Dass ein Betreiber von Webseiten vertrauenswürdig ist, reicht für die Sicherheit beim Surfen nicht aus. Spätestens mit der neusten Warnung von Heise.de betreffend der Support-Foren von AMD sollte dies jedem klar sein:
Die Web-Seiten der Support-Foren des Prozessor-Herstellers AMD wurden offenbar so gehackt, dass sie versuchen die Systeme der Besucher mit Spyware zu infizieren. Im Quellcode der Seiten findet sich ein IFrame-Tag, das eine Seite von einem externen Server nachlädt. Diese enthält gleich eine ganze Reihe von Exploits für bekannte Internet-Explorer-Lücken, die Dateien nachladen und ausführen. Bei Tests in der heise-Security-Redaktion meldete ein Viren-Scanner mehr als vier verschiedene Gefahren, darunter eine präparierte WMF-Datei.
Na dann wünsche ich weiterhin fröhliches Internet-Surfen!
Der Uninstaller, den SonyBMG zum Entfernen/Deaktivieren des Kopierschutzes XCP-Aurora nach massivem öffentlichen Druck seit einigen Tagen zur Verfügung stellt, gerät nun selbst in die Negativschlagzeilen.
Alex Halderman und Ed Felten, Informatik-Professor an der Princeton-University, berichten in Ihrem Post „Sony’s Web-Based Uninstaller Opens a Big Security Hole; Sony to Recall Discs„, dass das ActiveX-Control, welches den Uninstaller startet, unsicher sei. Das ActiveX-Control lasse sich u.U. von fremden Seiten aus starten und sich so beliebiger Code auf dem mit XCP infizierten System ausführen.
A malicious web site author can write an evil program, package up that program appropriately, put the packaged code at some URL, and then write a web page that causes CodeSupport to download and run code from that URL. If you visit that web page with Internet Explorer, and you have previously requested Sony’s uninstaller, then the evil program will be downloaded, installed, and run on your computer, immediately and automatically. Your goose will be cooked.
Die Professoren empfehlen das Entfernen des Sony Rootkits mit den Werkzeugen der Antiviren-Hersteller, zum Beispiel mit dem Tool rkprf von Sophos.
Allerdings weist Mark Russinovich im Sysinternals Blog darauf hin, dass die Tools der Antivirenhersteller ebenso wie der Sony-Uninstaller XCP lediglich deaktivieren, nicht aber entfernen:
Unfortunately, there has been some confusion with regard to the level of cleaning that antivirus (AV) companies are providing for the rootkit. Some articles imply that AV companies remove all of the Sony DRM software in the cleaning process, but they are in fact only disabling and removing the Aries.sys driver that implements the rootkit cloaking functionality.
Am Rande des ganzen XCP-Gau’s für SonyBMG ringt einem die abenteuerliche Software-Lizenz (EULA) des Kopierschutzes nur noch ein müdes Lachen ab, obwohl auch diese für sich allein schon ganz spannend wäre. Die Bürgerrechtler von EFF haben die Lizenz unter die Lupe genommen und stiessen dort auf seltsame Dinge:
Im Büro beispielsweise darf die CD nicht abgespielt werden, sondern nur auf einem PC, der dem CD-Besitzer gehört. Viel gravierender ist aber eine Reise mit dem Laptop ins Ausland, denn in diesem Falle müssen die daraufbefindlichen Songs gelöscht werden, da die Lizenz nur dem Gebrauch im Inland gestattet.
SonyBMG bindet die Kunden auch sonst weiter an sich, denn wer nicht sämtliche von SonyBMG veröffentlichte Software-Updates installiert, verliert das Recht zur Nutzung der CD bzw. der Musik. Und das Beste zum Schluss: Wer Konkurs (Insolvenz) anmelden muss, verliert ebenfalls seine Nutzungsberechtigung und muss somit die Musik von der Festplatte löschen.
Ich frag‘ mich manchmal nur noch, wer solche EULA’s schreibt…
(via heise.de, Bootsektor und eff.org)
Die Meldung über den von SonyBMG eingesetzten Kopierschutz XCP-Aurora, der sich wie ein Rootkit verhält, verbreitete sich wie ein Lauffeuer in allen möglichen Medien. Sony reagierte halbherzig und stellte einen Uninstaller zur Verfügung, der eigentlich, wie sich später herausstellte, gar keiner ist. Denn der „Uninstaller“, macht lediglich die Unsichtbarkeit der Prozesse rückgängig. Der „Uninstaller“ installiert aber neue Versionen der DRM-Komponenten, so dass von einem „Uninstaller“ keine Rede sein kann. Der Hersteller von XCP-Aurora drückt das gegenüber dem „Entdecker“ des Sony-Kopierschutzes, Mark Russinovich, so aus:
In addition to removing the cloaking, Service Pack 2 includes all fixes from the earlier Service Pack 1 update. In order to ensure a secure installation, Service Pack 2 includes the newest version of all DRM components, hence the large file size for the patch. We have updated the language on our web site to be clearer on this point.
Auch die weiteren Erklärungsversuche des XCP-Aurora-Herstellers zu Marks neusten Vorwürfen Mark’s neusten Enthüllungen scheinen den (fast) weltweiten Aufschrei vorerst nicht stoppen können.
Hoppla, da fürchtet man bei Sony wohl ums Image: Ab sofort kann über ein Kontaktformular ein Uninstaller für das Kopierschutz-Rootkit Kombi, welches auf einigen SonyBMG CD’s enthalten ist, geordert werden.
Sony BMG versucht sich zwar in Schadensbegrenzung und behauptet, dass der Kopierschutz weder Mal- noch Spyware sei, sondern ausschliesslich das Kopieren der CD verhindere und ansonsten inaktiv sei. Dass diese Argumentation aber nicht ganz „sauber“ ist, kann man auf heise.de nachlesen.
(via robert craven).
Am letzten Mittwoch schrieb ich unter Firefox ist „high security risk“
darüber, dass Microsoft’s Anti-Spyware Beta den Firefox-Browser als Sicherheitsrisiko einstuft und die Deinstallation von Firefox empfiehlt.
Verschiedene Besucher haben mich unterdessen darauf aufmerksam gemacht, dass das ganze nur ein gut gemachter Hoax ist. Jowra schrieb beispielsweise, dass der Hoax seinen Ursprung hier habe (Danke für den Link).
Tatsächlich scheine ich auf einen Hoax hereingefallen zu sein, der aber zugegebenermassen sehr gut gemacht ist. Zudem hätte ich das Microsoft durchaus zugetraut. Trotzdem möchte ich mich an dieser Stelle für die Ente
entschuldigen.
Weitere Links zum Thema:
Microsoft zeigt immer wieder ein aggressives Vorgehen wenn es darum geht, sich Konkurrenten vom Leibe zu halten. Dies hatte sich vor Jahren ja auch gezeigt, als der damalige Browser-Marktleader Netscape von den Desktops ‚gefegt‘ wurde.
Heute bin ich (via Werbeblogger) auf einen Screenshot der Anti-Spyware von Microsoft gestossen, die mich an genau dieses Vorgehen erinnert.
Die Software erkannte offenbar eine Installation von Mozilla Firefox auf dem PC und taxierte diese als Spyware ein. Der Rat der Anti-Spyware von Microsoft: „Dies ist ein sehr hohes Risiko und sollte unverzüglich entfernt werden um Ihren Computer oder Ihre Privatsphäre zu schützen“.
Erstaunlicherweise zeigt die Software keinerlei Komponenten von Windows als Sicherheitsrisiko an… Das soll noch einer verstehen…
Update (6. März 2005)
Da bin ich doch glatt einem Hoax aufgesessen. Mehr Infos im Update…