by BloggingTom on 13.10.2006
InfoWeek meldete gestern, dass die Cablecom die kostenlose Peerings mit anderen Providern in Kürze abschalten will. Fredy berichtete bereits am Dienstag über die „Chicken-Tactic“ der Cablecom und legte das Geschäftsgebahren der Cablecom aus Sicht eines Internet Providers dar. Ganz ohne Nebengeräusche von Mitbewerbern ging das aber nicht ab, denn Ramon Amat, seines Zeichens Mitglied der Geschäftsleitung von Cyberlink, liess sich aufgrund der Diskussionen zur Aussage
*Init7 ist eine Lachnummer*. Finde dich damit ab.
hinreissen. Konkurrenten in Ehren, aber das zeugt nicht gerade von einer Diskussionskultur. Ob Ramon Amat auch bei Cyberlink so austeilt?
Aber zurück zum Thema: Werden Peerings unter Providern aufgehoben führt das dazu, dass die Daten im Internet über mehr „Stationen“ reisen müssen, was im Endeffekt in einer Verschlechterung des Dienstes endet. Nicht nur Online-Gamer, die auf kurze Latenzzeiten angewiesen sind, leiden darunter, sondern auch der ganz normale User, dessen Seitenaufbau, Downloads etc. sich verlangsamen können.
Natürlich ist Cablecom in ihrer Entscheidung frei, welche (kostenlose oder bezahlte) Peerings sie eingehen will, keine Frage. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob sich die Firma mit einer restriktiven Peering-Policy nicht „ins eigene Fleisch“ schneidet, denn je restriktiver man Peerings behandelt, desto schlechter die Servicequalität. Als kleines Beispiel dazu sei hier angemerkt, dass sich die Anzahl Hops (also Stationen bis zum Ziel) von meinem Cablecom-Internetanschluss zu Cyon, wo ich bloggingtom.ch hoste, von 7 auf 14 verdoppelt hat, seit die Daten über UPC geleitet werden. Und das macht sich (subjektiv) durchaus öfters mal bemerkbar. Eigentlich ja auch kein Wunder, denn im Gegensatz zu früher, wo die Daten innerhalb der Schweiz geroutet wurden, machen die Datenpakete nun eine Reise durch halb Europa: Genf, Amsterdam, Paris, Frankfurt, Zürich, Basel.
Wohin sich die Qualität der Cablecom-Dienste bewegen wird, wird sich damit wohl schon in Kürze zeigen. Der Cablecom-Support zumindest scheint schon jetzt ziemlich überfordert gefordert zu sein, denn meine Anfrage, wieso sich die Antwortzeiten von Internetseiten so verschlechtert haben könnten, ist bisher unbeantwortet liegengeblieben.