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Poken – Ein schwerer Abschied

Noch vor Monaten wollte ich unbedingt so ein putziges Poken haben. Digitales Visitenkartentauschen könne man damit machen. Gekonnt hatte ich das nur zwei Mal. Kunststück, denn Pokens sind in der Schweiz bisher nur bei wenigen Freaks angekommen. Es war also an der Zeit, dem (nutzlosen) Poken am Schlüsselbund die letzte Ehre zu erweisen. Ein schwerer Abschied – mit einer 7 Tonnen-Walze:

Der Dank gilt insbesondere Pixelfreund für die Organisation der Poken-Destruction, @dworni für seinen investigativen Report über das Ereignis (und das indirekte Aufrufen für Spenden an meine Adresse) und Rolf Bruggmann, der nicht nur das 250’000 Franken teure Walzen-Ungetüm zur Verfügung stellte, sondern uns auch mit Helmen, Kaffee und einigem interessanten Fachwissen ausrüstete.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, die auch Pixelfreund im Video bereits erwähnte: So ein Poken verhilft zu sozialen Kontakten. Allerdings nicht als digitales Gadget, sondern im Real-Life. In diesem Sinne auch ein Dankeschön an alle, die den Weg nach Münchwilen gefunden hatten.

Mein Poken nach der Plättung

Bleibt mein flachgedrückter Poken. Den sollte ich eigentlich auf eBay als Kunststück für einen guten Zweck versteigern…

iPhone-brutzeln

Zwar steht auf meinem namics-Shirt unter anderem „Chefgrilleur“ und die eine oder andere Wurst habe ich tatsächlich schon über die Flammen eines Grills geführt. Doch die von der Agentur Rod Kommunikation für Bell gemachte Grill-App würde mich also schon reizen, schliesslich sollte man als „Chefgrilleur“ auch virtuelles Grillen zu seinen Fähigkeiten zählen können.

Bell - Chefgrilleur auch am iPhone

Dabei ist es wie beim echten grillieren: Pusten (hier halt durchs Mikrofon), um die Glut so richtig einzuheizen und die Wurst wenden oder ein bisschen hin- und herbewegen.

Blöd nur, dass ich noch immer kein iPhone habe. Für alle iPhone-Besitzer und Möchtegern-Chefgrilleure (hey, es kann nur einen geben), gibts die App aber in Apples AppStore…

Google StreetView jetzt auch für die Schweiz

Heute nacht hat Google StreetView auch für die Schweiz freigeschalten und wird dies am Vormittag an einer Pressekonferenz in Zürich bekanntgeben. Komplett sind die Bilder aber natürlich noch bei weitem nicht. So sind etwa von den Strassen Zürichs oder Bern bereits ziemlich komplette Datensätze vorhanden, ausserhalb der Grossstädte sieht das allerdings noch etwas anders aus. In Rapperswil beispielsweise ist das StreetView-Kameraauto erst durch die Hauptstrasse gefahren.

Interessant übrigens auch, wie der Fahrer des Kameraautos die Strecken abfahren muss. So zeigt sich zum Beispiel auf der Autobahn A53, dass er jede Ausfahrt benutzt hat, um danach gleich wieder auf die Autobahn einzubiegen. So ist kurioserweise der Kreisel an der Autobahnausfahrt Uster-Nord bereits fotografiert, während die Strassen rundherum noch auf ihre Erfassung warten.

Von den Google-Kameras erfasst wurde auch Peter Hogenkamp von Blogwerk, komplett mit Znünisäckli und iPhone (wie der @pixelfreund entdeckt hat).

Peter Hogenkamp mit Znünisäckli erwischt

Allerdings sieht er nicht wirklich überrascht aus. Wahrscheinlich wartete er dort schon seit Tagen auf die Vorbeifahrt des Google-Kameraautos… 😉

Geheimprojekt o-weh, ricardo.ch o-jeh!

Das war dann wohl nix – das angekündigte Geheimprojekt ist gestorben, bevor es richtig angefangen hat. Um es kurz zu machen: Das am Samstag angekündigte und am Sonntag mit einem Video vorangetriebene Geheimprojekt war eine Bewerbung für die Globeshopper Challenge des Schweizer Auktionshauses ricardo.ch. Doch offensichtlich war ich zu optimistisch, die Videobewerbung hat es nicht bis ins Finale geschafft. Was daran liegen muss, dass das Video nicht den Qualitätsansprüchen von ricardo.ch entsprochen hat – oder vielleicht auch nur daran, dass ricardo.ch heute kurzerhand die Spielregeln geändert hat.

Die Idee war nicht allzu schlecht: Speziell nachdem ricardo.ch nach dem ersten Beitrag via Trigami einen zweiten bezahlten Blogbeitrag ausgeschrieben hatte, und darum bat, speziell zu erwähnen, dass kreative Bewerbungen gefragt sind, war klar: Die bisher eingegangen Bewerbungen waren schwach. Grund genug also, mit @dwrch und @switzerbaden kurzerhand ein Video zu drehen und sich damit zu bewerben. Allerdings mit, äähm, wie man heute sehen kann, bescheidenem Bewerbungserfolg. Das ist schade, jedoch nicht das Ende der Welt.

ricardo.ch ändert Bedingungen während des laufenden Wettbewerbs
Unschön ist allerdings, dass ricardo.ch ziemlich seltsam mit den Teilnahmbedingungen umgeht und diese gern mal nach seinem Gusto ändert. Dass trotz Bewerbungsschluss am 9. August um Mitternacht auch am 11. August noch immer Bewerbungen möglich waren (und das auch aktiv genutzt wurde), ist dabei das Eine.

Als ziemlich grossen Eingriff in die Bedingungen empfinde ich jedoch die Tatsache, dass ricardo.ch heute kurzerhand und ohne auch nur ein Wort dazu zu kommunizieren, entschieden hat, anstelle der in den Teilnahmebedingungen genannten fünf Finalisten pro Destination nur noch deren zwei zu nominieren. Immerhin verringert das die Chance auf einen Finalplatz um den Faktor 2,5, und das ist, mit Verlaub, nicht sehr fair und wirft ein schlechtes Licht auf den ausgeschriebenen Wettbewerb.
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3D-Projektionen werden spürbar

Na, wenn das mal nicht cool ist. Auf der Konferenz Siggraph zeigten letzte Woche Forscher der Universität Tokio live produzierte 3D-Grafiken für Holografie-Displays mit Techniken zum taktilen Feedback. Damit ist es beispielsweise möglich, ein dreidimensionales Bild von Wassertropfen anzuzeigen, deren auftreffen auf die Handoberfläche man spüren kann. Erreicht wird dies mit Ultraschallsignalen, die entsprechend dem Bild und der Bewegung des Nutzers angepasst werden.

Auch mal Hand hinhalten will…

Geheimprojekt: So langsam gehts los…

Am Samstag war es noch ein richtiges Geheimprojekt und heute abend wird bereits der Schleier gelüftet. Zumindest ein bisschen, denn ob das Geheimprojekt wirklich so verläuft wie gedacht, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen. Da es aber zu den Bedingungen des Geheimprojekts gehört, das Resultat der ersten Phase auf dem eigenen Facebook-Profil zu posten, kann ich das Video wohl nicht länger geheimhalten:

An dieser Stelle übrigens auch einen Dank an @dwrch und @switzerbaden (die Macher hinter der Kamera) und an die Mitarbeiter der Aya Bar, von New Point, der Bar MaDonna und L’tur in Zürich für die spontane Mithilfe. Merci vielmal!

Ab Donnerstag sollte es dann (hoffentlich) weitere News zum Geheimprojekt geben. Und ab diesem Tag ist dann auch eure Initiative gefragt. Da wird sich zeigen, wie fest eine Community einzelne Personen unterstützen kann…

Start zum Geheimprojekt

Nachdem bereits gestern eine konspirative Lagebesprechung in einer dunklen Bar in Zürich stattfand, gilt es heute ernst. Die Arbeiten zum bereits auf Twitter angekündigten Geheimprojekt werden heute durchgeführt. Mehr sei noch nicht verraten – ausser einem kleinen Fotohinweis:

Start zum Geheimprojekt

Die Auflösung dazu folgt, zumindest wenn alles gut geht, am kommenden Donnerstag…

IQ-Test: Die Abzocke geht weiter…

Bereits im Februar hatte ich über die Abzocke mit IQ-Tests geschrieben und aufgezeigt, dass der massiv mit AdSense beworbene Test, wo in Tat und Wahrheit ein teures SMS-Abo abgeschlossen wird, gegen Schweizer Gesetze verstösst. Sechs Monate später ist es an der Zeit zu sehen, ob sich etwas zum positiven verändert hat.

Abzocke mit IQ-Tests - Werbebanner auf AdSense

Kölner Netsize taucht immer wieder auf
Doch die Nachschau ist leider ernüchternd. Zwar hat der im portugiesischen Montijo sitzende Betreiber einige Änderungen vorgenommen, doch dabei handelt es sich weitgehend um „kosmetische Korrekturen“. So wird nun die Kurznummer 9977 verwendet, die aber, wie die Vorgängernummer 9911, der deutschen Firma Netsize in Köln gehört. Netsize, offenbar einer der grössten Solution Provider in Europa für solche Mehrwertdienste, wollte sich im Februar nicht zu den Vorwürfen äussern und auch meine erneute Anfrage bleibt unbeantwortet. Offenbar können es sich die Kölner leisten, immer wieder im Dunstkreis mit unseriösen Anbietern genannt zu werden.

Reagiert hat dafür die Firma Simm-Comm aus Schlieren, die im Februar noch die Support-Telefonnummer für den dubiosen IQ-Test-Anbieter zur Verfügung stellte. Diese drohte bereits damals an, ihre Dienstleistungen einzustellen, sofern die Nummer weiterhin in Zusammenhang mit dem Angebot genannt wird. Diesen Worten scheinen nun auch Taten gefolgt zu sein, denn die Nummer wird nirgends mehr auf der Website genannt. Doch eine Support-Nummer gibt es weiterhin. Die lautet neu 0800 060066 und gehört, wen wunderts, der deutschen Netzsize GmbH.

Verwirrende Preisangaben
Korrigiert haben die Abzocker auch die Geschäftsbedingungen. Während diese im Februar noch äusserst missverständlich waren, geht nun etwas klarer hervor, wieviel das SMS-Abo (das man ja eigentlich gar nicht haben will) kostet:

iq-testeuropaischer.com - Neue AGBs

Wer nun jedoch glaubt, damit seien die Kosten klar, der irrt. Auf der Auswertungsseite, wo die Opfer der Abzocker ihre Handynummer eingeben sollen, um einen PIN für den Zugriff auf die Ergebnisse des IQ-Tests zu erhalten, prangt nämlich ein ganz neuer Hinweis. Neuerdings ist auf der Eingabeseite für die Handynummer also tatsächlich der Preis vermerkt. Allerdings ein anderer als auf der Startseite. Und ein Preishinweis in der rechten oberen Ecke der Seite, weit weg vom Eingabefeld, dürfte das Angebot (abgesehen von der Preisverwirrung) nicht viel legaler machen.

iq-testeuropaischer.com - Handynummer-Eingabeaufforderung

Und Google?
Und was meint eigentlich Google dazu, dass über ihr Werbenetzwerk AdSense Werbung für solch unseriöse Geschichten gemacht wird? Doch Google ist bekanntlich ein verschwiegenes Unternehmen – so verschwiegen, dass man sich auch am Google-Sitz in Zürich im Februar nicht zur Sache äussern wollte. Vor rund einem Monat konnte ich via Twitter immerhin Stefan Keuchel, Pressesprecher von Google Deutschland, eine kurze Stellungnahme entlocken (wie @dworni glücklicherweise screenshot-mässig festgehalten hat):

Stefan Keuchel zu den IQ-Test-Bannern auf AdSense

Allerdings scheint das nur ein Lippenbekenntnis zu sein, denn auch heute vormittag sind die Banner auf AdSense noch immer allgegenwärtig. Das deckt sich leider mit den Erfahrungen der Zeitschrift c’t, die Google in Zusammenhang mit dem Abofallen-Portal Opendownload.de um eine Stellungnahme bat (c’t 11/2009):

Der Konzern antwortete mit dem Standard-Statement: „Wir arbeiten aktiv daran, Webseiten, die in unserem Werbenetzwerk bösartige Software bewerben, zu ermitteln. Konten, die Anzeigen beinhalten, die auf Webseiten mit bösartiger Software weiterleiten, werden von uns sofort gesperrt.“ Wir wiesen darauf hin, dass es sich nicht um bösartige Software, sondern um zwielichtige Werbepartner handelt. Darauf erhielten wir keine Antwort mehr.

Traurig, aber wahr: Es scheint, dass die wenigsten involvierten Firmen bereit sind, den Abzockern einen Riegel zu schieben. Zumindest, solange man gutes Geld mit ihnen verdienen kann. Der Dumme ist, einmal mehr, der Konsument. Zumindest diejenigen Konsumenten, die, wie in diesem Fall, den eigentlichen IQ-Test auf der Seite nicht bestanden haben – und sich damit ein teures SMS-Abo eingehandelt haben.

KeyLemon: Mit einem Lächeln einloggen

KeyLemon

Das ständige Eintippen von Passwörtern beim Login am Computer ist nicht nur mühsam, sondern auch fehleranfällig. Wäre es nicht einfacher, wenn der Computer den Menschen davor selbständig erkennen und einloggen würde? Das Walliser Startup KeyLemon versucht genau das mit der gleichnamigen Software umzusetzen.

KeyLemon, das aus den zwei Komponenten LemonLogin und LemonScreen besteht, nutzt zur Verifizierung der berechtigten User eine biometrische Gesichtserkennung via Webcam. Während LemonLogin für das Erkennen des User beim Computerstart und das automatische Login verantwortlich ist, überwacht LemonScreen den Nutzer auch im laufenden Betrieb. Entfernt sich der User von der Webcam, wird der Computer automatisch gesperrt. Kehrt er zurück, wird der PC wieder entriegelt. In meinem Test funktionierte das auch sehr gut und schnell – vorausgesetzt, man hat die richtige Position vor der Webcam eingenommen.

KeyLemon - Profile

Rasieren gilt nicht!
Die Gesichtserkennung funktioniert sehr gut, manchmal offenbar aber auch zu gut. Selbst wer mit der Hand beispielsweise ein Auge abdeckt, kann sich noch einloggen. Der Test mit meinem 4-Tage-Bart scheiterte aber – nach dem Rasieren war nur noch das Login via Passworteingabe möglich. Offenbar habe ich mich mit der Rasur dann doch zu fest verändert. Die Software ist allerdings darauf vorbereitet und lässt mehrere sogenannte „Face models“ (also gespeicherte Bilder) eines Nutzers zu. Nur muss man diese vorher halt auch hinterlegen.

KeyLemon LemonScreen

Das Problem der Photo-Attacken
Mit einem Problem kämpft KeyLemon allerdings, wie die Mitbewerber, noch: Derzeit lässt sich die Software nämlich noch mit einem vor die Webcam gehaltenen Foto eines Nutzers überrumpeln und gewährt so auch einem möglichen Angreifer den Zugriff. Allerdings arbeitet man bereits daran, solche Foto-Attacken künftig zu entdecken. So soll einerseits die Umgebung mit in die Überprüfung einfliessen und die Software in einer späteren Version auch kleine Bewegungen des Nutzers mit in den Prüfvorgang miteinbezogen werden – zum Beispiel ein Augenzwinkern oder das Herausstrecken der Zunge. Aber KeyLemon will sich (zumindest im Moment) auch nicht als „richtige“ Sicherheitslösung positionieren, wie mir Gilles Florey, CEO und Mitgründer des Startups, erklärte: „KeyLemon positioniert sich als Fun, Magic und Convenient“.

4 KeyLemon-Lizenzen zu gewinnen
Wer es selber ausprobieren will, kann sich KeyLemon hier herunterladen (derzeit nur für Windows). Allerdings lässt die Demo-Version nur 30 Logins zu und verweigert danach ihren Dienst. Unter den Kommentatoren verlose ich aber zusammen mit KeyLemon 4 Lizenzschlüssel für das Bundle von LemonLogin und LemonScreen im Wert von je Fr. 19.95. Jeder Kommentar, der bis am 9. August 2009, 23:59 Uhr, hier eingeht, nimmt an der Verlosung teil. Viel Glück!