Dove und das indonesische Palmöl

tastaturisiert am Dienstag, 22. April 2008 um 13:24:07 Uhr

Seit dem Jahr 2000 ist in Indonesien jährlich eine Fläche von 1,8 Millionen Hektar Wald abgeholzt worden. Das sind ganze fünf Fussballfelder pro Minute. Neben der Holz- und Papierindustrie sorgt in jüngster Zeit vor allem der Palmölboom dafür, dass Urwald abgeholzt und Ölpalmen-Plantagen angelegt werden.
Diese Tatsache bringt nun auch Unilever in Bedrängnis, auch wenn der Konzern betont, die Notwendigkeit erkannt zu haben, “bei den Palmölerzeugern ein Bewusstsein für die ökologische Bedeutung der Regenwälder zu schaffen und zu erhalten.

Greenpeace wirft Unilever nämlich vor, für die Dove-Produktelinie auf indonesische Lieferanten zurückzugreifen, die nach wie vor Urwald roden um darauf Palmen-Plantagen zu pflanzen. Unterstützt wird die Kampagne neben einer Protestmail-Aktion auch durch ein berührendes Video:

Bei Unilever Schweiz war niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Gerne hätte ich erfahren, wie die Dinge aus Sicht des Konzerns aussehen. Stattdessen habe ich auf meine Anfrage nur ein lapidares “Out of Office”-Reply erhalten…

[Update] 14:25 Uhr
Nun ist, trotz “Out of Office”, ganz unerwartet noch eine Stellungnahme von Cornelia Buchwalder, Local Technical Manager von Unilever Schweiz eingetroffen:

Wir verstehen, dass Sie die Sorgen über die Rodung von tropischem Regenwald durch die erhöhte Nachfrage nach Palmöl zum Ausdruck bringen. Ich versichere Ihnen, dass Unilever diese Bedenken teilt.

Wie Sie sicherlich wissen, nutzen wir Palmöl in einigen unserer Produkte und gerade deswegen setzen wir uns seit vielen Jahren für die nachhaltige Produktion von Palmöl ein – in Einklang mit unseren langjährigen Bemühungen um Nachhaltigkeit in Fischfang und Landwirtschaft.

Das Hauptproblem ist derzeit die explodierende Nachfrage nach Palmöl – Folge der wachsenden Nachfrage aus Indien und China sowie der Verwendung von Palmöl zur Herstellung von Biodiesel.

Wir leiten den Runden Tisch für nachhaltigen Palmölanbau (RSPO), eine umfassende Koalition von Organisationen, zu denen OXFAM, der WWF, Plantagenbesitzer, Hersteller und Händler gehören. Wir glauben, dass der Runde Tisch der beste Weg ist, um weltweit gemeinsam den nachhaltigen Anbau von Palmöl zu ermöglichen.

Im November 2007 hat der RSPO offiziell sein Zertifizierungsprogramm für nachhaltiges Palmöl beschlossen. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten sich jetzt zu diesem Programm bekennen, um Nachhaltigkeit auch wirklich umzusetzen – das wird kein einfacher Weg und er wird wahrscheinlich länger sein als wir es uns wünschen.

von BloggingTom, abgelegt unter Nachgefragt



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