Archiv der Kategorie 'Internet'

Internet Explorer: Jetzt wird abgerechnet!

tastaturisiert am Montag, 15. März 2010 um 22:15 Uhr

Wer hat nicht schon Stunden damit verbracht, seine Webseite für Microsofts Internet Explorer zu “optimieren”? Jetzt wird abgerechnet und Bill die Rechnung präsentiert. Und wieviele Dollars hast Du schon in den IE “investiert”?

Time to cash up: bill for Bill Gates!

Da muss sich der @dworni mal wieder ganz schön über den IE geärgert haben…

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brack.ch

Reputationsmanagement – So gehts. Nicht.

tastaturisiert am Sonntag, 14. März 2010 um 09:11 Uhr

Eigentlich habe ich mich ja schon gewundert, dass es so lange dauerte, bis ich es das erste Mal mit so einem “Online-Reputationsmanagement-Dienst” zu tun bekomme. Schliesslich schossen diese in den letzten Monaten fast schon wie Pilze aus dem Boden. Was mir bisher nie klar war: Wie diese Dienste die Löschung eines Beitrages erreichen wollen.

Seit dieser Woche bin ich ein bisschen schlauer. Da lag nämlich auf einmal ein eMail eines deutschen “Reputations-Verteidigers” mit dem Betreff “Bitte um Entfernung” im Postfach. Darin werde ich, sogar mit dem “vorsorglichen Hinweis” darauf, “dass die Rechtslage in diesem Fall ungeprüft ist und durch uns auch nicht beurteilt oder bewertet wird”, in zugegeben äusserst freundlichem Ton gebeten, zwei Einträge in diesem Blog zu löschen. Sogar der Auftraggeber wird genannt. Seltsam nur, dass die beiden genannten Blogbeiträge thematisch nichts miteinander zu tun haben und der Auftraggeber im einen Beitrag auch gar nicht genannt wird.

Allerdings: Eine Löschung der Beiträge kommt für mich nicht in Frage. Denn einerseits sind die dort gemachten Aussagen belegbar und andererseits versprach mir der Betroffene bereits vor zwei Jahren nach meiner Intervention, meine eMail-Adressen aus seinem Verteiler zu nehmen und ein “Double-OptIn-Verfahren” in sein Newsletter-System einzubauen. Passiert ist wenig bis nichts. Während ich zwar auf eine meiner eMail-Adressen den Spam nicht mehr bekomme, erhalte ich ihn nun auf zwei andere Adressen. Dazu erhalte ich sogar immer wieder Angebote, im Spam-Newsletter (”Inserieren Sie beim auflagestärksten (NEU 160′000 E-Mail Abokunden) online Magazin der Schweiz.”) zu inserieren. Fragt sich nur, wieviele der 160′000 behaupteten Abokunden den Newsletter tatsächlich auf freiwilliger Basis lesen).

Und dann harre ich mal der Dinge, die mich als nächstes vom Reputationsdienst erreichen…

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sprainTV Making of, Teil 3: Schnitt

tastaturisiert am Dienstag, 8. Dezember 2009 um 09:00 Uhr
sprainTV

sprainTV, der wöchentliche rasante Blick auf das Schweizer Internetgeschehen ist eine humorvolle Web-Show, welche in der Blogger- und Twitterwelt rasch viele Fans gefunden hat. In einer vierteiligen Making-Of-Serie verteilt auf vier Blogs gibt Manuel Reinhard, Moderator von sprainTV, als Gastautor einen Einblick in alles, was sich hinter der Produktion einer Ausgabe von sprainTV verbirgt.

Was bisher geschah:
Making Of, Teil 1: Vorbereitung/Konzept, erschienen bei netzwertig.com
Making Of, Teil 2: Aufnahme, erschienen bei marcelwidmer.ch
Making Of, Teil 3: Schnitt, erschienen bei bloggingtom.ch
Making Of, Teil 4: Verbreitung, erschienen bei studisurf.ch

Making Of, Teil 3 - Schnitt

Während der Konzeptphase ensteht der Inhalt einer Web-Show, während der Aufnahme die Bilder und Töne dazu. Der Schnitt scheint da nur noch Nebensache zu sein. Dem ist aber nicht so, denn im Schnitt ensteht erst der eigentliche Groove der Show.

Technisches
Auf technischer Ebene stehen keine grossen Hindernisse im Weg, wir nutzen, was uns der Mac sowieso schon bietet: iMovie’09.
Die iMovie-Serie musste in der Vergangenheit zwar berechtigt Kritik einstecken, da seit iMovie 6 verschiedene liebgewonnene Features verschwunden sind. Doch da der Lern- und auch Geldaufwand für die nächst bessere Option Final Cut Express bereits beachtlich ist, ist iMovie immer noch die beste Wahl.

Was Neulinge beim ersten Blick in iMovie’09 verwirren kann, ist die Unterscheidung zwischen Projekte und Events. Eigentlich ist es einfach: Events enthalten alle Video-Rohdaten, welche man möglicherweise verwenden möchte während in einem Projekt aus diesen Rohdaten das eigentliche Video zusammengeschnitten wird. Ein Projekt kann natürlich Sequenzen aus mehreren Events enthalten kann.

iMovie'09

Na dann los!
Um auch die Schnittphase effizient durcharbeiten zu können, macht es Sinn, sämtliche Videosequenzen, Bilder und Audiodateien griffbereit zu haben. Da wir aus der Konzeptphase bereits wissen, welche Videoufnahmen und Bilder in welcher Reihenfolge vorkommen, platzieren wir diese gleich mal hintereinander im neuen Projekt. Dabei achten wir noch nicht auf genaue Übergänge oder Dauer der Anzeige von Bildern.

Dann platzieren wir die Audio-Textaufnahmen. Entsprechend dieser Aufnahmen lässt sich dann Sequenz für Sequenz das Timing und die Übergänge optimieren.

Etwa mehr Pepp, bitte!
Soweit so gut. Doch wahrscheinlich wird das Video nicht sonderlich spannend werden. Wir müssen es mit ein paar kleinen Handgriffen aufpeppen.

Als Erstes brauchen wir Hintergrundmusik. Aber Achtung, wenn du einfach deinen Lieblingssong von Shakira hinterlegst könntest du rechtliche Probleme kriegen. Zum Glück gibt es eine ganze Reihe von Websites welche Songs anbieten, die man für eine Web-Show legal nutzen darf. Zwar muss man im Einzelfall immer noch abklären, wofür genau der Song nun genutzt werden darf. Das ist in der Praxis nicht immer einfach. Doch mit etwas Mühe kannst du dir so einen Katalog von Songs aufbauen, die du immer wieder verwenden und deiner Web-Show so auch eine akustische Identität geben kannst.

iMovie selbst bietet dir ausserdem schon eine ganze Palette von Sound-Effects, Jingles und Hintergrundtönen, die du einsetzen kannst.

Ducking

Natürlich soll der Sound im Hintergrund den eigentlichen Sprechtext nicht übertönen. Dafür gibt es die praktische Funktion Ducking. Damit wird eine Audiospur, in diesem Fall die Spur mit der Sprache, als Hauptspur gekennzeichnet und andere Tonspuren “ducken” sich entsprechend, das heisst die Lautstärke wird automatisch verringert.

Zackige Übergänge
Hilfreich, um Pepp in deine Sendung zu bringen sind auch sogenannte Stingers, wovon iMovie auch bereits einige auf Lager hat. Ein Stinger ist ein Soundelement, welches den Abschluss eines Beitrages oder den Übergang zum nächsten Beitrag ankündigt. Kombiniert mit einer kurz eingeblendeten schwarzen Fläche oder einem sonstigen optischen Übergang kann auf diese Weise erstaunlich einfach mehr Spannung generiert werden.

Noch mehr Drive kriegt man hin, wenn Moderationsszenen keinerlei Wartezeit enthalten. Wenn du in einer Szene vor der Kamera stehst und etwas sagst, schneide bewusst so, dass du gleich im ersten Moment, in welchem man die Videosequenz sieht sprichst und beende die Sequenz sofort nach dem letzten Buchstaben, den du sagst. Jeder Sekundenbruchteil an ruhiger Zeit, den du im Video drin lässt verlangsamt das Gesamtbild deiner Produktion. Die Zuschauer 2-3 Minuten an der Stange zu halten erfordert aber, stets neue Impulse zu setzen, keine Langeweile aufkommen zu lassen und ein hohes Tempo zu halten.

All diese kleinen Details machen aus, dass deine Show unterhaltsam und zackig wird. Glaubst du nicht? Dann lass dich von diesem Beispiel überzeugen:

Dann ab unter die Leute damit!
Der Schnitt stellt technisch also gar keine grosse Sache dar. Wichtig ist es, deinen Stil zu finden und den Groove deiner Show zu definieren. Hast du das geschafft und deine erste Ausgabe steht bereit, gilt es, diese unter die Leute zu bringen. Wie dies am Besten geschieht erfährst du am kommenden Freitag. Auf welchem Blog verraten wir am Donnerstag in sprainTV.

[Gastbeitrag von Manuel @sprain Reinhard]

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Bluewin TV

Google StreetView jetzt auch für die Schweiz

tastaturisiert am Dienstag, 18. August 2009 um 06:31 Uhr

Heute nacht hat Google StreetView auch für die Schweiz freigeschalten und wird dies am Vormittag an einer Pressekonferenz in Zürich bekanntgeben. Komplett sind die Bilder aber natürlich noch bei weitem nicht. So sind etwa von den Strassen Zürichs oder Bern bereits ziemlich komplette Datensätze vorhanden, ausserhalb der Grossstädte sieht das allerdings noch etwas anders aus. In Rapperswil beispielsweise ist das StreetView-Kameraauto erst durch die Hauptstrasse gefahren.

Interessant übrigens auch, wie der Fahrer des Kameraautos die Strecken abfahren muss. So zeigt sich zum Beispiel auf der Autobahn A53, dass er jede Ausfahrt benutzt hat, um danach gleich wieder auf die Autobahn einzubiegen. So ist kurioserweise der Kreisel an der Autobahnausfahrt Uster-Nord bereits fotografiert, während die Strassen rundherum noch auf ihre Erfassung warten.

Von den Google-Kameras erfasst wurde auch Peter Hogenkamp von Blogwerk, komplett mit Znünisäckli und iPhone (wie der @pixelfreund entdeckt hat).

Peter Hogenkamp mit Znünisäckli erwischt

Allerdings sieht er nicht wirklich überrascht aus. Wahrscheinlich wartete er dort schon seit Tagen auf die Vorbeifahrt des Google-Kameraautos… ;-)

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IQ-Test: Die Abzocke geht weiter…

tastaturisiert am Donnerstag, 6. August 2009 um 14:58 Uhr

Bereits im Februar hatte ich über die Abzocke mit IQ-Tests geschrieben und aufgezeigt, dass der massiv mit AdSense beworbene Test, wo in Tat und Wahrheit ein teures SMS-Abo abgeschlossen wird, gegen Schweizer Gesetze verstösst. Sechs Monate später ist es an der Zeit zu sehen, ob sich etwas zum positiven verändert hat.

Abzocke mit IQ-Tests - Werbebanner auf AdSense

Kölner Netsize taucht immer wieder auf
Doch die Nachschau ist leider ernüchternd. Zwar hat der im portugiesischen Montijo sitzende Betreiber einige Änderungen vorgenommen, doch dabei handelt es sich weitgehend um “kosmetische Korrekturen”. So wird nun die Kurznummer 9977 verwendet, die aber, wie die Vorgängernummer 9911, der deutschen Firma Netsize in Köln gehört. Netsize, offenbar einer der grössten Solution Provider in Europa für solche Mehrwertdienste, wollte sich im Februar nicht zu den Vorwürfen äussern und auch meine erneute Anfrage bleibt unbeantwortet. Offenbar können es sich die Kölner leisten, immer wieder im Dunstkreis mit unseriösen Anbietern genannt zu werden.

Reagiert hat dafür die Firma Simm-Comm aus Schlieren, die im Februar noch die Support-Telefonnummer für den dubiosen IQ-Test-Anbieter zur Verfügung stellte. Diese drohte bereits damals an, ihre Dienstleistungen einzustellen, sofern die Nummer weiterhin in Zusammenhang mit dem Angebot genannt wird. Diesen Worten scheinen nun auch Taten gefolgt zu sein, denn die Nummer wird nirgends mehr auf der Website genannt. Doch eine Support-Nummer gibt es weiterhin. Die lautet neu 0800 060066 und gehört, wen wunderts, der deutschen Netzsize GmbH.

Verwirrende Preisangaben
Korrigiert haben die Abzocker auch die Geschäftsbedingungen. Während diese im Februar noch äusserst missverständlich waren, geht nun etwas klarer hervor, wieviel das SMS-Abo (das man ja eigentlich gar nicht haben will) kostet:

iq-testeuropaischer.com - Neue AGBs

Wer nun jedoch glaubt, damit seien die Kosten klar, der irrt. Auf der Auswertungsseite, wo die Opfer der Abzocker ihre Handynummer eingeben sollen, um einen PIN für den Zugriff auf die Ergebnisse des IQ-Tests zu erhalten, prangt nämlich ein ganz neuer Hinweis. Neuerdings ist auf der Eingabeseite für die Handynummer also tatsächlich der Preis vermerkt. Allerdings ein anderer als auf der Startseite. Und ein Preishinweis in der rechten oberen Ecke der Seite, weit weg vom Eingabefeld, dürfte das Angebot (abgesehen von der Preisverwirrung) nicht viel legaler machen.

iq-testeuropaischer.com - Handynummer-Eingabeaufforderung

Und Google?
Und was meint eigentlich Google dazu, dass über ihr Werbenetzwerk AdSense Werbung für solch unseriöse Geschichten gemacht wird? Doch Google ist bekanntlich ein verschwiegenes Unternehmen - so verschwiegen, dass man sich auch am Google-Sitz in Zürich im Februar nicht zur Sache äussern wollte. Vor rund einem Monat konnte ich via Twitter immerhin Stefan Keuchel, Pressesprecher von Google Deutschland, eine kurze Stellungnahme entlocken (wie @dworni glücklicherweise screenshot-mässig festgehalten hat):

Stefan Keuchel zu den IQ-Test-Bannern auf AdSense

Allerdings scheint das nur ein Lippenbekenntnis zu sein, denn auch heute vormittag sind die Banner auf AdSense noch immer allgegenwärtig. Das deckt sich leider mit den Erfahrungen der Zeitschrift c’t, die Google in Zusammenhang mit dem Abofallen-Portal Opendownload.de um eine Stellungnahme bat (c’t 11/2009):

Der Konzern antwortete mit dem Standard-Statement: „Wir arbeiten aktiv daran, Webseiten, die in unserem Werbenetzwerk bösartige Software bewerben, zu ermitteln. Konten, die Anzeigen beinhalten, die auf Webseiten mit bösartiger Software weiterleiten, werden von uns sofort gesperrt.“ Wir wiesen darauf hin, dass es sich nicht um bösartige Software, sondern um zwielichtige Werbepartner handelt. Darauf erhielten wir keine Antwort mehr.

Traurig, aber wahr: Es scheint, dass die wenigsten involvierten Firmen bereit sind, den Abzockern einen Riegel zu schieben. Zumindest, solange man gutes Geld mit ihnen verdienen kann. Der Dumme ist, einmal mehr, der Konsument. Zumindest diejenigen Konsumenten, die, wie in diesem Fall, den eigentlichen IQ-Test auf der Seite nicht bestanden haben - und sich damit ein teures SMS-Abo eingehandelt haben.

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Microsoft stellt Soapbox ein

tastaturisiert am Mittwoch, 22. Juli 2009 um 08:25 Uhr
Microsoft Soapbox

Was man sich schon lange ausmalen konnte, ist seit heute auch offiziell: Microsoft gibt seiner Video-Community Soapbox den Todesstoss und stellt diese per Ende August 2009 vollständig ein.

Dass Microsoft mit Soapbox auf keinen gründen Zweig kam, war bereits seit längerem bekannt. Und das obwohl sich die ersten Schritte auf der Video-Community beim Start im November 2006 gar nicht so schlecht anfühlten. Doch spätestens seit der Aussage von Microsofts Technologie- und Media-Chef Erik Jorgensen Mitte Juni, das Engagement in Sachen Soapbox zurückzufahren, war klar, dass die Video-Site auf wackligen Füssen steht. Heute morgen wurde das offizielle Aus dann auch den Usern in einem eMail kommuniziert:

Soapbox, der benutzergenerierte Videodienst innerhalb von MSN Video, wird ab dem 31. August 2009 nicht mehr von MSN bereitgestellt. Ab dem 29. Juli können Sie auf Soapbox keine Videos mehr hochladen.

Zwischen dem 29. Juli und Ende August können Nutzer ihre eigenen Videos auch wieder herunterladen. Microsoft will dafür spezielle Links innerhalb des persönlichen Profils anbieten. In welchem Format die Videos heruntergeladen werden können, ist im “Shutdown-FAQ” allerdings nicht vermerkt.

Seltsam aber, dass ich bereits jetzt nicht mehr auf Soapbox gelange, sondern immer auf MSN Video gelange, dass weitergeführt werden soll. Ist die Video-Community vielleicht schon jetzt eingestellt worden?

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Bund will Internet in Realtime überwachen

tastaturisiert am Donnerstag, 16. Juli 2009 um 08:07 Uhr

Der Internet-Verkehr in der Schweiz soll schon bald in Echtzeit überwacht werden - zumindest von verdächtigen Personen. Das Vorhaben des Bundes hätte eigentlich geheim bleiben sollen. Nachdem aber auf der Mailingliste der Swiss Network Operators Group (SwiNOG) heftig diskutiert wurde, hat “Die Wochenzeitung (WOZ) die als vertraulich gekennzeichneten Vernehmlassungspapiere veröffentlicht und dürfte damit einen Sturm der Entrüstung auslösen.

Teilnahme an einer Demo kann zur Überwachung führen
Die Schweizer Internetprovider müssen gemäss den Papieren künftig in der Lage sein, den Internetverkehr ihrer Kunden live mitzuschneiden und an die Behörden weiterzuleiten. Der Staat könnte also künftig eMails mitlesen, einem beim Surfen über die Schulter gucken, VoIP-Gespräche mithören oder sich am Bild der Webcam ergötzen. Die Überwachung soll zwar nur bei einem entsprechenden Strafverfahren möglich sein, doch die im “Bundesgesetz Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs” (BüPF) genannten möglichen Voraussetzungen für ein Mitschneiden der Daten sind sehr weit gefasst. Eine Überwachung bei Entführung, Erpressung oder Kinderpornographie ist so ja noch nachvollziehbar, bei anderen dort aufgeführten Delikten sieht das schon wieder anders aus. Damit könnte der Staat nämlich auch vermutete Teilnehmer einer unbewilligten Demonstration oder mögliche Sozialhilfebetrüger im Internet belauschen. Da ist der Weg zu einer totalen Überwachung wegen Bagatelldelikte nicht mehr weit.

Vernehmlassungsfrist wegen “Dringlichkeit” nur drei Wochen
Technisch aufrüsten sollen die Provider bereits ab dem 1. August 2009, denn der Dienst “Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr” (Üpf) des Bundesamt für Justiz scheint es mächtig eilig zu haben. Die Provider hatten in der Vernehmlassungsphase, die normalerweise 3 Monate dauert, nämlich nur drei Wochen Zeit, sich zur geplanten Internet-Überwachung äussern. Das “Bundesgesetz über das Vernehmlassungsverfahren” lässt eine solche Verkürzung der Frist zwar zu, allerdings nur bei “ausnahmsweiser Dringlichkeit”. Inwiefern hier diese Dringlichkeit gegeben ist, konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen.

In der Frist bis zum Inkrafttreten der Internet-Überwachung sollen sich die Provider entsprechend zertifizieren lassen und damit zeigen, dass die technischen Massnahmen für die Übermittlung der Realtime-Daten auch funktioniert. Bis Ende Juni 2010 müssen dann alle Schweizer Provider in der Lage sein, den Internetverkehr eines einzelnen Kunden mitzuschneiden und zu übermitteln.

Kleine Provider brauchen möglichst viele kriminelle Kunden
Die Kosten für die technischen Massnahmen sind von den Providern selbst zu tragen. Fredy Küenzler von Init7 rechnet mit Kosten in der Höhe von “Hunderttausenden Franken” und mit ein bis drei Mannjahren Arbeit. “Für grosse Provider mag das verschmerzbar sein. Kleine Anbieter können den Aufwand aber unmöglich leisten”, so Fredy gegenüber der WOZ. Zwar erhält ein Provider, der den Datenverkehr seines Kunden anzapfen muss, eine Entschädigung vom Staat, die sich laut Informationen der WOZ in der Grössenordnung von tausend Franken bewegt, doch das reicht bei weitem nicht, wie es ein kleiner Anbieter auf den Punkt bringt: “Du musst also fast hoffen, dass möglichst viele deiner Kunden kriminell werden, wenn du die Investitionen amortisieren willst.”

Vernehmlassungspapiere (alle im PDF-Format)

(Artikel teilweise mit Material der WOZ)

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Hacker veröffentlicht Twitter-Internas

tastaturisiert am Mittwoch, 15. Juli 2009 um 09:53 Uhr

Ein Hacker namens “Croll” hat sich offenbar Zugriff auf Hunderte von vertraulichen Dokumenten des Microbloggingdienstes Twitter verschaffen können und verschickte diese rund 310 Dokumente gestern an diverse Medien. Unter den Dokumenten finden sich beispielsweise Sitzungsprotokolle, , Partnervereinbarungen, der eMail-Verkehr mit Firmen wie Nokia, Samsung, Dell, AOL, oder Microsoft, persönliche eMails von bekannten Persönlichkeiten (Stichwort verifizierte Twitter-Accounts), Lohnlisten, aber auch Lebensläufe von Stellenbewerbern, Finanzpläne, Vermarktungsideen und vieles mehr.

Einzelne Blogger hatten bereits gestern abend über die Dokumente berichtet, an die der Hacker offenbar via gehacktem Google-Login gelangt ist. Die Ankündigung von Techcrunch, Teile der erhaltenen Dokumente zu veröffentlichen, sorgt nun aber für mächtig Streit in der Kommentarspalte. Zwar hat Michael Arrington in seinem Blogpost klar gemacht, dass keine persönlichen Daten und sicherheitsrelevanten Informationen veröffentlicht werden, allerdings will man Finanzprognosen, Produktpläne oder Notizen aus Strategiemeetings genauso veröffentlichen, wie etwa das Pitch-Dokument für eine Twitter-TV-Show.

Twitter-Caps

Nun, ich persönlich werde mich hüten, hier ausser der (unspektakulären) Idee für Twitter-Hats (oder sollten es besser die Shirts sein?) weiteres zu veröffentlichen. Zwar erhielt ich keine 310 Dokumente, aber einiges davon ist (wahrscheinlich eher via Umwege) auch hier eingetroffen. Allerdings erachte ich zumindest einige der Dokumente für so relevant, dass eine Veröffentlichung strafrechtliche Folgen nach sich ziehen könnte.

Und hey, mal ehrlich, manchmal muss man auch nicht immer alle Internas ausbreiten, oder?

[Update] 10:13 Uhr
Selbst Arrington scheint überrascht von den vielen Kommentatoren in seinem Blog, die gegen eine Veröffentlichung der Informationen sind. Trotzdem hält er an der Veröffentlichung fest, wie er in einem neuen Blogbeitrag bekräftigt

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Weniger Werbung dank web2com

tastaturisiert am Dienstag, 16. Juni 2009 um 03:06 Uhr

Böses Erwachen für web2com. Seit neun Tagen kann der zur publicitas gehörende Werbevermarkter grosse Teile der gebuchten Online-Werbung nicht mehr ausliefern. Der Grund: Die Domain des Ad-Servers ist abgelaufen. Gemerkt hats (scheinbar) niemand.

Was haben die Online-Auftritte der Weltwoche, des Tagblatt, der Zuerisee Zeitung, des Zürcher Unterländers, der Auto-Illustrierten, etools.ch, Le Temps und sortir.ch gemeinsam? Sie alle zeigen dieser Tage ein bisschen weniger Werbung. Was den Augen des Lesers gut tut, ist für den Werbevermarkter web2com allerdings alles andere als schmeichelhaft, denn gemäss Mediadaten generieren diese Seiten zusammen rund 6 Millionen Page Impressions monatlich. Der Grund für die fehlende Werbung ist nämlich nicht etwa die Wirtschaftskrise, sondern vielmehr eine Nachlässigkeit der Publicitas-Tochtergesellschaft MediaConnect SA.

Bei MediaConnect scheint man es schlicht verschlafen zu haben, die Domain p-digital-server.com, deren Inhaber man ist, zu erneuern. Auf der Domain läuft der Ad-Server, von welchem zumindest teilweise die Werbebanner für die oben genannten Seiten ausgeliefert werden. Seit dem 7. Juni 2009 ist die Domain abgelaufen und zeigt seit diesem Datum lediglich eine Standardseite der zuständigen Domain-Registry. Seither werden keine Werbebanner mehr an die betroffenen Websites ausgeliefert.

p-digital-server.com: Domain abgelaufen

Seltsam ist, dass diese Tatsache bisher offenbar nicht aufgefallen ist. Spätestens ein Studium der Performance-Statistiken der Werbebanner hätte doch zeigen müssen, dass da etwas nicht stimmen kann. Trotzdem war man gestern abend bei web2com bzw. publicitas noch ahnungslos, nahm aber die von mir genannten Details zum Vorfall zur Kenntnis und versprach, der Sache nachzugehen.

[Update] 12:58 Uhr
Wie Joanna in den Kommentaren richtig bemerkt, hat MediaConnect die Domain inzwischen verlängert. Damit dürfte den Werbeeinblendungen auf den oben genannten Seiten nichts mehr im Wege stehen.

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Und es hat Bing gemacht…

tastaturisiert am Freitag, 29. Mai 2009 um 11:49 Uhr

Gemunkelt wurde vieles, seit gestern abend ist es offiziell: Microsoft-Chef Steve Ballmer hat gestern an der “All Things Digital“-Konferenz die neue Suchmaschine “Bing” vorgestellt. Mit Bing will Microsoft endlich einen Fuss in die Tür des lukrativen Such-Geschäfts kriegen und verspricht ein ganz neues Sucherlebnis. Keine Suchmaschine soll es sein, sondern eine Entscheidungsmaschine, die mit einem verbesserten Index zu deutlich relevanteren Suchergebnissen führen soll.

Microsoft Bing Homepage

Erste Tests müssen aber noch bis zum 3. Juni warten. Erst dann soll die englische Version für die Öffentlichkeit freigeschaltet werden. Immerhin soll es aber (gleichzeitig?) eine deutsche Beta geben, die aber auf Deutschland ausgerichtet ist. Gemäss Microsoft Schweiz wird man sich für eine lokalisierte Schweizer Version noch etwas gedulden müssen.

Microsoft Bing - Quick Preview

 
Microsoft Bing - Rich Results

Ob das neue Sucherlebnis wirklich zum gewünschten Erfolg für Microsoft führt, dürfte also wesentlich von der Einführung von lokalisierten Versionen abhängen. Und davon, ob es Microsoft wirklich gelingt, das Suchverhalten der meisten User grundlegend zu ändern. Ob da die geplante Werbeoffensive mit dem gerüchteweise zu hörenden Budget von 100 Millionen Dollar tatsächlich etwas bewirkt, wird sich zeigen.

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