Jetzt reichts, Cablecom!

Nachdem seit November letzten Jahres endlich Ruhe im Streit mit der Cablecom herrschte und mich das Unternehmen vor zwei Wochen sogar noch persönlich zu einer 3D-Fernseh-Demonstration eingeladen hatte, hätte man meinen können, die Auseinandersetzungen zwischen dem grössten Kabelnetzbetreiber der Schweiz und mir hätten endlich ein Ende. Aber offensichtlich habe ich mich zu früh gefreut.
Denn just während meiner Reise an die re:publica 10 nach Berlin (dazu später mehr) erreichte einmal mehr ein Drohbrief des für seine Methoden nicht ganz unbekannten Inkassounternehmens Irrtum Intrum Justitia meinen Briefkasten. Es seien zwei Rechnungen, eine vom 3. Dezember 2009 und eine vom 3. Februar 2010 der Cablecom ausstehend. Und es wird wieder munter drauflos gedroht, dass bei Nichtbezahlung “steigende Kosten sowie Einträge in Bonitätsdatenbanken sich nachteilig auf künftige Geschäfte wie auch auf Job- oder Wohnungssuche auswirken” können.
Alte Geschichte, neue Rechnungen
Stammleser wissen, dass ich bereits seit August 2008 in einer Liegenschaft wohne, die von der Cablecom nicht erschlossen ist und darum auch der Vertrag gekündigt wurde. Doch auch die Einigung auf eine (beidseitige) Kulanzlösung brachte, entgegen aller Annahmen, keine Ruhe. Schon bald nämlich rief Cablecom erneut die mit “Fair Pay” werbende Intrum Justitia auf den Plan. Zuerst meldete sich die Intrum, um irgend eine Bearbeitungsgebühr einzutreiben und kurz darauf waren wieder zwei Rechnungen von der Cablecom zum Inkasso fällig. Am Ende musste Cablecom die Forderungen wieder zurückziehen und vermeldete ein Problem in ihrer Buchhaltung.
Cablecom-Buchhaltung: Ein einziger grosser Fehler?
So langsam aber beschleicht mich das Gefühl, dass die Cablecom-Buchhaltung insgesamt ein einziger grosser Fehler ist. Oder wie sonst ist es zu erklären, dass Intrum Justitia nun erneut zwei Rechnungen eintreiben will, die ich im übrigen gar nie erhalten habe? Rechnungen für Dienstleistungen, die ich gar nie bezogen habe? Rechnungen für einen Ex-Kunden, bei welchem im CRM erst mal alle Alarmglocken schrillen sollten? Rechnungen, welche gar nicht im System auftauchen dürften?

Antworten darauf habe ich mir vergangene Woche erhofft, denn die Cablecom hat auf meine Tweets zum Thema ziemlich rasch reagiert und mir am Donnerstag ein klärendes Telefon versprochen. Leider war ich, als der Anruf eintraf, aber gerade ziemlich beschäftigt, so dass ich den Anruf nicht entgegennehmen konnte. Dafür wurde mir per Combox mitgeteilt, dass es sich bei der Rechnung erneut um einen Fehler handeln dürfte und ich am Freitag ein Telefon von einer mir bereits aus den früheren Fällen bekannten Dame der Cablecom erwarten dürfe. Passiert, beziehungsweise geklingelt, hats dann aber leider am ganzen Freitag nicht. Schade…
Hausbesuch bei Cablecom-CEO Eric Tveter
Es ist also nun an der Zeit, mein Versprechen vom letzten Mal in die Tat umzusetzen. Denn da schrieb ich Eriv Tveter:
Bei der nächsten Rechnung, die ich von Ihrem Unternehmen oder von der
IrrtumIntrum Justitia erhalten werde, stehe ich bei Ihnen zuhause in Küsnacht auf der Matte. So ein netter Hausbesuch von einem verärgerten (Ex-) Kunden nämlich.
Und da brauch’ ich eure Unterstützung: Sachdienliche Hinweise über den genauen Wohnort von Eric Tveter, der vor einigen Monaten ja selbst noch unzufriedene Kunden zu Hause besuchte (nur nicht mich, denn ich bin ja Ex-Kunde), nehme ich gerne in den Kommentaren oder per Mail (wo-wohnt-eric-tveter@bloggingtom.ch) entgegen.
Alternativ schlage ich dem Cablecom-Management ein Treffen zwischen Eric Tveter und mir am Hauptsitz des Kabelnetzkonzerns in Zürich vor. Mal sehen, wer schneller ist: Die Leser mit ihren Tipps oder das Monitoring (und die Entscheidungsfreudigkeit) der Cablecom.
Mit Genugtuung stelle ich immerhin fest, dass die Cablecom bereits gehandelt hat, denn der jüngste Fall ist bei Intrum Justitia in ihrem “Justitia-Web”, einem für “Kunden” zugänglichen Onlineportal bereits als “abgeschlossen” gelistet. Das, liebe Cablecom, reicht aber noch lange nicht. Denn die “Fälle” müssen aus der Datenbank des Geldeintreibers gelöscht werden. Dass das nicht ganz einfach ist, zeigt sich aber nur schon daran, dass Intrum dies bereits beim vorherigen Fall schriftlich versprach, die Löschung aber offensichtlich nie vorgenommen hat. Dies zeigt auch der folgende Screenshot aus dem “Justitia Web”:


Es bleibt also noch viel zu tun!
[Update] 19. April 2010
Die Cablecom hat reagiert und lädt mich zum persönlichen Gespräch mit CEO Eric Tveter an den Hauptsitz nach Zürich ein. Da bin ich jetzt aber richtig gespannt! Mehr dazu in Kürze auf diesem Kanal…
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Sonntag, 18. April 2010 um 18:44:07 Uhr
Gut geschrieben!
Sonntag, 18. April 2010 um 18:57:37 Uhr
Ich habe mal dasselbe Problem gehabt wobei ich damals sicher sogar eine Teilschuld hatte. Ein Anruf beim Pressesprecher hatte genügt und die Sache war erledigt.
Sonntag, 18. April 2010 um 20:26:23 Uhr
Mir tun dabei immer am meisten die Leute leid, die sich dagegen nicht wehren können.
Sonntag, 18. April 2010 um 20:31:05 Uhr
Ich finde du solltest vorschlagen dass Tveter zu dir kommt. Sonst hast du ja noch Fahrspesen.
Sonntag, 18. April 2010 um 20:54:53 Uhr
Die einzige Betreibung in meinem Leben stammt auch von der Irrtum Justitia, auch über eine ungerechtfertigte Cablecom Forderung… Nach 10 Telefonaten bei Cablecom und 10x “wir schaffen das aus der Welt” durfte ich dann beim Betreibungsamt zum Rechtsvorschlag antraben… Danach war die Sache erledigt…. tragisch dass nach all den Jahren noch immer so ein Ghetto in dieser Bude herrscht!
Sonntag, 18. April 2010 um 22:15:08 Uhr
bloggingtom @ giacobbo/müller

Natürlich zum Thema cablecom
Montag, 19. April 2010 um 01:56:48 Uhr
….. habe gerade aktuell einen fall in meiner bekanntschaft…..
….. rentner, hat seit etwas mehr als einem jahr ‘n internet-anschluss der cablecom, und plötzlich kein signal mehr…..
….. er hat mich zur hilfe gerufen, denn er vermutete das problem bei seinem rechner, da er, nachweislich, alle rechnungen bezahlt hat…..
….. habe alles überprüft, konnte beim rechner keinen fehler finden, selbst die kabel, ob richtig angeschlossen, hab’ ich gecheckt…..
….. der anruf bei der (technischen) support-hotline von cablecom ergab, dass die cablecom seinen anschluss als gekündigt betrachteten und einfach abgestellt hatten, obschon, wie schon erwähnt, alle rechnungen, auch die des vormonates, belegbar bezahlt waren…..
….. ja, die buchhaltung der cablecom hat wohl ned nur den einen knopf, knorz, furz oder wurm drinne…..
Montag, 19. April 2010 um 08:53:50 Uhr
Ich denke, dass ist eben neben einem Fall Cablecom auf ein Fall Intrum Justitia. Bin gespannt, wie lange das geht, bis Du dort gelöscht bist…
Montag, 19. April 2010 um 22:02:44 Uhr
Wieso muss man bei Cablecom Reklamationen eigentlich immer bis zur Chefetage eskalieren lassen?
Ich hatte einen ähnlichen Fall – erst eine Intervention bei jeweils Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsident brachte die Cablecom zur Einsicht, dass ihre Buchhaltung Rückerstattungen vornehmen kann.
Donnerstag, 22. April 2010 um 16:19:25 Uhr
Bin zwar “noch” ein Digital-TV-Kunde, aber was sich Cablecom leistet ist einfach jenseits von Gut und Böse, mittlerweile bietet Swisscom an meinem Wohnort auch HD-TV an, ein Wechsel steht bevor…
Kann nur bestätigen, dass die Rechnungen immer pünktlich kommen, der Service + die Boxen aber sind miserabel, wie ich kürzlich erfahren habe, beschäftigt Cablecom 80 Mitarbeiter!!!! im Call-Center Kunden- bzw. technischen Dienst, man stelle sich das einmal vor…dass ist auch nur dank Monopolstellung finanzierbar und spricht für die Qualität von Cablecom.
Ich bin so was von gereizt wenn ich “Cablecom” höre….
Freitag, 23. April 2010 um 09:44:09 Uhr
Vieleicht kannst du den Herrn CEO auch dazu ermuntern, Rechnungsperioden von ihren Produkten zu synchronisieren. Wir führen zuhause mittlerweile ein Excel-Sheet, um dem Puff Herr zu werden. Eine akkribische Kontrolle ist bei denen leider notwendig.
Gott stehe uns bei, wenn die Cablecom wieder mal auf ein neues Buchhaltungssystem migrieren sollte!
Montag, 26. April 2010 um 11:43:46 Uhr
ich bin auch kein sympathisant der cablecom, doch diese aussage ist mehr als unprofessionell und zeugt einfach von unwissen.
80 Callcenter-Mitarbeiter sind für ein Unternehmen in dieser Grösse A) fast schon wieder zu wenig und B) wird vermutlich mit Outsourcing-Firmen gearbeitet. Vergleich dies mal mit der swisscom, da ist der grösste teil der callcenter-agenten bei outsourcern angestellt.
Des weiteren haben sie vielleicht eine “monopolstellung” im Bereich TV - Wenn man aber bedenkt, dass sonst niemand anderes (ausser einzelne Regionale) sich um TV kümmert, darf man sich nicht beklagen - cablecom hat meines wissens keinen bundesauftrag, jedem schweizer haushalt eine tv-dose anzubieten, bei welchem er einen internetzugang mit mind. 600kb bringen muss.
Was die buchhaltung angeht: cablecom muss zwingend (!) ihre kundendaten bereinigen. schliesslich holt sich intrum die daten von dieser schnittstelle - und solange dies nicht stimmt (und intrum auch intern nicht ihre daten bereinigt) wird es immer kunden geben, welche falsche rechnungen oder betreibungen erhalten.
Mittwoch, 02. Juni 2010 um 22:08:56 Uhr
Nun, vielleicht liegts auch daran, dass die Mitarbeiter im Helpdesk dazu gezwungen werden, die reklamierenden Kunden für zusätzliche Dienstleistungen zu gewinnen. Wenn ihnen dies nicht gelingt werden sie punktemässig bestraft, d.h. sie müssen mit Lohneinbussen oder sogar mit Entlassung rechnen.
Montag, 05. Juli 2010 um 21:15:51 Uhr
Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen. Ich habe meinen Anschluss per eingeschriebenen Brief Ende 2009 gekündigt, da ich aus der Wohnung auszog. Letzte Woche bekann ein Brief der Intrum Justicia in welcher mir Rechnung von Februar 2010 - März 2010 unterbreitet wurde die ich nicht beglichen hätte. Wie bereits erwähnt habe ich meinen Anschluss bereits gekündigt und wohne auch nicht mehr in dieser Wohnung. Die grösste Frechhheit waren die Worte “…wenn Sie nicht wollen das Sie wieder in der informativen Steinzeit leben wollen, zahlen Sie besser Ihre Rechnung”. Ich habe eine Kopie der Quittung des Briefes zusätzlich wurde die Adressänderung in der Kündigung mitgeteilt für anfallende Korrespondenz die nie statt gefunden hatte.
Ich kann nur jedem anraten nie einen Vertrag mit Cablecom abzuschliessen. Der Mutterkonzern ist hoch verschuldet und hat mit der Übernahme eine komplett andere Firmenphilosphie in die Cablecom gebracht.
Dienstag, 27. Juli 2010 um 21:31:30 Uhr
Gratuliere!! Mir wurde ebenfalls die Saldierung und Stornierung der Intrum Geschichte von Cablecom versprochen (schriftlich vor MONATEN!!) - und… heute kam wieder ein Schreibender Intrum.
Hab jetzt nochmal dem Tveter gemailt und wenn nix kommt gehts ab zum Kassensturz und BlickaA.