Monthly Archive: März 2006

Germanwings verärgert Kunden und Affiliates

Richtig eingesetzt, lässt sich über ein Partnerprogramme der eine oder andere Franken dazuverdienen. Auch der deutsche Billigflieger Germanwings setzt auf ein solches Affiliate-Programm und zahlt Webseitenbetreiber für die Vermittlung von Kunden. Seit gestern abend bin ich mir aber nicht mehr sicher, ob Germanwings noch ein wirkliches Interesse an dieser Werbeform hat, denn der Billigflieger versandte ein Mail mit „wichtigen Neuerungen zum Partnerprogramm“. Darin heisst es unter anderem:

Auf der neuen Landingpage erheben wir einen Buchungsaufschlag in Höhe von 10 ¤ pro Buchung für den Enduser, wodurch sich Ihr Verdienstpotential zukünftig erhöht bzw. finanziert. Dieser Buchungszuschlag wird gesondert zu dem angegebenen Flugpreis ausgewiesen und wird nur fällig bei der Vermittlung einer Internetbuchung durch einen Affiliate-Partner […]

Wie bitte? Das heisst, dass ein Kunde, der seinen Germanwings-Flug über einen Affiliate bucht, benachteiligt wird. Er muss einen Zuschlag von 10 Euro bezahlen, der bei der Buchung über die „normale“ Buchungsseite nicht erhoben wird. Auch der Werbepartner wird benachteiligt, sind doch die von Germanwings beworbenen Preise über den Affiliate gar nicht erhältlich.
Germanwings macht es sich hier seeehr einfach, indem die Provision, die normalerweise an den Affiliate bezahlt wird, direkt durch den Kunden finanziert wird. Doch nicht nur das: Die Billig-Airline generiert damit noch Zusatzeinnahmen:

Die Provision im Standardmodell steigt dadurch für Sie von 5 EUR auf bis zu 6,50 EUR pay per sale und im Premiummodell können Sie sogar bis zu 8 EUR pay per sale verdienen.

Heisst im Klartext, dass Germanwings mit jeder Buchung über einen Werbepartner nochmals zwischen 2 und 3.50 Euro verdient.

Damit beschreitet Germanwings nach meinem Wissen einen völlig neuen Weg im Affiliate-Marketing. Ob dieser aber von Erfolg gekrönt sein wird, wage ich zu bezweifeln, da damit nicht nur Kunden, sondern auch Affiliate-Partner unnötig verärgert werden. Ich zumindest bin verärgert, darum gibts in diesem Post noch nicht mal einen Gratislink für den Billig-Flieger.

Was Germanwings dazu meint, versuche ich derzeit gerade herauszufinden. Ich bin auf die Antwort gespannt…

[Update]
Die Antwort von Germanwings ist unterdessen eingetroffen und kann hier nachgelesen werden.

WP Sicherheitslücke? Nicht wirklich…

Viel Wind in allerlei Blogs gibts derzeit um angebliche Sicherheitslücken in WordPress 1.5+ und 2.0+, welche vom Neo Security Team in einem Advisory veröffentlicht wurden. Nachdem auch Heise auf den Zug aufgesprungen ist und die Meldung offenbar ungeprüft übernommen hatte, mehrten sich die Stimmen, die ein sofortiges Patchen der WordPress-Dateien empfahlen.
Auch ich war im ersten Moment aufgeschreckt und versuchte, die genannten Lücken zu verifizieren. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass die Warnungen ziemlich übertrieben sind. Die Sicherheitslücke entsteht nämlich nur, wenn der (angemeldete) Administrator selbst den entsprechenden Code als Kommentar postet.

Robert Deaton drückt es in seinem Post „WordPress Vulnerabilities: Bogus“ so aus:

Uh oh, the blog administrator can post something bad. Well, seeing as though anybody that would have the unfiltered_html cap is either the blog administrator or a highly trusted user, I’m sure that there are many, many ways that they could post such harmful code. This isn’t a vulnerability in WordPress, this is intended behavior, the cap was created so that an administrator could post javascript or whatever they feel like in posts and comments.

Auch im Forum von wordpress.de äusserst man sich gelassen zur angeblichen Sicherheitslücke, genauso im entsprechenden Thread bei der englischsprachigen WordPress Community. Gerade dort ist die Diskussion teilweise ziemlich spannend, da einige verschiedene Meinungen aufeinander prallen, aber schlussendlich dann doch daraus abzuleiten ist, dass keine wirkliche Gefahr besteht.

Wer nun aber doch seine Besucher vor sich selbst schützen und verhindern will, dass sie sich die eigenen Javascript-Popups um die Ohren schlagen, kann die im Advisory genannten Änderungen am File „wp-comments-post.php“ vornehmen oder sich den inoffiziellen Patch von Stellwag.us holen. Dabei ist aber zu bedenken, dass Probleme bei der Darstellung von Umlauten entstehen können und keine HTML-Tags in den Kommentaren mehr möglich sind.

[Update]
Gemäss WolliW ist das Problem mit den Umlauten nun behoben (siehe Kommentar).

Akquise per Blogkommentar

Shopblogger Björn wird vom deutschen Bio-Grosshändler Kornkraft nicht beliefert. Zwar hatte ihm der Aussendienstmitarbeiter zugesagt, dass die Belieferung von Björns Laden kein Problem sei. Die Geschäftsleitung sieht das aber offenbar anders, wie Björn schreibt:

Gerade eben habe ich einen gar nicht so erfreulichen Anruf von der Kornkraft-Geschäftsleitung bekommen. Man kann und wird mich nicht beliefern, da ich nunmal kein „Naturkost-Fachhandel“ bin.

Darüber kann und wird in den Kommentaren bei Björn auch heftigst gestritten. Aber auch die Kornkraft-Konkurrenz liest mit und packt die Gelegenheit am Schopf:

Wir von Bio Antakya ( Naturkost u. Naturwarengroßhandel in Bremen ) hätten keine Probleme damit Sie zu beliefern. Ganz im Gegenteil, wir würden uns freuen Sie als neuen Kunden begrüßen zu dürfen!!

Kundenakquise per Blogkommentar. Soll noch mal einer sagen, Blogs seien unnütz…

Kommentar Benachrichtigung

Schon lange wollte das Plugin „Subscribe to Comments“ hier im Blog einbauen, hatte es aber immer wieder verschoben. Nachdem Robert nun heute in einem Post mal wieder bemängelte, dass dies bei den meisten Blogs fehle, hab‘ ich es nun endlich eingebaut.

Markiert man also die entsprechende Checkbox unterhalb der Kommentarfelder, erhält man eine Benachrichtigung per eMail, wenn jemand einen neuen Kommentar schreibt. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass ihr eine gültige Mailadresse eingebt. Das Plugin krankt bei mir noch ein bisschen, da es Probleme mit den Umlauten im Mail hat, aber daran arbeite ich noch 😉

Solltet Ihr hier im Blog Probleme im Umgang mit „Subscribe to Comments“ feststellen, wäre ich für eine entsprechende Mitteilung dankbar.

Aeschbacher bloggt

Seit heute nacht gehört nun also auch Kurt Aeschbacher zur bloggenden TV-Zunft. Und wie es sich gehört, hat er bereits 25 Minuten nach Mitternacht seinen ersten Post veröffentlicht:

da hab ich also in einem anflug von totaler selbstüberschätzung beschlossen, ab heute mein herz auf der (blog) zunge zu tragen und meine knörze dem netz – sprich euch – zu offenbaren. und schon am ersten tag (oder eher in der ersten blogg-nacht, eben wurde der neue tag eingeläutet) sitz ich reuig vor meinem mac und weiss gar nicht recht, mit was ich beginnen soll.

Tja Kurt, so ist es uns allen ergangen, jeder fängt mal an. Ich bin ja gespannt, wohin sich das Blog in nächster Zeit bewegen wird. Zu hoffen bleibt, das Kurt etwas öfters bloggt als sein TV-Kollege Haldimann

Jetzt offiziell: 180 Tage für Referrals

Was ich bereits am 22. Februar 2006 vom Dach gepfiffen habe, ist nun auch offiziell: Die AdSense Referrals sind neu 180 Tage gültig. Im AdSense-Account ist nun zu lesen:

Eine Google AdSense-Empfehlung wird gezählt, wenn ein Publisher, der sich zum ersten Mal bei Google AdSense anmeldet, ein Konto erstellt und innerhalb der ersten 180 Tage nach der Anmeldung mindestens USD 100,00 verdient.

Gleichzeitig wurde mal wieder an der Navigation innerhalb des AdSense-Accounts gebastelt. So wurden die einzelnen Karteireiter „AdSense für Content-Seiten“, AdSense für Suchergebnisseiten“ und Empfehlungen“ unter „AdSense Setup“ zusammengefasst. Und wieso? Vielleicht braucht AdSense ja einfach Platz für neue Features, wer weiss…

(via S-O-S SEO Blog)

Cablecom erhöht Hispeed-Bandbreite

Nachdem Anfangs Januar die Swisscom die ADSL-Bandbreiten erhöhte, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Cablecom nachziehen würde. An einer Presskonferenz heute morgen war es dann soweit: „Cablecom setzt neue Massstäbe – fünfmal mehr Bandbreite für den digitalen Haushalt“ [PDF], titelt die aktuelle Pressemitteilung und verspricht bis zu fünfmal höhere Bandbreiten zum gleichen Preis.
Die fünffache Bandbreite gibts allerdings nur für das hispeed 600-Abo, welches neu hispeed 3000 heissen wird. In meinem Fall wird die Bandbreite vervierfacht, von 1000/200 kBit/s auf 4000/400 kBit/s Up-/Download, was sich ja auch sehen lassen kann. Nach oben ageschlossen wird das Angebot mit dem Abo hispeed 6000, mit 6000/600 kBit/s Up- bzw. Download.

Ein kleiner Wehrmutstropfen für bestehe Kunden bleibt jedoch: Nur Neukunden erhalten die neuen Bandbreiten ab sofort. Bestehende Anschlüsse würden bis spätestens Ende Juni 2006 entsprechend angepasst, teilt die Cablecom weiter mit.

.ch-Domains ab heute günstiger

Wie ich bereits im Januar berichtete, verzichtet die Switch ab heute auf die Verrechnung der einmaligen Registriergebühren von Fr. 40.- für .ch- und .li-Domains. Damit kostet die Neuregistrierung einer solchen Domain ab sofort „nur“ noch Fr. 35.-, auch wenn das, im internationalen Vergleich, immer noch sauteuer ist.

Übrigens, liebe Switch: Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind noch immer die alten AGB online. Zeit, diese entsprechend anzupassen, oder?

Fakten über Tammy NYP

Um die Echtheit des „Tammy Video“-Skandals gab es allenorts Spekulationen. Nachdem SpuTniQ in einem Kommentar hier auf einen gescannten Artikel [PDF] der Straits Times hinwies, machte ich mich auf die Suche nach der Wahrheit.
Und tatsächlich: Es stimmt, dass besagte Tammy Studentin an der Nanyang Poly in Singapur ist. Und es stimmt auch, dass sie ihr Handy mitsamt dazugehörigem Video vermisst.

Während hierzulande praktisch nur in der Blogosphäre darüber berichtet wird, sieht das in Singapur ziemlich anders aus, denn dort ist Tammy bzw. die Auswirkungen des Clips auch in den Tageszeitungen ein Thema. So fragt „The Electric New Paper“ [PDF]:

Going nude or being linked to a scandal have made some suddenly famous, but do you have to be outrageous to be famous?

und doppelt gleich mit einer Umfrage [PDF] nach:

Many young people in her age group – junior college, polytechnic and university students between the ages of 17 and 25 – don’t think she did anything wrong.

In a poll by The New Paper on Sunday, almost three quarters of 107 people polled held this view.
Indeed, close to 1 in 6 claimed they would consider filming themselves in the act. But none of them admitted to have done it.

Das weist dann wohl auch auf den Grund für die explodierenden Besucherzahlen hin, welche Blogs, die über Tammy und ihr Video berichten, haben: Singapur ist ziemlich prüde und nur langsam tritt die Jugend aus dem Schatten ihrer Eltern hervor: „Prudish Singapore – To loosen up – just a little“ [PDF], wie Little Speck berichtet.

Die Straits Times hält sogar noch Podcasts mit News und Interviews zum Thema bereit, zum Beispiel den folgenden:

[audio:https://bloggingtom.ch/sounds/20060301-nyp1.mp3]

In der Zwischenzeit könnte aber bereits das nächste Video im Anmarsch sein, denn „The New Paper“ berichtet unter dem Titel „STUPID but she did it for LOVE“ [PDF] von Janet, „a well-known Singaporean personality“, welche befürchtet, dass ihr Ex-Freund ein Video im Internet veröffentlichen könnte, das die beiden beim Sex zeigt.
Scheint, als hätte Tammy eine ganze Welle ausgelöst…