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Zookoda steht zum Verkauf

Zookoda, das Newslettersystem für Blogs, soll gemäss dem neusten Newsletter der beiden Entwickler verkauft werden. Seit dem Start am 13. März 2006 hätten über 5200 Blogs das System genutzt und dabei mehr als 1,2 Millionen Mails verschickt. Über die Gründe für den Verkauf äussern sich die beiden Inhaber wie folgt:

As a 2 person company we have taken Zookoda as far as we can as an isolated product. To realise its full potential Zookoda needs to join a much larger family with synergistic products that help drive exposure and users. Since launch Zookoda has been free and has helped many a blog publisher build enduring relationships with their audience and increase page views, traffic and advertising dollars. There are many organisations who would benefit from having Zookoda in their product mix, now is your time to take a look under the hood and get in touch.

Konkret verkauft wird die zookoda.com-Domain, die gesamte Applikation inklusive Datenbank, der SMTP-Server, das Blog, die Partner- und die Admin-Website sowie die gesamte Dokumentation zum Projekt. Wer sein Gebot abgeben will, kann das über http://sale.zookoda.com tun. Ich nehme aber mal an, dass es sich dabei wohl nicht um Taschengeldbeträge handeln wird.

Live aus Thailand

Medienberichte zum Putsch und der Lage in Thailand gibts ja wahrlich genug. Agenturmeldungen unterscheiden sich aber öfters von der im Land „gefühlten“ Meinung. So verwundert es auch nicht, dass beim Lesen der „Putsch-Berichterstattung“ in die schreiBBloga.de von Patrick ein etwas anderer, viel persönlicherer Eindruck von den Geschehnissen in Thailand entsteht. Immerhin lese ich Patricks Blog nun schon seit knapp 1 1/2 Jahren und freue mich jedesmal über seinen erfrischenden Schreibstil, den er auch während des Putschs offenbar nicht verloren hat.

In einem Gastbeitrag zur Lage in Thailand beim Travelblogger (Danke!) lässt Patrick die Geschehnisse der letzten Tagen nochmals Revue passieren und berichtet in die schreiBBloga.de weiter mit viel Einsatz über die Geschehnisse.

[Update]
Corporate Identity muss gewahrt werden, Blog Indentity natürlich auch. Und so lass ich mich auch gern belehren, dass es die schreiBBloga.de heisst und nicht etwa schreiBBloga oder so 😉 ’schuldigung.

Wie Peerings funktionieren

Wer bei Begriffen wie Direct Approach, Dual Transit, End run tactic, Peering oder eben IP Interkonnektion nur Bahnhof versteht, ist in guter Gesellschaft. Etwas Licht in die Sache bringt nun Fredy mit seiner Serie zum Thema „Peerings, AS Nummern, Interkonnektionen und deren technischen und politischen Hintergründe„. Leicht trockenes (da sehr technisches) Thema, dafür umso erhellender, was die technischen Abläufe im Internet betrifft. Wer also wissen will, wieso sein Datenpaket auf seiner Reise zum Ziel zwar Provider A besucht, Provider B aber links liegen lässt, dem sei die Lektüre wärmstens empfohlen.

Da Fredy zu seiner erst begonnenen Serie noch kein „Inhaltsverzeichnis“ liefert, sei dies an dieser Stelle nachgeholt. Bisher erschienen sind:

Swisscom Mobile lädt zum Betatest

Was Microsoft & Co. schon lange machen, versucht nun auch Swisscom Mobile. In den Swisscom Mobile Labs stellt Swisscom Beta-Produkte zum freien Download bereit und erhofft sich damit neben Rückschlüssen auf die Marktakzeptanz auch Feedback wie Verbesserungswünsche und Bugs zu den Programmen selber.

Als erstes solches Beta-Produkt steht die Software Media Bridge zum Download bereit:

Connect your Pictures & more. Media Bridge verbindet Ihren PC/Mac mit Ihrem Mobiltelefon. Zugriff auf Outlook, sowie jegliche Dateien vom PC werden überall dort, wo ich mit meinem Mobiltelefon bin zur Verfügung gestellt. Einfach Media Bridge Agent auf den PC/Mac installieren und Dateien (Bilder, MP3, Texte, Tabellen, den Outlook-Kalender sowie E-Mails und Adressen) freischalten. Auf dem Mobiltelefon braucht’s keine Installation, da der Zugriff über eine URL im Browser erfolgt. Wer will, kann seine Dateien mit anderen teilen oder sie offline speichern und so auch dann zugreifen, wenn der PC zu Hause abgestellt ist. Wer zu lange sucht, verwendet z.B. Google Desktop Search vom Mobiltelefon aus. Der Dienst funktioniert mit jedem Mobiltelefon mit Data Connectivity (GPRS, EDGE, UMTS).

Für die Teilnahme an den „Beta-Tests“ ist eine Registrierung unter Angabe der Handynummer notwendig. Die Befürchtung, dass sich damit nur Swisscom Mobile-Kunden registrieren können, hat mein kurzer Test aber beseitigt. Nun bleibt nur noch zu klären, ob das Angebot auf Schweizer Tester begrenzt ist.

Fernsehen im Internet

Fernsehen via Internet ist ja eigentlich nichts mehr neues. Wer aber mal TV-Luft eines exotischen Landes schnuppern will, oder sich einfach für ein bestimmtes Land interessiert, hat es schwerer. Abhilfe schaffen da diverse Portale, die Listen von TV-Sendern im Internet sammeln.

Ziemlich kurios, aber dafür auch umfangreich ist Medinalia, das über 900 Fernsehprogramme aus aller Welt listet. Ein Besuch der Seite lohnt sich nur schon wegen den teilweise kuriosen Deutsch-Übersetzungen. „Gernsehkanäle“ zum Beispiel könnte ja durchaus stimmen, was jedoch mit dem Anschluss „Leben Sie“ gemeint ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Dafür habe ich immerhin herausgefunden, welches Land mit „Wiedervereinigung“ bezeichnet wird. Medinalia bietet nach eigenen Angaben

* 900+ leben Gernsehkanäle
* 50 On-demand Führungen
* Phasenradiostationen 3800
* KEINE ZAHLUNGEN, Absolut FREI
* Fernsehapparat aus 104 Ländern
* Radiostationen aus 148 Ländern
* Resizable Schirm

Gut gelöst ist bei Medinalia dafür die Einbindung des Players direkt in die Webseite. So stören keine lästige Popups.

Mit 1613 Sendern einsamer Spitzenreiter ist aber wwiTV, das aber bei den meisten Sendern nur auf deren Homepage verlinkt. Immerhin, so ist man per Popup schon mal am richtigen Ort, muss sich den Live-Feed aber selber suchen.

Mehr auf den amerikanischen Kontinent ausgerichtet sind Portale wie Channelchooser, CraftyTV (jeder Klick auf einen Sender öffnet ein Werbepopup), ChooseAndWatch oder auch FreeTube, die alle in etwa die gleichen amerikanischen und englischen Sender listen.

Mit Zattoo haben wir Schweizer immerhin eine Alternative für einige altbekannte Sender hier. Zattoo streamt ganz legal und in guter Qualität die Sender SF1, SF2, SFi, TSI1, TSI2, TSR1, TSR2, BBC World, CNN International, Euronews, Eurosport, Arte, TVE, ARD, ORF1, Pro7, RTL, Sat1, Viva, Vox und ZDF. Voraussetzung ist die Anmeldung auf der Warteliste, das Runterladen des Players und eine IP-Adresse die der Schweiz zugeordnet werden kann, denn der Versuch ist derzeit auf die Schweiz beschränkt.

Röntgen bei Google

Vor einigen Monaten klingelte eine alte Dame an der Firmentür und wollte zur Röntgenabteilung von Google. Ihr Arzt hätte ihr gesagt, sie solle „ihr Beckenleiden bei Google recherchieren“. Das tat sie, allerdings offline. Sie suchte die Adresse von Google aus dem Telefonbuch und wurde vorstellig. Das Team am Counter erklärte den Irrtum und recherchierte mit ihr zusammen.

Sogar offline scheint Google nun also Suchpionier zu werden 😉

Wie die Zutrittskontrolle zu Googles Büros in Hamburg funktioniert und was man dort über Blogs, (Online-) Journalismus und „Do no evil“ denkt, gibts im Telepolis-Interview: Stefan Keuchel, Pressesprecher von Google Deutschland, über Blogs, Journalismus und den Unterschied zwischen Gut und Böse

(via medienlese)

Content kostenlos?

Mit dem Thema Artikelklau aus Blogs habe ich mich ja schon ein paar Mal beschäftigt. Dabei geht die Tatsache, dass Artikelklau auch ausserhalb von Blogs durchaus ein Thema ist, manchmal etwas vergessen.

Daniela A. Caviglia, die im Auftrag und gegen Honorar einen Artikel für den Organisator geschrieben hat, staunte deshalb nicht schlecht, als ihr Artikel vollständig und ohne Einwilligung der Rechteinhaber im Newsletter von marketing.ch abgedruckt wurde. Auf dieses „Vergehen“ angesprochen, zeigen die Verantwortlichen des zur Firma Fairline Consulting GmbH gehörenden marketing.ch allerdings wenig Verständnis. Der (Original-) Text sei via Internet schliesslich frei verfügbar und deshalb auch nicht urheberrechtlich geschützt bzw. ohne Einwilligung nutzbar, wurde der verdutzten Autorin lapidar mitgeteilt. Damit macht man es sich bei marketing.ch aber etwas gar einfach. Aus der einfachen Verfügbarkeit lässt sich noch lange kein Recht zur ungefragten Wiederveröffentlichung ableiten, schon gar nicht dann, wenn es sich nicht um Zitate, sondern um einen vollständigen Artikel handelt.

Allerdings scheint man sich bei marketing.ch ganz allgemein wenig Gedanken zum Urheberrecht zu machen. Da werden unbekümmert Meldungen von persoenlich.com, cash.ch, nzz.ch, werbewoche.ch und vielen anderen übernommen.
Interessant dürfte in diesem Zusammenhang auch die Reaktion der Nachrichtenagentur Pressetext sein, die ihre Texte gegen Entgelt z.B. an persoenlich.com liefert. Am Beispiel des Artikels „Goldgrube Video-Downloads“ von Pressetext lässt sich das Muster ohne weiteres aufzeigen. Persoenlich.com publiziert den Artikel mit der entsprechenden Bewilligung und weist am Ende die Herkunft Pressetext (pte) entsprechend aus. marketing.ch hingegen publiziert den Text ohne Hinweis auf Pressetext, nennt dafür als Quelle persoenlich.com. Ob Pressetext an einer solchen kostenlosen Verbreitung ihrer News Freude hat, wage ich zumindest zu bezweifeln. Ich vermute eher, dass bei marketing.ch bzw. Fairline Consulting in Kürze eine Rechnung eintreffen wird. Ob die Verantwortlichen von marketing.ch dann, wie bei Daniela, ebenfalls empfehlen, doch den Rechtsweg zu beschreiten, wird sich zeigen.

Um es klarzustellen: Das Zitieren aus irgendwelchen urheberrechtlich geschützten Texten ist immer erlaubt, siehe dazu auch den Wikipedia-Eintrag Zitat. Beim Zitieren muss allerdings der Zweck erkennbar sein:

Das Zitat muss also in irgendeiner Beziehung zu der eigenen Leistung stehen, beispielsweise als Erörterungsgrundlage. Der Umfang des Zitats muss dem Zweck angemessen sein.

Eine vollständige unbewilligte Übernahme von Texten aus anderer Quelle fällt somit ganz klar nicht unter das Zitatrecht (dies gilt übrigens für alle Publikationen, also auch für Blogs). Wo kämen wir da auch hin, sonst würde ich doch einfach Texte des Tages-Anzeiger kopieren und als meine eigene Tageszeitung verkaufen. Schliesslich sind die Texte, ganz nach der Logik von marketing.ch, frei im Internet zugänglich.

Leider haben sich marketing.ch bzw. Fairlane Consulting zu den Vorwürfen bisher nicht geäussert. Auch eine Stellungnahme der Nachrichtenagentur Pressetext steht bisher aus. Sollten diese jedoch noch eintreffen, werde ich diese selbstverständlich an dieser Stelle veröffentlichen.