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Sunrise kämpft um 1899.ch

Die TDC Switzerland AG (oder besser bekannt unter Sunrise) kämpft mit harten Bandagen. Nachdem Sie vom Bakom die Nummer 1899 für ihren Telefonauskunftsdienst zugeteilt bekommen, scheint ihr Interesse am Domainnamen 1899.ch gross zu sein.

Allerdings scheint man bei der Telekommunikationsfirma nicht viel von Kommunikation zu halten, denn der derzeitige Inhaber der Domain, die DNS-NET GmbH, welche seit Januar 2001 im Besitz der Domain ist, wurde gar nicht erst kontaktiert, sondern direkt mit einer Klage eingedeckt.
Neben der Herausgabe der Domain fordert Sunrise auch eine Entschädigung von Fr. 10’500.– „für den Schaden, den ihr durch die entgangene Nutzung der Domain 1899.ch entstanden ist“.
Spannend ist auch die Begründung der Klage, denn eine solche wird gar nicht erst geliefert. Stattdessen wird auf die Vollmacht, auf die Zuständigkeit des Gerichts und auf den Streitwert von Fr. 100’000.– verwiesen.

Eine kurze Recherche im Schweizer Markenregister brachte keine Marke 1899 hervor, auf die sich Sunrise stützen könnte, darum wird es wohl interessant, wie der Anspruch begründet wird.

Immerhin hat DNS-NET bereits Erfahrung im Umgang mit Klagen von Telekommunikationsfirmen. Vor Jahren hatte die Firma bereits ein Telefonbuch im Internet publiziert und sich damit eine Klage der Swisscom eingehandelt.

Vielleicht sollte sich Sunrise ihren eigenen Werbeslogan mehr zu Herzen nehmen: „Je länger man redet, desto günstiger wird’s.

(via CH Internet Szene)

Die ältesten 100 .com-Domains

Wer war schlau oder visionär genug, sich lange vor dem eigentlichen Internet-Hype seine .com-Domain zu sichern?


1. 15-Mar-1985 SYMBOLICS.COM
2. 24-Apr-1985 BBN.COM
3. 24-May-1985 THINK.COM
4. 11-Jul-1985 MCC.COM
5. 30-Sep-1985 DEC.COM
6. 07-Nov-1985 NORTHROP.COM
7. 09-Jan-1986 XEROX.COM
8. 17-Jan-1986 SRI.COM
9. 03-Mar-1986 HP.COM
10. 05-Mar-1986 BELLCORE.COM

Das waren noch Zeiten, als man sich gar nicht lange überlegen musste, welchen Domainnamen man wählt: auto.com? Frei! sex.com? Frei! blog.com? Frei!

Die gesamte Liste gibts entweder bei jottings.com oder whoisd.com.

(via BoingBoing)

DotEU und die Marken-Schlaumeier

Nachdem der Terminplan zur Einführung der neuen TopLevel-Domain „.eu“ nun feststeht, haben sich findige (?) Köpfe bereits Gedanken gemacht, wie sie ihre Chancen erhöhen können, an äusserst begehrte Domainnamen zu kommen. Da es, wie bei der Einführung von „.info“ und „.biz„, zuerst zu einer Sunrise Period kommen wird, in welcher ausschliesslich Markeninhaber ihre Marken als Domain anmelden können, scheint die Strategie klar zu sein:

Man meldet seinen Wunschnamen entweder als Europäische Gemeinschaftsmarke, Internationale Marke oder als nationale Marke in einem der 25 EU-Mitgliedsstaaten an und hofft, durch diese Anmeldung an den begehrten Domainnamen zu kommen. In den letzten Monaten wurden denn auch bereits hunderte von Marken mit dem Bestandteil „.eu“ wie „sport.eu“, „business.eu“, „news.eu“ und „recht.eu“ bei den Markenregistern angemeldet.

Überlegungen und Informationen dazu finden sich zum Beispiel in zwei Artikeln des Newsletters Markenticker:

DotEU und die richtige Registrierungsstrategie (I)
DotEU und die richtige Registrierungsstrategie (II)

Ein nicht ganz unwichtiges Detail wird in den genannten Artikeln jedoch verschwiegen: Noch ist unklar, wie alt eine Marke sein muss, damit sie überhaupt zur Sunrise Period zugelassen wird. So konnten bspw. beim Start der Sunrise Period der „.info“-Domains am 25. Juli 2001 nur Marken teilnehmen, welche bereits vor dem 2. Oktober 2000 rechtsgültig Markenschutz genossen. Eine reine Anmeldung der Marke genügte damals nicht. Ich denke, dass es wohl auch bei der Einführung von „.eu“ zu so einer Klausel kommen wird, so dass die Erfolgsaussichten, via einer Markenanmeldung an die begehrte Domain zu kommen, nicht sonderlich hoch sein werden…

Ein (weiterer) Wehrmutstropfen zum Schluss: Schweizer können nach heutigem Kenntnisstand keine „.eu“-Domainnamen registrieren, da wir nicht Mitglied der EU sind. Dies betrifft sogar Schweizer Markeninhaber, die eine gültige EU-Trademark besitzen (siehe FAQ).

.xxx das Rotlichtviertel im Internet

Die ICANN hat der Einführung der Top Level Domain (TLD) .xxx für Erotik- und Pornografie-Sites nun doch zugestimmt.
Nach .info, .biz, .name, .travel und einigen anderen (neueren) TLDs kommen wir nun also auch in den Genuss einer Sex-Kennzeichnung.

Nur: Was bringts?
Aus meiner Erfahrung so ziemlich gar nichts. Ich habe hautnah beim Start der .info/.biz/.name TLDs mitbekommen was passiert: Alle grösseren Firmen versuchen, Ihre Markenrechte durchzusetzen und registrieren Ihre Marke oder Firmennamen „halt“ auch noch als .xxx. Eigentlich ein logischer Schritt, denn das Prozessieren um die Herausgabe einer Domain ist um einiges teurer.

Das Argument, dass quasi mehr „Namensraum“ im Internet entsteht, kann und will ich so nicht gelten lassen, und das gilt nicht nur für die neue .xxx-TLD. Ausser dem „kleinen“ Privaten werden viele versuchen, auch bei den neuen TLDs ihren bestehenden Namen zu sichern. So schwellen zwar die Domainportfolios vieler Betreiber an, wirklicher Mehrwert wird damit aber nicht geschaffen.

Zugegeben: Bei .xxx wird sich wohl mancher überlegen, ob er die Domain tatsächlich registrieren und auch nutzen will, schliesslich wird eine Präsenz unter .xxx ein wohl eher schmuddeliges Image haben.
Aber genau dies werden sich wohl auch die Betreiber von Sex-Sites denken, und, auch wenn sie sich vielleicht eine .xxx-Domain gönnen, weiterhin oder gerade auch andere TLDs nutzen.

Damit disqualifiziert sich .xxx aber auch gleich selbst wieder (wie all die anderen neueren TLDs auch), denn somit ist auch die Ein- oder Abgrenzung von Erotikangeboten gescheitert. Zwar könnte ich nun als Provider oder Firma den Zugriff auf .xxx-Sites ausschliessen, alle weiteren Erotikangebote, die keine .xxx-Domain nutzen, wären aber weiterhin erreichbar und müssen mühsam mittels einer Exclude-Liste ausgeschlossen werden.