Barbra Streisand? Ohne mich!

Ein Konzert von Barbra Streisand zu besuchen, wär sicher was spezielles. Einerseits, weil sie bislang ausser 1994 in London noch nie in Europa aufgetreten ist und andererseits, weil ich meiner Partnerin einen grossen Wunsch erfüllen könnte. Doch wer Barbra Streisand heisst, schöpft auch bei den Preisen aus den Vollen: So kosten die Tickets für das Konzert am 18. Juni 2007 im Hallenstadion zwischen Fr. 150.- und Fr. 2200.-. Doch die 150-fränkigen „Billigtickets“ sind bereits wenige Stunden nach Start des Vorverkaufs ausverkauft, so dass als nächste Option die Kategorie 4 in Frage käme. Diese Tickets kosten bereits Fr. 300.- und laut Hallenplan sitzt man da mehrheitlich hinter der Bühne. Hinter der Bühne für Fr. 300.-? Nein danke, dann lassen wir das doch besser bleiben.

Packages wie die „Golden Hot Seats“ für Fr. 1395.- wecken in mir zudem die Vermutung, dass die Tournee vor allem den Reichtum einiger Personen erhöhen soll. Im Preis von Fr. 1395.- inbegriffen ist ein Ticket der Kategorie 1 sowie ein „hochwertiger Merchandise-Artikel“ und ein Badge. Der Unterschied zwischen einem „normalen“ Kategorie 1-Ticket besteht somit in einem Preisunterschied von Fr. 400.-, der durch einen „hochwertigen Merchandise-Artikel“ und einen Badge gerechtfertigt wird. Was ist das bloss für ein Merchandise-Artikel, der so teuer ist? Ein T-Shirt vielleicht? Ich weiss es nicht.

Wie GoodNews mitteilt, sei es das erste Mal, dass man so teure Karten für ein Konzert verkaufe. Gleichzeitig wird aber betont, dass ein Teil der Einnahmen via einer Stiftung von Barbra Streisand an wohltätige Einrichtungen fliessen werde. Das ist zwar eine löbliche Sache, allerdings ist einerseits nicht klar, wieviel Geld da tatsächlich fliessen wird und andererseits nützt das dem Normalverdiener-Konzertbesucher herzlich wenig.

Fazit: Ich suche einen Sponsor für das 2200.- Franken teure Diamond VIP Package. So viel Kohle ist mir die liebe Frau Streisand nun auch wieder nicht wert, so dass das Konzert wohl ohne mich stattfinden muss. Aber das ist wohl nicht weiter schlimm sein, da es trotz der gesalzenen Preise sicherlich genügend Leute gibt, die die Tickets kaufen werden.

Wer kennt Agathe Bauer?

[audio:http://bloggingtom.ch/sounds/20070521-agathe-bauer.mp3]

Okok, nicht mehr ganz taufrisch dieser Ausschnitt. Die momentan laufende Radiowerbung für das Pub Festival Wetzikon mit dem Song von Snap! im Hintergrund erinnert mich wieder an die gute alte Agathe Bauer. Schön, dass sie sich immer noch guter Gesundheit erfreut 😉

Radio FFH, von dem der obige Ausschnitt stammt, hat übrigens noch mehr Hit-Verhörer gesammelt. Agathe Bauer bleibt aber eindeutig Spitzenreiter, auch wenn es auf der Seite ein paar weitere Verhörer gibt, die ziemlich erstaunlich sind. Denn wer weiss schon, dass die Cutting Crew „Du musst besoffen bestellen“ singt oder Pink Floyd ständig „Hol ihn, hol ihn unters Dach“ rufen…

Paypal: Schweizer sind Kunden zweiter Klasse

Dass ich mit Paypal manchmal meine liebe Mühe habe, habe ich ja bereits vor kurzem erwähnt. Neben den Gebühren für den Empfang einer Zahlung ist mir vor allem das Kontolimit für „nicht-verifizierte“ Mitglieder ein Dorn im Auge. Verifiziertes Mitglied wird, wer Paypal seine Kreditkartendetails mitteilt. Wer der eBay-Tochter diese Daten nicht mitteilt, z.B. weil er seine Kreditkartennummer nicht überall verteilen will oder vielleicht gar keine Kreditkarte besitzt, wird von Paypal zum Kunden zweiter Klasse degradiert. Als nicht-verifiziertes Mitglied darf man nämlich zum Beispiel nicht mehr als 500 US-Dollar (bzw. den entsprechenden Gegenwert einer anderen Währung) pro Monat auf das eigene Bankkonto transferieren. Paypal verweigert dem Inhaber des Kontos damit den Zugriff auf sein eigenes Geld.

Auf den Seiten von Paypal lassen sich keine Hinweise darauf finden, ob man sich auch mit einem anderen Verfahren verifizieren lassen könnte, weshalb ich eine Anfrage an den Support stellte. Gemäss Paypal-Support reichen auch bereits mehrfach durchgeführte Überweisungen auf das eigene Bankkonto nichts als Identitätsnachweis:

Auch wenn die Empfängerbank bisherige Abbuchungen nicht abgelehnt hat, ist dies kein hinreichender Nachweis Ihrer Identität. Somit ist leider nach wie vor die Verifizierung über eine Kreditkarte notwendig, um das monatliche Abbuchungslimit aufzuheben.

So weit, so gut, nur: In Europa ist die Verbreitung von Kreditkarten im Vergleich zu den USA nach wie vor erheblich geringer. Welche Möglichkeiten bietet Paypal ihren Kunden denn, wenn diese über keine Kreditkarte verfügen (oder deren Details nicht nennen wollen), aber trotzdem mehr als 500 US Dollar pro Monat von ihrem Online-Konto abheben wollen? Um es kurz zu machen: Keine. Zumindest nicht für Schweizer. Unsere deutschen Nachbarn haben es da besser, wie den Nutzungsbestimmungen zu entnehmen ist:

Ihr Konto ausserhalb der USA wird solange als „nicht verifiziert“ angesehen, bis Sie die folgenden drei Schritte durchgeführt haben: (1) Bestätigung Ihrer E-Mail-Adresse(2) Hinzufügen einer Kreditkarte (3) Eingabe der Nummer für die erweiterte Kontobenutzung, oder, für Nutzer in Deutschland, Durchführung einer manuellen EFT-Transaktion.

Anders sieht es jedoch aus, wenn das Paypal-Konto aufgelöst werden soll. Dann nämlich wird das Abbuchungslimit aufgehoben, auch wenn der Inhaber als nicht verifiziert gilt, wie mir der Support weiter schreibt:

Die Aufhebung des Abhebelimits ist einmalig möglich, so dass Sie sich Ihr Guthaben auszahlen lassen können. Dies erfordert dann aber die anschließende Schließung des PayPal-Kontos, da dann keine weiteren Zahlungseingänge mehr ausgezahlt werden können.

Eine interessante Aussage, denn: Wieso können sich nicht-verifizierte Kunden die ihr Konto auflösen wollen, grössere Geldbeträge überweisen lassen, als „bleibende“ nicht-verifizierte Kunden? Weil Paypal nicht Inhaber der Gelder ist? Vielleicht. Aber damit wird die verlangte Identitätsprüfung, die wohl mit Geldwäschereibestimmungen zusammenhängt, zur Farce, weil sie äusserst einfach zu umgehen ist (zumindest, wenn man keine Verwendung für das Konto mehr hat).

Dass es Alternativen zur Verifizierung gibt, zeigt das obige Beispiel für deutsche Paypal-Kunden. Wieso aber eine Verifizierung per EFT-Transaktion nicht auch für Schweizer angeboten ist, ist mir schleierhaft. Auch die Presseabteilung von Paypal hat darauf offenbar keine Antwort, zumindest wollte dort bis heute niemand dazu Stellung nehmen.

Was bleibt ist ein schlechter Nachgeschmack: Bin ich nun ein Kunde zweiter Klasse, weil ich meine Kreditkartennummer nicht angeben will? Sieht ganz danach aus…

Iraker per Internet beschiessen

Das Internet machts möglich: Wer schon immer mal einen Iraker beschiessen wollte, kann das nun bequem vom Computer aus tun.

Domestic Tension - Iraker per Internet beschiessen

Der Kunstlehrer und gebürtige Iraker Wafaa Bilal lebt für seine Kunstaktion „Domestic Tensions“ derzeit in einem kleinen Raum der Galerie Flatfile in Chicago und lässt sich dort beschiessen. Mit dem per Webcam gesteuerten Paintball-Gewehr kann der Aktionskünstler rund um die Uhr alle drei Minuten beschossen werden. Ziel der Aktion: Die Darstellung des irakischen Lebensgefühls…

(via 20 Minuten)

Leumund.ch ist Geschichte

Der Leumund

Nach 57 Monaten, 3777 Beiträgen und 11’303 Kommentaren hat Christian einen Schlussstrich gezogen: Sein Blog Leumund.ch ist Geschichte.

Wie im richtigen Leben muss man sich vom Balast trennen, und die vielen Beiträge sind Geschichte. Es ist Zeit die Spuren des “Pimp the Leu” Wettbewerbs zu tilgen, die Überreste der Kulturministerwahl, den 2ten Rang beim ersten und einzigen Swiss Blog Award und den Platz unter den Top10 in der Schweizer Top100 Liste anderen zu überlassen.

Danke für die vergnüglichen Stunden auf Deinem Blog, Christian. Aber ganz gehst Du uns ja nicht verloren, auch wenn relab.ch und leu.fm natürlich nicht mit dem vergangenen Leumund.ch mithalten können. Aber wer weiss, vielleicht gibts ja eines Tages einer Auferstehung…

Was unterscheidet Blogger von Journalisten

Die Unterschiede zwischen Bloggern und Journalisten analysierte Christoph Hugenschmidt von inside-it anlässlich eines Anlasses von SAP.

  1. Blogger haben Macs.
  2. Blogger sitzen an einem langen Tisch vis-à-vis und haben Spass miteinander. Journis hocken auch an langen Tischen, aber hintereinander und haben Angst, ihr Konkurrent würde ihnen ne Story klauen.
  3. Blogger schreiben über die Krawatte von Kagermann oder überhaupt vor allem über Dresscodes.
  4. Blogger haben manchmal noch Mühe mit mit dem Selbstbewusstsein: „Gosh Bloggers got a welcome message too!“
  5. Blogger schreiben „ich“. Das dürfen wir nicht.
  6. Blogger veröffentlichen Fotos von sich selbst. Haben also doch keine Mühe mit dem Selbstbewusstsein.
  7. Journis werden an der Pressekonferenz von höchster Stelle des Unsinn-Schreibens und falsche-Gerüchte-Verbreitens bezichtigt – nehmen das aber sportlich und vergnügen sich erst recht am luxuriösen Analysten-Journi-Blogger-Empfang der SAP-GL. Journis sagen cool: „Der musste so reagieren – das zeigt ja nur, dass meine Story wahr ist.“ (sehr wahrscheinlich war sie’s nicht…)
  8. Journis erzählen einander dauernd, was für geile Geschichten sie gemacht haben, die die Welt erschütterten.
  9. Die Medien der Blogger haben so coole Namen wie „projectfailures.com„. (Übrigens: ein empfehlenswertes Blog!)
  10. Blogger nützen die Einladung zu touristischen Eskapaden, geniessen das teure Hotel und das gute Wetter und veröffentlichen ihre Fotos auf Flickr. Journis machen auch am liebsten Tourismus und geniessen das teure Hotel Doch sie schreiben kein Wort darüber, sondern meckern und stöhnen, wie stressig es wieder gewesen sei.

Gar nicht schlecht beobachtet, auch wenn ich keinen Mac habe. Nur Retos Ergänzung der Liste im Internet Briefing-Blog will mir nicht so recht passen:

11. Blogger schreiben hemmungslos ab (Journis zwar auch, aber die machen’s geschickter).

Ob die Angabe der Quelle ungeschickter ist als das von vielen Journis praktizierte Umschreiben eines Artikels ohne Quellenangabe, würde ich nämlich sehr bezweifeln. Aber wir Blogger gehören sowieso schon bald einer bedrohten Spezies an…

Qualität hat eben seinen Preis

Beim Kauf eines Stromkabels ist Vorsicht angesagt, denn Stromkabel ist nicht gleich Stromkabel. Aber zum Glück gibts es in der heutigen Zeit Kundenbewertungen:

Genial. Das Kabel ist seine Zeit voraus. Es liegt die Vermutung nahe, das es eines der Kabel ist, die im Anzug von Darth Vader, wegen seiner Zuverlässigkeit, für lebenswichtige Funktionen Verwendung findet. Es wird noch diskutiert ob auch Rebellen in X-Wings diese Kabel nutzen dürfen, oder ob es politisch nicht korrekt ist, die gleichen hochwertigen Ultra-Kabel zu benutzen wie der Sith-Lord. Ein Kauf kann ich empfehlen, da die Macht den Preis rechtfertigt. Du willst dieses Kabel kaufen und über dein Leben nachdenken.

unschlagbar der Strm kommt ohne Verzögerung an! Will es nicht mehr missen! Kann htlaschi da nur zustimmen! ganz große Klasse das Teil!

Wer sich auch ein Stromkabel der obersten Preisklasse leisten will, bitte hier entlang. Oder darfs doch eher eine Steckdosenleiste für 425 Euro sein?

Ich sollte mir wirklich mal überlegen, Büroklammern der Luxusklasse für 19 Euro/Stück in der praktischen 100er-Schachtel anzubieten…

(via yigg.de)

Mit 40’000 Blowjobs in den Senat

Die Senatskandidatin der belgischen Partei NEE, Tania Derveaux, gibt ein ziemliches provokatives Wahlversprechen ab:

Tania Derveaux - I will give you 40'000 blowjobs

It started with our response to incredible claims that were made by other parties in Belgium, several parties promised new job opportunities in ridiculous amounts. We responded with a parody campaign for which I posed naked and promised our voters 400.000 new jobs.

This national campaign resulted in international media attention and I received hundreds of e-mails asking for 400,000 blowjobs. If this would get us even more media attention, I’m willing to give 40,000 blowjobs to make the statement.

Während 500 Tagen will die Politikerin um die Welt reisen und damit rund 80 Blowjobs pro Tag verteilen. Wenn sie sich dann 12 Stunden pro Tag mit ihrem Wahlversprechen herumschlägt, ergäbe das immerhin 9 Minuten pro „Kunden“. Fragt sich nur, ob das ihrer Glaubwürdigkeit als Politikerin hilft…

Für Verheiratete, scheue oder weibliche Bewerber bietet Tania übrigens auch eine virtuelle „Abwicklung“ via Second Life an.

(via 20 Minuten)

Windows Live Folders: Online-Datenspeicher

Mit der wohl in Kürze startenden öffentliche Beta von Windows Live Folders betritt auch Microsoft den Markt für Online Speicherplatz. Die maximal 50 MB grossen Dateien können direkt via Browser auf die zur Verfügung stehenden 500 MB Speicherplatz geladen werden und mit den Zugriffsrechten „Personal“, „Shared“ oder „Public“ versehen werden.

Microsoft Windows Live Folders

Während Live Folders offenbar kurrzeitig online war, ist via http://folders.live.com derzeit keine Verbindung mehr möglich. Gut möglich, dass die Seiten wegen eines Fehlers nochmals offline genommen wurden. Nichts desto Trotz gibts im LiveSide-Newsblog bereits erste Screenshots.

Gespannt bin ich darauf, wie lange es dauern wird, bis auch Windows Live Folders als Datenspeicher für Warez und dergleichen benutzt wird und wie Microsoft dem begegnen will…