzeichen: Der Pilot teilte mit, dass man derzeit Warteschleifen fliege, da der Flughafen Newark wegen Wetterkapriolen geschlossen sei. Warten war also angesagt.

Um 18 Uhr, also gut 2 1/2 Stunden nach der ersten Mitteilung dann erste Zweifel an der pünktlichen Ankunft in Zürich: Das Flugzeug wird nach Washington Dulles umgeleitet, um dort auf die Öffnung von Newark zu warten. Gesagt, getan: Da standen wir nun also auf einem Abstellplatz in Washington herum und durften das Flugzeug nicht verlassen. Kunststück, denn der Flughafen war reichlich mit anderen Maschinen gefüllt und so liess sich auch kein freies Gate mehr finden. Erneut hiess es also: Warten…

Um 22 Uhr dann die (vermeintliche) Erlösung: Wir heben ab Richtung New York, der Flughafen Newark sei soeben wieder geöffnet worden. Doch was ist mit all unseren Anschlussflügen? Die seien mit grosser Sicherheit noch da, wurde uns Hoffenden beschieden. Schliesslich hätten die wegen des Sturms auch nicht starten können.

Die Ernüchterung dann um 22:44 Uhr bei der Ankunft auf dem Liberty Airport in Newark: Weit und breit keine Flieger mehr zu sehen, die nach Mailand, Rom, Kopenhagen, Madrid, Amsterdam, Brüssel, Paris oder Zürich fliegen. Alle Flieger sind bereits planmässig abgehoben. Also auf zum Continental Service Center, wo wir auf andere Flüge umgebucht werden sollten. Doch das ist leichter gesagt als getan, die Schlange war zeitweise nämlich über 700 Passagiere lang und geht nur äusserst schleppend voran.

Die gestrandeten Passagiere sind genervt, denn bei Continental Airlines herrscht das Chaos. 700 Leute stehen in einer Reihe an und warten darauf, von einem der fünf Angestellten bedient zu werden. Seit mindestens 10 Stunden nichts mehr in den Magen gekriegt und zermürbt von der nicht enden wollenden Reise werden erste Gäste bereits ungemütlich. Als sich dann durch die Reihen das Gerücht breitmacht, es gäbe weder Hotel- noch Essensvoucher, wird die Menschenschlange noch genervter.

Nach 5 Stunden endlosem Anstehen kommt so langsam der Schalter in Sicht. Doch die nächste Hiobsbotschaft folgt sogleich: Das Continental Service Center wird geschlossen, schliesslich ist es nun 4 Uhr morgens. Die noch rund 150 wartenden Personen nehmens mit teils geharnischten Reaktionen entgegen. Ob die rund 10 Polizisten, die sich in den letzten Minuten neben uns aufgestellt haben, deswegen hinzugezogen wurden, wissen die wohl nur selbst.

Nun müssen wir raus. Raus aus dem Transit und hin zum normalen Check-In. Doch halt: Hier können wir nicht bleiben, schliesslich halten wir die Passagiere der regulären Flüge auf, wie uns beschieden wurde. Man würde weiter hinten extra für uns eine Reihe Schalter eröffnen. Doch: Da stehen wir erneut eine Stunde herum, ohne dass auch nur ein einziger Schalter geöffnet wurde. In der Haut der Dame, die dann doch mal noch einen Schalter öffnete, wollte ich nicht gesteckt haben: Die Nerven vieler Passagiere lagen blank, und die arme Frau wurde verbal massiv angegangen. Immerhin: Nach etwas mehr als einer Stunde wurde dann auch Schalter 2,3,4 und 5 eröffnet, so dass endlich etwas Bewegung in die Sache kam. Und so kam auch ich, notabene nach einer 18-stündigen Odyssee, endlich zu einem neuen Ticket: Ich darf am heutigen Abend zurück nach Zürich fliegen.

Von Continental Airlines sind viele Passagiere aber massiv enttäuscht: Nicht nur, dass die Passagiere während der ganzen Nacht nie wirklich betreut wurden. Es gab weder Wasser, noch einen Snack, noch irgendwelche Gutscheine oder eine verlässliche Information. Nichts, rein gar nichts. Bis zu meinem Abflug vergehen nun noch mehr als 10 Stunden und ich bin schon jetzt hundemüde, interessieren tut das hier aber niemand. Selbst den Tagespass für die Continental Lounge, in die ich mich zur Überbrückung des Tages (und für Internet-Connectivity) flüchtete, will man nicht spendieren. Und so zahle ich die 45 US$ halt selbst.

Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich irgendwo strande. Aber es ist das erste Mal, dass man mich (und alle anderen Passagiere) so gleichgültig und wenig professionell behandelt wie hier bei Continental Airlines. Verständnis für die Wetterprobleme bringen wir ja alle auf, aber etwas mehr Professionalität hätten wir alle erwartet…

Lieber Winter oder Frühling?

Bereits ist der letzte Tag der MIX08 gestartet und so langsam aber sicher rückt der Rückflug in die Heimat näher. Aber ob ich angesichts des Schweizer Wetters nicht noch ein bisschen hier bleiben sollte?

Wettervorhersage für Zürich
Wettervorhersage für Las Vegas

Andererseits: Las Vegas ist sowas von verrückt, dass man auch gern wieder abreist…

XING: Gebt Eure Kontaktlisten frei!

Ein Gastbeitrag von Patrick Hediger

Ich bin seit nun gut einem Jahr bei der Business Networking Plattform XING angemeldet. Bis im Herbst 2007 als normales Mitglied, dann habe ich auf Premium gewechselt. Nachdem Peter meinte, ich sei bei Xing noch recht rudimentär aktiv, habe ich angefangen, meine Kontakte auf- und auszubauen.

Neben den geschäftlichen Angaben und privaten Angaben zur Person interessieren – zumindest mich – auch die weiteren Kontakte, die jemand hat. Doch hier wird es spannend, denn diese Kontakte können auch gar nicht oder nur selektiv angezeigt werden. Konkret besteht die Möglichkeit, die Kontakte allen, niemandem, nur den direkten Kontakten, den Kontakten der eigenen Kontakte sowie Mitgliedern bis zum dritten oder vierten Bekanntheitsgrad anzuzeigen. Xing empfiehlt, die Kontaktliste allen Mitgliedern anzuzeigen. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass es meist auch so gehandhabt wird. Aber es ist auch vorgekommen, dass Kontaktlisten von bestätigten oder unbestätigten Kontakten nicht angezeigt werden. Ich finde das schade, denn man nutzt Xing ja zur Kontaktpflege und vor allem auch zum Aufbau von neuen Kontakten. Denn durch die Kontaktlisten bin ich schon viel leichter wieder auf Personen gestossen, die ich schon kannte, aber irgendwie den Kontakt etwas verloren hatte.

Gibt es plausible Gründe, die Kontaktlisten nicht anzuzeigen? Wie macht Ihr es?

Patrick Hediger ist Medienschaffender und bloggt seit Januar 2007 auf tou.ch.