Nicht jede Festplatte ist für Linux oder Unix geeignet. Das behauptete zumindest ein Online-Computerhändler in einer Reaktion auf einen Garantieanspruch:
….supported unsere Hardware ausschließlich nur FAT und NTFS. Andere Dateisysteme wie die von Linux oder Unix bedürfen aufgrund ihrer agressiven Schreibtechnik spezieller Festplatten. Das weiß aber heutzutage inzwischen jedes Kind. Aus diesem Grunde kann davon ausgegangen werden, dass die Verwendung eines von uns nicht zerifizierten Betriebssystems zum beschriebenen Schaden geführt hat. Ein Garantieanspruch ist damit leider erloschen
und weiter:
aus diesem Grunde würden wir Ihnen dringlichst anraten, das für dieses spezielle Gerät besonders angepasste Betriebssystem Windows XP Home fortan alleinig zu verwenden. Damit erhöht sich die Nutzungsdauer ihres Gerätes dramatisch
Mist! Ich sollte mir wirklich überlegen, ob ich meinem armen Festplatten die Torturen eines Linux-Systems noch weiter zumuten kann…
(via Hostblogger bzw. fuckup)
Immer wieder schreibe ich darüber, dass regelmässige Backups sehr wichtig sind. Wie wichtig das tatsächlich ist, musste nun auch Frank Denis, Entwickler des unter der GPL- BSD-Lizenz vertriebenen PureFTPd erfahren:
The death of that hard disk has a lot of implications. I’ve lost almost all my work from the last 5 years. I’ve lost all my unreleased source code. I’ve lost all my documentation. I’ve lost critical private and professionnal mails. I’ve lost ssh keys, passwords, license numbers, etc.
All web sites that used to be hosted here are lost. The work for the upcoming new versions of ucarp, sharedance and pure-ftpd is lost. The manucure-pro.com web site is no more, and the customer database is lost as well. 00f.net is obviously dead with the rest, the data is lost with the code. I have no way to recover the subscribers list of mailing-lists like pureftpd’s and ucarp’s ones.
Wie Frank weiter schreibt, brauchte er temporär mehr Platz auf seiner Harddisk und löschte darum die darauf vorhandenen Backups. Zwei Tage später crashte die Serverharddisk und alle Daten sind seither weg. Darum einmal mehr: Auch nur zwei Tage ohne Backups können verheerende Folgen haben…

Gestern Morgen verabschiedete sich die Festplatte meines Notebooks ins Nirvana. Nachdem ich am Abend vorher noch ohne Anzeichen eines Fehlers arbeitete, wollte Windows am nächsten Morgen partout nicht mehr starten und nervte mich mit einem BlueScreen (SESSION3_INITIALIZATION_FAILURE).
Da die Festplatte auch keine ungewöhnlichen Töne von sich gab, suchte ich erst mal in der KnowledgeBase von Microsoft, wo ich aber nichts gescheites finden konnte. Der Test der Harddisk unter Knoppix mit den Smartmontools brachte es aber dann an den Tag: Completed: read failure.
Auch der Zusatztest mit dem Hitachi Drive Fitness Test bestätigte die Befürchtung: SmartStatus: Bad – Read Failure…
Damit zeigte sich wieder einmal wie wichtig es ist, regelmässig ein Backup der Daten zu machen, denn glücklicherweise hatte ich gerade am Abend davor noch ein solches gemacht. Trotzdem verbrachte ich den gestrigen Tag praktisch nur damit, die Daten und Software auf einem anderen PC zu installieren und diesen wieder so einzurichten, dass ich auch wieder wie gewohnt arbeiten konnte.
Aber das Ganze hat auch Vorteile: Erst wenn man das Ganze auf einem anderen PC installiert, merkt man, wieviele unnötige Programme, Tools etc. sich im Laufe der Zeit auf einem Computer ansammeln. So habe ich für den Moment nur diejenige Software installiert, welche ich auch wirklich brauche und werde weitere nur bei Bedarf wieder installieren.
Und so freue ich mich trotz Festplattencrash über ein sehr viel schlankeres System 😉